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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Kommerzblues - Ein paar Gedanken zum Buisness.



Wintermute
23.05.2011, 14:41
Grundsätzlich finde ich es nicht schlecht, das inzwischen so ziemlich jeder Longboard fährt. Und ja, gute Rollen, gute Achsen, überbreites Griptape... Es ist großartig, das man das Zeug inzwischen in Deutschland kaufen kann. Es ist sogar noch großartiger, das man das Zeug in jeder halbwegs größeren Stadt kaufen kann. (Ich kann mich noch an mein erstes, aus Frankreich importiertes, und dann an die Sachen aus der Schweiz erinnern...)

Aber die damit verbundene Kommerzialisierung geht mir in den größten Teilen echt auf den Senkel. Mein Geduldsfaden ist gerade gerissen, als ich gesehen habe, das es Signature Trucks zu kaufen gibt. Ernsthaft?

Ich möchte mir nicht ausmalen, wie die Zukunft aussehen könnte.

Signature Decks? Klar, schon gesehen... Und bei einigen traditionellen Skateboardfirmen vielleicht auch aus einem historischen Kontext verständlich. Aber wenn das so weiter geht, werden wir demnächst Hodads in Longboard Larry Shirts sehen. Mir graut vor diesem Tag.

Diese unheilige Loaded-Orangatang-Paris Marketingallianz wird keinen Cent von mir sehen. Und ärgerlich, das andere Hersteller mit dem Preis nachziehen.


Und dann ist da noch diese Sache mit den nicht TKP Trucks. Alle paar Jahre kommt da eine neue Firma an den Markt, und alle rufe: "Boah! Die sind so geil! Die sind sogar besser als die Randals."

Ich will ja gar nicht sagen, dass es keine besseren Trucks gibt, aber es wirft schon Fragen auf. Warum werden alle neuen Achsen immer mit Randals vergleichen? Warum nicht mit der Hypeachse aus dem letzten Jahr?


Immer wieder höre ich auch dieses 'Support your local dealer' Ding. Ganz ehrlich: Ich war noch nicht bei Fränky im Shop. Aber ich habe es probiert. Drei mal. Zu den normalen Öffnungszeiten. Aber da war ich der einzige. Laden geschlossen, Telefonnummer, wo keiner ans Telefon geht... Drei mal umsonst durch die ganze Stadt gefahren...

Aber zu den anderen Shops kann ich sehr wohl was sagen. Ich war noch in keinem einzigen, in dem ich nicht das Gefühl hatte, abgezogen zu werden. Gerade wieder in Hamburg, und natürlich habe ich mehr bezahlt, als auf der Webseite des betreffenden Shops angegeben war...


Sorry, aber das musste mal raus.

Der Kern
23.05.2011, 15:17
Das Problem is wohl, dass jeder was von dem fetten "Longboardboombraten" abhaben will... solang sichs verkauft mit teuren Preisen bleibt das Ganze auch teuer... wie sollte denn der ideale Jetztzustand deiner Meinung aussehen? Keiner verdient was dran, Alle helfen Allen?

lulularzon
23.05.2011, 15:19
Fühlst du dich nicht mehr "hip" wenn alle Welt Longboard fährt?
Solange man aus dem Hype "Longboard" Geld machen kann werden es auch dementsprechend viele versuchen. Würde ich auch, wenn ich könnte.
Wenn du für dich deine Hardware und Shops gefunden hast und z.B. Loaded/Paris kein Geld geben möchtest, dann ist doch alles gut!
Wolltest du hier nur mal Luft raus lassen, ist das voll ok. Hättest aber den Dampf-Ablass-Thread nutzen können. So wird nur wieder eine unnötige Diskussion angezettelt die doch eh zu nichts führt.

xManuelx
23.05.2011, 15:34
kommerz hier kommerz da aber was willste machen?? dein eigenes board bauen is ja vll noch drin aber eigene achsen und rollen? ich glaub nich dass das geht.

auf der einen seite find ichs auch überraschend das man in letzter zeit nen haufen leute auf longboards sieht, weis nich ob das schon immer so war oder ob mir das erst jetzt auffällt weil ich auch vor nem monat oder so angefangen hab.

ich mein ich will auch nicht jedem konzern das geld in den arsch schieben aber qualität setzt sich meiner meinung nach durch. bis jetzt sagen mir paris achsen halt zu und abec 11 wheels find ich auch nich schlecht also warum dann extra was andres kaufen?

aus allem wird geld gemacht, warum kosten denn precision trucks so nen riesen haufen geld?? bringen die überhaupt soviel? hat schon jemand nen doppel blind test gemacht??

ich find den boom nicht so schlimm im endeffekt geht das halt so weit wie mim streetskateboarden als die tony hawk games rausgekommen sind:
alle holen sich nen board --->realisieren iwann das es halt nich so einfach is nen ollie zu ziehn ---> mehr als die hälfte hört nach nem jahr wieder auf...

von mir aus soll sich halt jeder nen loaded board holen, vll sind die ja auch nich schlecht, ka, stand noch nie auf einem. ich fahr halt weiter nen earthwing deck :)

Kai
23.05.2011, 16:32
Kommerz = Kommerz? Keine Ahnung, aber ich finde es schon ganz geil, wenn ich sehe, dass es mittlerweile Leute schaffen sich eine Lebensgrundlage mit dem Skate-/Lonagboardzeugs zu schaffen und das verkaufen, worauf sie Bock haben und wovon sie Ahnung haben. Kann da nichts schlechtes dran finden, denn die Käufer entscheiden, ob sowas funktioniert oder nicht.

Wintermute
23.05.2011, 17:15
Das Problem is wohl, dass jeder was von dem fetten "Longboardboombraten" abhaben will... solang sichs verkauft mit teuren Preisen bleibt das Ganze auch teuer...
Naja... Ich habe eher das Gefühl, dass das ganze zu einer... Wie soll man das sagen... Es nähert sich sehr dem normalen Skateboarden oder dem Surfen an.

Ich glaube deswegen nicht, das wir noch fallende Preise sehen werden. Eher im Gegenteil. Ich vermute, wir werden Firmen sehen, die ein noch besseres Marketing als Loaded machen... Inklusive der Premiumpreise. Zu viel Lifestyle.


wie sollte denn der ideale Jetztzustand deiner Meinung aussehen? Keiner verdient was dran, Alle helfen Allen?
Alle helfen Allen ist sicher keine dumme Idee. Und das war ja auch schon mal so.

Und ich habe auch nichts dagegen, das jemand daran verdient. Und es gibt Leute und Firmen, denen ich den Erfolg von Herzen gönne. Ich habe nur etwas Sorge wegen der möglichen Preisspirale auf die wir uns zubewegen. Und ich möchte nicht Teil einer Lifestylemaschinerie werden.


Fühlst du dich nicht mehr "hip" wenn alle Welt Longboard fährt?
Nee.. Das ist es nicht.

Für mich war das nur lange Zeit so eine Art von Refugium, in das ich mich zurückziehen konnte, um meine Konsumverweigerer Haltung in vollen Zügen auszuleben.


Wolltest du hier nur mal Luft raus lassen, ist das voll ok. Hättest aber den Dampf-Ablass-Thread nutzen können. So wird nur wieder eine unnötige Diskussion angezettelt die doch eh zu nichts führt.
Ja.. Das wäre vermutlich die bessere Idee gewesen. Auf der anderen Seite: Sammelthreads werden schnell unübersichtlich...


kommerz hier kommerz da aber was willste machen?? dein eigenes board bauen is ja vll noch drin aber eigene achsen und rollen? ich glaub nich dass das geht.
Eigene Boards fahre ich schon seit langem... Und ja, Achsen und vor allem Rollen sind schwieriger.

Aber manchmal hätte ich schon Lust dazu.

auf der einen seite find ichs auch überraschend das man in letzter zeit nen haufen leute auf longboards sieht, weis nich ob das schon immer so war oder ob mir das erst jetzt auffällt weil ich auch vor nem monat oder so angefangen hab.
Nee... Das täuscht nicht. Immer mehr Leute fahren. Und das ist ja auch gut so.


ich mein ich will auch nicht jedem konzern das geld in den arsch schieben aber qualität setzt sich meiner meinung nach durch. bis jetzt sagen mir paris achsen halt zu und abec 11 wheels find ich auch nich schlecht also warum dann extra was andres kaufen?
Nichts gegen Chris Chaputs Firma. Aber Paris ist genau die Firma, wegen der mir eben die Hutschnur hochgegangen ist. (Die mit den Signature Achsen... Das ist echt so krank.)


Kommerz = Kommerz? Keine Ahnung, aber ich finde es schon ganz geil, wenn ich sehe, dass es mittlerweile Leute schaffen sich eine Lebensgrundlage mit dem Skate-/Lonagboardzeugs zu schaffen und das verkaufen, worauf sie Bock haben und wovon sie Ahnung haben. Kann da nichts schlechtes dran finden, denn die Käufer entscheiden, ob sowas funktioniert oder nicht.
Du meinst die Leute, die von meinem Geld leben?

Nee.. Du hast ja Recht. Mich nervt nur diese Marketing Geschichte... Die Abzocker, und natürlich die ganzen - Achtung! Wortspiel! - Trittbrettfahrer. ;)

noobie
23.05.2011, 17:37
Aber zu den anderen Shops kann ich sehr wohl was sagen. Ich war noch in keinem einzigen, in dem ich nicht das Gefühl hatte, abgezogen zu werden. Gerade wieder in Hamburg, und natürlich habe ich mehr bezahlt, als auf der Webseite des betreffenden Shops angegeben war...


ich weiß nich in welchem shop du warst, mantis is eh der inbegriff des kommerzes und quicksilver und titus will man gar nich nennen ... aber ich hab bei subvert letztens auch miterlebt wie einer die magmas 10 euro teurer als auf der site gekauft hat .. aber ich denke mal die haben wie den überblick über die rabatte verloren .. sosnt finde ich zumindest das die preise dort alle so im uvp bereicht liegen. Also das einen alle läden abzocken kann ich nicht bestätigen.

und so wie ich die entwicklung sehe ist es doch eher so das es z.B. Randal gibt die erst die einzigen sind und alle kaufen die Achsen, dann kommt der nächste (z.B. Paris) und dann werden halt eher die gekauft wenn die besser sind, und wenn nicht bleibt man beim alten. Die Randals werden jetzt, wo die Verarbeitung besser ist ja wieder mehr gekauft als Paris weil sie stabiler sind etc. ... klingt eigentlich nach gesunder konkurrenz ..

und im longboardmarkt hat man zumindest auch das glück das man sich recht schnell integrieren kann, ich denke zumindest es ist für caliber einfacher randal auszustechen, als es für wen auch immer ist, microsoft abzuhängen.

Ich finde es etwas übertrieben jetzt zu sagen das alles nur noch marketing-fixiert ist, und vorallem das man sagen könnte dass das wirklich schlecht ist. Ganz objektiv spricht doch nichts gegen diese signature-trucks, auch wenn sie mir persönlich nicht gefallen. Ich finde auch das man loaded nicht wirklich was vorwerfen kann, sie sind halt ne marke, und wer 20-50 euro mehr ausgeben will um eben diese marke zu haben soll das tun. Is ja nun nich so das leute sterben weil die decks während der fahrt bersten. Das ist alles wie mit diesen mütter die sich hinter vorgehaltener hand immer darüber aufreden wie andere mütter ihre kinder verhätscheln, sie verwöhnen und ein riesen gewese um diese machen ... man kann alles so und so sehen.

BobMiles
23.05.2011, 17:58
Also ich sehe das ganze nicht so tragisch.
Wenn ich mich an die Streetdeck-Zeit erinnere, dann war da mindestens genauso viel Kommerz dabei.

Alleine Tony Hawk und seine Videospielreihe. Aber das gute war doch, das hat die Kids auf die Straße gelockt.
Auf dem Skatepark angekommen, haben sie dann schon mitbekommen, was gut ist oder nicht.

Und solang dieses Familien-gefühl (jeder hilft jedem) unter den Leuten besteht, ist doch alles in Ordnung.
Klar macht vielleicht der ein oder andere am Anfang den Fehler und kauft das Falsche zum falschen Preis. Er wird es beim nächsten mal besser machen.

Bei den Shops kann ich wohl nicht mitreden, da der örtliche Skateladen zwar kaum Longboard-spezifische Sachen hat, der Besitzer aber auch super drauf ist und nie jemandem was andrehen würde.

Ich bin nicht der Meinung, dass jetzt alles teurer wird.

Pippi
23.05.2011, 18:23
Ich glaube deswegen nicht, das wir noch fallende Preise sehen werden. Eher im Gegenteil. Ich vermute, wir werden Firmen sehen, die ein noch besseres Marketing als Loaded machen... Inklusive der Premiumpreise.
(...)
Ich habe nur etwas Sorge wegen der möglichen Preisspirale
Ich vermute eher, dass die Preise fallen werden, bei gleichbleibender Qualität.

Für mich war das nur lange Zeit so eine Art von Refugium, in das ich mich zurückziehen konnte, um meine Konsumverweigerer Haltung in vollen Zügen auszuleben.
Ach Gottchen, da hat der Lulu doch den Punkt getroffen, oder? Du fühlst dich nicht mehr außergewöhnlich...

Du meinst die Leute, die von meinem Geld leben?
Äh, arbeitest du etwas? Dann lebst du doch auch vom Geld von irgend jemand, oder?:kopfschuettel:

Also das ist wieder mal ein Thread, echt unglaublich...

Manimal
23.05.2011, 22:53
Wieviel Pathos man sich um sein Hobby konstruieren kann....

boardhorst
23.05.2011, 23:23
Alleine Tony Hawk und seine Videospielreihe. Aber das gute war doch, das hat die Kids auf die Straße gelockt.
Auf dem Skatepark angekommen, haben sie dann schon mitbekommen, was gut ist oder nicht.

Und solang dieses Familien-gefühl (jeder hilft jedem) unter den Leuten besteht, ist doch alles in Ordnung.
Klar macht vielleicht der ein oder andere am Anfang den Fehler und kauft das Falsche zum falschen Preis. Er wird es beim nächsten mal besser machen.


*schwank incoming*
Erster Teil stimmt, zweiter kann ich ein Lied vom Gegenteil singen. Viele fahren sich so fest auf ihren komischen Brettern, das ist unglaublich und schweben dann in so einer göttlichen unantastbaren Blase. Kriege paar mal in der Woche von diversen Leuten gesagt hier, der Herr Soundso aus dem Kuststofflabor baut auch Longboards. Sind Flexgurken mit Vorspann ohne Concave komplett(!) aus Carbongewebe mit paar Millimetern Holz drin, das funktionellste Shape davon war das von seinem Dervish welchen er kopiert hat. Den Vorspann braucht er übrigens weil die Dinger sonst bis zum Boden flexen hat er gesagt. Dem kannst du sagen was du willst. ''Standupslides'' kann er damit dann auch noch, also die hinterrollen kurz zum Kratzen bringen in der Kurve. Und in München war er auch mal im Boneless und hat sich die 313 Bretter angekuckt, miserabel verarbeitet, kann er besser. Verarbeitung ist stellenweise echt verbesserungsfähig, aber der Gedanke dahinter ist einfach da mit den Eigenschaften. Dem seine Longboards kennt man auf dem Campus, da siehts cool aus wenns bis zum Boden durchfedert und hinten an der Standfläche schmaler ist als ne Schuhbreite und so verbreitet sich halt dieses merkwürdige Bild. Finanziert werden die Carbonmassaker durch Studiengebühren übrigens. Da kann ich mit meinen torsionsfreien Alltagsplanken mit Concave abstinken dagegen. Inserts will er bei seinem neuen Schaumkern aus Aluplatten machen. Inzwischen kann ich drüber lachen.
Kumpel von mir hats bis jetzt nicht geschafft sich hier anzumelden oder sonstwas. Fährt einen Foamcore von mir mit Core Achsen von seinem ersten Brett, die Randal Dh180 Kombi sei schlechter. Neue Rollen hat er gebraucht, also holt er sich die tollen Cherrybombteile. Das nächste Brett für die Stadt wurde dann ein Bustin, weils in irgendwelchen ergoogelten lifestyleforen gehypt wurde. Sehe ihn einmal die Woche mindestens, meistens haben wir beide ein Brett dabei und der ist vor seinen ganzen Fehlkäufen nicht nur einmal auf meinem Material gestanden. Gelernt hat er immernoch nichts.



Und jetzt erzähl mir nicht diese Modewelle bringt irgendwen dazu, umzudenken wie auf dem Skateplatz. Mir ist das vollkommen Latte wie da irgendwas gehypt wird, ich habe meine Quelle wo ich kaufe was ich BRAUCHE und da gehört eine signature achse nicht dazu weil sie eh nach paar tagen verkratzt ist...

ignaz
24.05.2011, 00:12
und so wie ich die entwicklung sehe ist es doch eher so das es solche leute wie randal gibt die scheiße produzieren, dann von paris den rang abgelaufen kriegen und wieder nachziehen und so weiter.


in meiner persönlichen hitliste der dümmsten beiträge aller zeiten ganz weit vorne(und wird von dem rest des beitrags gleich bestens unterstützt)

BobMiles
24.05.2011, 10:14
Und jetzt erzähl mir nicht diese Modewelle bringt irgendwen dazu, umzudenken wie auf dem Skateplatz.

Habe ich auch nicht vor.

Wintermute
24.05.2011, 10:44
aber ich hab bei subvert letztens auch miterlebt wie einer die magmas 10 euro teurer als auf der site gekauft hat .. aber ich denke mal die haben wie den überblick über die rabatte verloren .. sosnt finde ich zumindest das die preise dort alle so im uvp bereicht liegen. Also das einen alle läden abzocken kann ich nicht bestätigen.
Ja, vielleicht haben sie wirklich den Überblick verloren. Im Grunde ist es ja auch ein sympathischer Shop... Und ich kaufe schon in den Läden, die ich für Core Shops halte.

Und ich bin auch in keiner finanziellen Notlage. Es tut mir nicht weh, 10 Euro mehr für eine Rolle auszugeben. Aber ich möchte nicht erklärt bekommen, das man manche Sideset Rollen auch drehen kann, ich möchte nicht erklären müssen, warum ich nur eine Bennett will, und ich möchte nicht von oben herab gesagt bekommen, das Minis nicht Minis sondern Cruiser heißen. (Ernsthaft, wer will schon auf einem Brett cruisen, wo kaum Platz für die Füße bleibt? Anyway... Das betrifft jetzt nicht alles Subvert.)

Der Punkt ist, ich kann dieses "Support your local dealer" Gequatsche nicht mehr hören. Das habe ich schon einmal gemacht. Als münsteraner Junge Mitte der Achtziger. Da gabs diesen kleinen, sympathischen Skateshop am Bahnhof. Das Ende vom Lied kennen wir ja alle...


Ich finde es etwas übertrieben jetzt zu sagen das alles nur noch marketing-fixiert ist, und vorallem das man sagen könnte dass das wirklich schlecht ist. Ganz objektiv spricht doch nichts gegen diese signature-trucks, auch wenn sie mir persönlich nicht gefallen. Ich finde auch das man loaded nicht wirklich was vorwerfen kann, sie sind halt ne marke, und wer 20-50 euro mehr ausgeben will um eben diese marke zu haben soll das tun.
Neee... Sage ich ja gar nicht. Sicher sind nicht alle Markenjunkies und nur auf die Pose aus. Aber ich sehe durchaus die Gefahr, das sich eben nicht das beste am Markt durchsetzt, sondern das mit dem besten Marketing.

Wenn ich das richtig verstanden habe, verkaufen sich ABEC 11 Wheels inzwischen wieder etwas besser im Vergleich mit dem Orangatang Zeug... Seit es neue Team Fahrer gibt... Mmmhhmm... Merkwürdig, oder?

Man liest es doch überall... "XYZ fährt jetzt plötzlich ABEC 11! Sind die denn wirklich besser als die Orangatangs?"

Wenn das so weiter geht, dann wird man bald eine Menge Geld brauchen, um eine neue Marke zu etablieren und am Markt zu halten. Geld, das der Kunde eben mitbezahlt. Big Buisness eben.


Und solang dieses Familien-gefühl (jeder hilft jedem) unter den Leuten besteht, ist doch alles in Ordnung.
Das ist in der Tat meine größte Sorge...


Klar macht vielleicht der ein oder andere am Anfang den Fehler und kauft das Falsche zum falschen Preis. Er wird es beim nächsten mal besser machen.
Ist ja auch kein Drama. Mir ist ziemlich egal, was andere Leute so fahren.


[...]Also das ist wieder mal ein Thread, echt unglaublich...
Hast Du überhaupt gelesen und verstanden was ich geschrieben habe? Oder nur Zitate herausgesucht die Dir gerade in den Kram gepasst haben?


Wieviel Pathos man sich um sein Hobby konstruieren kann....
Du findest es also pathetisch, das mir der Rummel und der Kommerz auf den Sack gehen?

MissMojo
24.05.2011, 11:18
Ich finde longboarden ehrlich gesagt so toll, dass ich am liebsten alle Menschen davon überzeugen würde sich auf´s Brett zu stellen. Mehr Roll-Genossen für die Mojo! Ich will darüber reden, mich austauschen mit Leuten fahren - schön gechillt den Tag draussen verbringen - mehr Leute fände ich toll. Auch weil alle Longboarder die ich bisher kennenlernen durfte gut drauf sind, herrlich entspannt und unkompliziert. Das find ich super.

Was die Preise angeht - ich denke sollten es tatsächlich irgendwann mal so viele Leute machen dann nähern sich auch die Preise an amerikanisches Niveau an.

Das ist in anderen Sportarten bereits passiert und wenn ich mal drüben bin werde ich mir dort auch auf jeden Fall was kaufen! Ich finde es aber auch ok, wenn es hier teuerer ist, da die Shops ja nun auch keine 1 000 Decks der gleichen Sorte auf Lager haben. Und shipping ist nun mal im kleinen teuer.

Über den Tisch will ich mich auch nicht ziehen lassen, klar - aber mit Glück findet man ja in deutschen Shops die gleichen Sachen, kann also vergleichen. Wenn man jetzt leoparden griptape haben will dann hat man vllt das nachsehen und muss es für assig viel Geld kaufen aber so ist das halt wenn man unbedingt etwas haben will.

Ich find´s gut, dass viele Leute Bock drauf haben. Es ist nur schade wenn Leute 300 € ausgeben und das Brett dann cool da steht und nicht gefahren wird.

Pippi
24.05.2011, 11:18
Hast Du überhaupt gelesen und verstanden was ich geschrieben habe? Oder nur Zitate herausgesucht die Dir gerade in den Kram gepasst haben?

Ja, ich habe mehrfach gelesen, was du geschrieben hast und ich finde, meine Zitate fassen das sehr gut zusammen...:D

Wintermute
24.05.2011, 11:52
Carbonmassaker
Carbonmassaker ist so ein großartiges Wort!


Das nächste Brett für die Stadt wurde dann ein Bustin, weils in irgendwelchen ergoogelten lifestyleforen gehypt wurde. Sehe ihn einmal die Woche mindestens, meistens haben wir beide ein Brett dabei und der ist vor seinen ganzen Fehlkäufen nicht nur einmal auf meinem Material gestanden. Gelernt hat er immernoch nichts.
Bustin... Whatever. Ich habe keine Ahnung, wo plötzlich diese vielen neuen Marken herkommen. Geht man auf die Webseite von denen, sieht man unter anderem einen Edelstore in Manhatten... Noch Fragen?

Wir erinnern uns, das CBGB's musste zumachen, weil der Vermieter die Mieten auf 75.000 $ pro Monat erhöht hat... Manhatten halt.

Offenbar scheint da echt eine Menge Kohle drin zu stecken. Und wenn ich mir die Decks der Firma ansehe, dann frage ich mich, warum man so etwas kaufen sollte. Das Tail wedging ist genau falsch herum für fast alles...


Und jetzt erzähl mir nicht diese Modewelle bringt irgendwen dazu, umzudenken wie auf dem Skateplatz.
Das glaube ich auch nicht. Aber ich denke, es wird sich eine Parallelszene bilden... Und dann ist der Alle helfen Allen - Familiengedanke eben möglicherweise auch futsch.


Ich finde longboarden ehrlich gesagt so toll, dass ich am liebsten alle Menschen davon überzeugen würde sich auf´s Brett zu stellen. Mehr Roll-Genossen für die Mojo! Ich will darüber reden, mich austauschen mit Leuten fahren - schön gechillt den Tag draussen verbringen - mehr Leute fände ich toll. Auch weil alle Longboarder die ich bisher kennenlernen durfte gut drauf sind, herrlich entspannt und unkompliziert. Das find ich super.
Ok, ich sage es noch einmal ganz deutlich: Ich habe nichts gegen neue Longboarder. Ganz im Gegenteil.

Ich habe auch nichts dagegen, das man inzwischen überall Longboardzeug kaufen kann.

Mich nervt der Kommerzgedanke, mich nervt das aggressive Marketing einzelner Firmen, mich nerven steigende Preise, und mich nerven einige Skateshops.


Was die Preise angeht - ich denke sollten es tatsächlich irgendwann mal so viele Leute machen dann nähern sich auch die Preise an amerikanisches Niveau an.

Das ist in anderen Sportarten bereits passiert und wenn ich mal drüben bin werde ich mir dort auch auf jeden Fall was kaufen! Ich finde es aber auch ok, wenn es hier teuerer ist, da die Shops ja nun auch keine 1 000 Decks der gleichen Sorte auf Lager haben. Und shipping ist nun mal im kleinen teuer.
Ich vermute eher, das die Preise in den USA steigen werden. Und wenn Du glaubst, dass es eine Annäherung geben kann...

Ich sehe immer nur, das der Dollar 1:1 zu Euro umgerechnet wird. Egal, ob es um Computer, Kameras oder sonst was geht. Ich kann mir nicht vorstellen, das es irgendwann anders kommen wird.

Aber das ist ja auch klar. Import verursacht nun mal Kosten. Und auch da verdienen immer einige dran...

Schön, das die davon leben können... Nicht wahr? ;)


Ich find´s gut, dass viele Leute Bock drauf haben. Es ist nur schade wenn Leute 300 € ausgeben und das Brett dann cool da steht und nicht gefahren wird.
Ich finde es schade, das man, jenseits vom Leistungssport, überhaupt 300€ für ein Board ausgeben muss.. (Ich weiß, man muss das nicht... Aber Loaded und Konsorten suggerieren das, und viele Leute scheinen es zu glauben.)


Ja, ich habe mehrfach gelesen, was du geschrieben hast und ich finde, meine Zitate fassen das sehr gut zusammen...:D
Dann hast Du es wirklich nicht verstanden.

JointStrike
24.05.2011, 12:10
Die ganzen Kommerzdiskussion gabs doch schon vor 10 Jahren in der Skateboardszene. Wenn man mal einen Blick auf deren Szene wirft ist der Ausblick doch beruhigend. Wrgendwann schrumpft es sich wieder gesund. Die ganzen "Trendsportarten" halten Gott sei Dank nur 1-2 Sommer.
Die Preise sind in der Szene auch konstat geblieben. Seit Ewigkeiten gibt man für ein Board zwischen 150€ und 200€ aus. Klar sinken die Produktionskosten wegen Fernost, aber das wird sich natürlich eingesteckt.
Die Einzigen die unterm Longboard Hype wirklich leiden sind Anfänger die heiß auf skaten sind. Früher hab ich jeden mit Board angelabert und versucht zum Hausberg oder in die Eifel zu kriegen. Heute selektiere ich. Leute mit Flip, Flops ---->raus, Typen mit Globe Bretter ---> raus
Wären die Aachener schon vor 4 Jahren so selektiv gewesen, dann gäb es heute keine ISIS Trucks. Man darf gar nicht erzählen wie der Andreas damal unterwegs war.

MissMojo
24.05.2011, 12:22
@ Wintermute

Ich habe dich jetzt auch nicht als Gesellschafts-Hasser eingeordnet^^

Naja - was Du meinst mit den Preisen, muss man in Relation sehen. Ipads oder neuerdings sogar Taschenbücher sind in Amerika auch preiswerter. Alllerdings verdienen die Leute auch wiederrum weniger - und klar, wenn ein Markt bereits groß ist, dann gibt es natürlich ein breites Angebot und die Preise müssen konkurrenzfähig bleiben.

Und wenn nun kleine Shops und Co. so gehypet sind, dass sie das den Leuten hier anbieten möchten, dann wird es halt leider nicht billiger.

Das mit dem erwähnten 300 € Board - naja, ich habe ein Brett made in Germany und keine Orangatangs^^ und trotzdem über 250 € bezahlt. Ok, ich wollte auch unbedingt ein gedropptes haben was die Auswahl dann natürlich beschränkt hat, ansonten wäre es vielleicht auch preiswerter gegangen. Ich hatte aber keine Ahnung, also muss man ja irgendwo gucken und letztendlich habe ich für mein gedropptes, deutsches Brett weniger bezahlt als für vergleichbare Bretter. War trotzdem alles viel Geld. Umso ärgerlicher wenn ich es nicht nutzen würde.

Das wir teilweise eine 1:1 Umrechnung haben ist ja nichts neues, und leider ist das halt so. Ich könnte mir aber sehr wohl vorstellen, dass es in Zukunft ein besseres Angebot in Deutschland geben wird. Und da ist der Preis erstmal zweitranging, aus AMerika will ja auch keiner bestellen - siehe shipping costs ...

Ps: Das Preiswirrwarr geht übrigens im europäischen Vergleich ähnlich! Für Skandinavier wären unsere Preise ein Traum, für Ungarn womöglich ein Alptraum. Mhm ... ich suche jetzt mal nach ungarischen Shops^^

Tante Edit meint außerdem: Ich glaube nicht, dass es weniger Kollegialität und Zusammengehörigkeits-Gefühl geben wird. Ist doch beim Mountainbiken auch nicht passiert. Wildfremde Menschen können einfach zusammen stehen und stundenlang drüber reden und sich austauschen. Und das ist ja wohl auch mal so ein Trendsport Ding gewesen.

Decius
24.05.2011, 12:38
Auch wenn es sich schwer in Worte fassen lässt, verstehe ich glaube ich schon, was Dich umtreibt.
Ich habe vor über 20 Jahren angefangen durch die Welt zu trekken, so reines wandern und biwakieren.
Und gerade dieser Trekking-/Outdoormarkt hat ja auch eine gigantische Kommerzialisierung erlebt.
Es ist nichts schlimmes, dass jetzt jeder mit Wolfstatzenklamotten (nur ein Beispiel) durch die Gegend rennt.
Das was mich stört ist, dass zwar die Preise gleich geblieben sind, aber nun -gefühlt- etwa die Hälfte des Preises in Marketing und Werbung fliesst und bei Produktion/Material gespart wird. Markenhype rauf, Qualität runter.
Man muss diese Hypes ja nicht mitmachen. Und insofern kann man sich auf den Markt verlassen: wenn die Alternativen eng werden und die Nachfrage vorhanden ist, wird sich ein neuer Hersteller/Anbieter finden...

kkpwnd
24.05.2011, 12:40
Ich hab da anscheinend andere Erfahrungen gemacht, zumindest bei Heiko bekomme ich immer Toppreise, oft günstiger als in sämtlichen online Stores. Nebenbei ist die Beratung auch erste Sahne.
Dass die Szene kommerzieller wird, wenn immer mehr Leute nen Longboard kaufen, ist wohl klar. Ich finde das allerdings auch nicht nur negativ. Wer keine Lust hat, kann ja zumindest bis auf die Achsen immer noch von den weniger bekannten Marken kaufen oder sogar von lokalen Herstellern. Das diese nämlich teurer werden glaube ich nicht.

@JointStrike: Meinst du Flip Flops allgemein oder Leute mit Flip Flops und Board unterm Arm?^^ Falls du jemand mit nem zerkratzten Boomerang durch die Stadt laufen siehst, kannst ruhig anlabern, das werde wohl ich sein :D

@Wintermute: Wenn du immernoch aus der Masse der Longboarder heraus stechen willst, kauf dir die Spinner-Wheels (http://www.youtube.com/watch?v=QAgCNwefcXY), Top Teile, damit fällt man auf ;)

MissMojo
24.05.2011, 12:48
Wo Du gerade Heiko sagst, da möchte ich noch hinzufügen, dass es aktuell ja auch noch solche Geschichten gibt wie "Kugellager nicht vorrätig, ich hab Dir mal andere reingepackt für den gleichen Preis".

Find ich schon gut.

straylight
24.05.2011, 12:49
Die ganzen Kommerzdiskussion gabs doch schon vor 10 Jahren in der Skateboardszene.

Seit mindestens 25 Jahren... immer wieder ... und sie ist echt langweilig geworden.


Die Preise sind in der Szene auch konstant geblieben. Seit Ewigkeiten gibt man für ein Board zwischen 150€ und 200€ aus.

Nun ja, 1985 kosteten Pool-Completes DM400 bis DM500,- Dollarkurs IIRC $3,5/DM1 (Und das bei nem Taschengeld von DM50 pro Monat :( )


Klar sinken die Produktionskosten wegen Fernost, aber das wird sich natürlich eingesteckt.

Hmm... Ein gutes Screet-Complete kostet damals €200 und heute €200. Ein Liter Benzin damals €0,5 - heute €1,5. Eine teure Warmmiete war zu der Zeit DM15/qm heute €20/qm. Natürlich stecken die Zwischenhändler, Transporteure, Hersteller das Geld ein, welches an irgendwelchen Ecken (z.B. Produktion in China) eingespart wird. Leben wollen sie von ihrer Arbeit schliesslich auch noch.
Ich finde die Preise gehen heute ziemlich i.O.

Just my 2ct

langbrettlabor
24.05.2011, 12:50
Spinner-Wheels (http://www.youtube.com/watch?v=QAgCNwefcXY)

Jetzt wo Rainer mit ins Spiel gebracht wird bekommt das ganze eine neue Dimension :D Gerade er ist aber einer derjenigen, denen nur ums Geld geht. Wenn man sich anschaut, was der teilweise für nen Mist verramscht, wird einem ja fast übel. Der Vater der ConcaRve, the Godfather of pumping... the one and only Goldständer...

langbrettlabor
24.05.2011, 12:52
Wo Du gerade Heiko sagst, da möchte ich noch hinzufügen, dass es aktuell ja auch noch solche Geschichten gibt wie "Kugellager nicht vorrätig, ich hab Dir mal andere reingepackt für den gleichen Preis".

Find ich schon gut.

Das hast du aber bei allen Funsportläden, denen es wirklich um den Sport geht. Welche Optionen hätte er denn, bei denen er den Kunden nicht vergrault. Nicht viele...

JointStrike
24.05.2011, 12:52
Nun ja, 1985 kosteten Pool-Completes DM400 bis DM500,- Dollarkurs IIRC $3,5/DM1 (Und das bei nem Taschengeld von DM50 pro Monat :( )

Typ,
1985, da war ich noch flüssig. ich hab nur mal über den skateboard zeitraum gesprochen, den ich so überblicken kann. Das "deine Ewigkeit" und "meine Ewigkeit" unterschiedlich sind, da brauchen wir nicht drüber sprechen ;)

olgi
24.05.2011, 12:55
@Wintermute: Skate doch einfach und habe Spaß! Mehr ist es am Ende nicht. Diese ständigen Diskussionen, welches das beste Board, die beste Rolle etc ist, welche Firmen abzocken und welche Street credibility haben, sind lächerlich. Wir sind ein Haufen Mädels und Jungs auf langen Skateboards und wollen Spaß haben wie Kinder. Mehr nicht. Ein Satz Rollen geht nach drei Sessions runter. Scheisse, aber so ist es. Ja sie könnten 12€ kosten, tun sie aber nicht. Schade, aber wenn ich einmal drauf eingehe, muss ich einfach damit leben.
Deine Gedanken in Ehren, Du wirst bestenfalls in Deiner näheren Umgebung Kleinigkeiten ändern können. Alles andere bleibt sinnloses Gerede. Go out and fuckin´ skate man!

Bei einer guten Skate Crew ist es scheiss egal, ob Du ein 313, ein Loaded, ein What-the-fuck-ever Board skatest. Einer der Skater mit dem ich am Liebsten unterwegs bin, skatet konsequent seinen Dervish jeden Berg runter... Es bleibt Spaß mit Menschen, die man mag. Und ehrlich gesagt: dafür zahle ich GERNE!

Thema: Support your local shop. Ja, sehr gerne! Mein Local Shop hat mir den Spaß am Skaten überhaupt wieder ermöglicht und meinem Sohn, gemeinsam mit anderen "Sponsoren", die Möglichkeit eröffnet Rennen in Europa zu fahren, weil ein Teil des Materials for free kommt. Warum macht der Shop das? Weil er unglaublich viel daran verdient, wenn Lenny in irgendeinem DH Rennen gut abschneidet? Vielleicht ein Bisschen, aber der Beweggrund ist wie oben: Spaß, das Gefühl beim Skaten und gute Menschen. Daher; YES, I support my local shop (an dieser Stelle: Danke Vroni, Andi und Alex, ihr seid die besten).

Edit: Hekmati bringt es sehr gut auf den Punkt. Insbesondere seine Anregung selbst für Gutes und Änderungen zu sorgen, ist genau der Punkt.

HEKMATI
24.05.2011, 13:04
wer will hier was aendern?
mir scheint, hier wird allenfalls der blues gepflegt.

man koennte natuerlich mal einen parallelen thread aufmachen, wo positiv ueber gegenaktion geredet wird.
man koennte events organisieren, vereine gruenden, selber bauen, noobs antikommerziell beraten etc. pp. - wenn man koennte.
blues kann jeder.

straylight
24.05.2011, 13:06
Typ
Sehr freundlich ;)


1985, da war ich noch flüssig. ich hab nur mal über den skateboard zeitraum gesprochen, den ich so überblicken kann.
Und ich hab deinen Standpunkt nur von meinem Standpunkt aus etwas relativiert (bzw. ergänzt). So what?

./Tom

spacedog
24.05.2011, 13:09
Und wieder einmal fällt mir der gute alte Slogan der Oldschoolfirma Zorlac ein:
SHUT UP AND SKATE!

franzose
24.05.2011, 14:07
Sorry falls ich jetzt was schreibe was schon geschrieben wurde.
Aber ich hatte kein bock hunedachzigmo selbe zu lese.
Also ich guck, dass ich mein Kram so gut es geht nur aus der Börse herbekomme und guck, dass ich vorher echt weiß was ich mir hole. Leute die meinen sie sind Gott im Skate-Park weil sie Zero(oder was weiß ich was da so trendy is) fahren okay wenn sie anfangen es mir verbal an Kopf zuwerfen werf ich auch mal mein Deck =) ihnen gegen Körperteile. Und wer will mir erzählen, dass das Familiengefühl flöten geht?? Wer am Vulkan dabei war wird bestätigen, dass es eher ne XXXXL-Großfamilie war und fuck off ob da jemand sein Loaded, Bustin, O&H, GECCO, Landy oder sonst was fährt so lange man damit zufrieden ist und mit fahren kann. Ich hab auch mit Leuten die Gecco toll fanden darüber gerdet, nun ja sie mögens ich selber finds nich toll z.B. aber wir haben uns alle lieb. wie viele marken beim Boarden sind ernsthaft schwer überteuert? (abgesehen von loaded vielleicht). Abschliesend muss auch jeder selbst sehen was es ihm wert ist an Geld für seinen Kram aus zugeben.

Ist mein erster, einziger, und letzter beitrag in dem Fred =) hatte grade so ne Fette schreiblaune^^.

Wintermute
24.05.2011, 19:19
Die ganzen Kommerzdiskussion gabs doch schon vor 10 Jahren in der Skateboardszene. Wenn man mal einen Blick auf deren Szene wirft ist der Ausblick doch beruhigend. Wrgendwann schrumpft es sich wieder gesund. Die ganzen "Trendsportarten" halten Gott sei Dank nur 1-2 Sommer.
Ja... Ich weiß. Diesen Kommerzdiskus gibt es in vielen Szenen. Trotzdem gibt es auch positive Beispiele aus anderen Szenen, wo die kommerziellen Interessen in den Hintergrund treten, und ein guter Shop eher als Versorger gesehen wird...

Die Skatebaord Szene ist für mich aber ein gutes Negativbeispiel. Im Park kommt es natürlich auf die Skills an. Und man sieht ja immer wieder wirklich gute Fahrer. Aber das ganze Drumherum mit den Klamotten, dem Styling, der Pose... Und den Konzernen, die echt krasse Umsätze machen...


Die Einzigen die unterm Longboard Hype wirklich leiden sind Anfänger die heiß auf skaten sind. Früher hab ich jeden mit Board angelabert und versucht zum Hausberg oder in die Eifel zu kriegen. Heute selektiere ich. Leute mit Flip, Flops ---->raus, Typen mit Globe Bretter ---> raus
Ich hätte auch vielleicht besser Globe oder diesen ominösen Goldständer anstatt Loaded als Beispiel heranziehen sollen. Vermutlich hätte es dann mehr Zustimmung gegeben. Aber bei Loaded sagt der Name eigentlich schon alles...

Aber, wie Du selbst schon sagst... Wir haben bereits so etwas wie eine zerbrochene Familie vor uns. Und das ist einer der Aspekte der Kommerzialisierung, die mich am meisten abfucken.


Ich habe dich jetzt auch nicht als Gesellschafts-Hasser eingeordnet^^
Hehe...

Mal abgesehen davon, das in dieser Gesellschaft tatsächlich einiges schief läuft (Neuer Niedriglohnsektor, Steuer, Bildungs und Integrationspolitik, Ökologie, Lobbyismus... etc...), ist das hier sicher nicht der geeignete Ort, so etwas zu diskutieren. (Gerne bei einem Bier.)


Das mit dem erwähnten 300 € Board - naja, ich habe ein Brett made in Germany und keine Orangatangs^^ und trotzdem über 250 € bezahlt. Ok, ich wollte auch unbedingt ein gedropptes haben was die Auswahl dann natürlich beschränkt hat, ansonten wäre es vielleicht auch preiswerter gegangen. Ich hatte aber keine Ahnung, also muss man ja irgendwo gucken und letztendlich habe ich für mein gedropptes, deutsches Brett weniger bezahlt als für vergleichbare Bretter. War trotzdem alles viel Geld. Umso ärgerlicher wenn ich es nicht nutzen würde.
Wie schon gesagt, mir ist ziemlich egal, was andere Leute so fahren, und ich kann durchaus auch verstehen, wenn jemand 300 oder 400 Euro für einen Satz Trucks ausgibt. (Und sei es nur um des Experimentes willen)

Mein persönliches genervt sein richtet sich gegen dieses Marktinggesülze und gegen Die Leute, die versuchen möglichst viel Geld aus dem "Trendsport" Longboarden zu pressen.


Tante Edit meint außerdem: Ich glaube nicht, dass es weniger Kollegialität und Zusammengehörigkeits-Gefühl geben wird. Ist doch beim Mountainbiken auch nicht passiert. Wildfremde Menschen können einfach zusammen stehen und stundenlang drüber reden und sich austauschen. Und das ist ja wohl auch mal so ein Trendsport Ding gewesen.
Wie oben schon geschrieben... Ich glaube das sehr wohl. (Auch, wenn ich keine Ahnung vom Mountainbiking habe, und deswegen den Vergleich nicht ziehen kann.)


Auch wenn es sich schwer in Worte fassen lässt, verstehe ich glaube ich schon, was Dich umtreibt.
*seufz


Und gerade dieser Trekking-/Outdoormarkt hat ja auch eine gigantische Kommerzialisierung erlebt.
Es ist nichts schlimmes, dass jetzt jeder mit Wolfstatzenklamotten (nur ein Beispiel) durch die Gegend rennt.
Klar, es ist eine persönliche Freiheit. Aber ich empfinde es als sehr befremdlich, wenn man eben alle möglichen Leute in Surf oder bald vielleicht Longbardklamotten herumlaufen sieht, und sie noch nicht einmal einen Hauch von Ahnung haben, was sie da so tragen...


Man muss diese Hypes ja nicht mitmachen. Und insofern kann man sich auf den Markt verlassen: wenn die Alternativen eng werden und die Nachfrage vorhanden ist, wird sich ein neuer Hersteller/Anbieter finden...
Ja... Das hoffe ich auch.


Dass die Szene kommerzieller wird, wenn immer mehr Leute nen Longboard kaufen, ist wohl klar. Ich finde das allerdings auch nicht nur negativ.
Ich sehe ja auch durchaus Vorteile, wie zum Beispiel leichte Beschaffung von Parts.


@Wintermute: Wenn du immernoch aus der Masse der Longboarder heraus stechen willst, kauf dir die Spinner-Wheels (http://www.youtube.com/watch?v=QAgCNwefcXY), Top Teile, damit fällt man auf ;)
*Prust

Gott, ist das geil! Das ist der Shit! In Kombination mit dem Gangsterlean... Big Pimpin! ;)

Ich geh mal eben eine halbe Stunde nochmal meinen Kopf gegen die Wand schlagen...


Nun ja, 1985 kosteten Pool-Completes DM400 bis DM500,- Dollarkurs IIRC $3,5/DM1 (Und das bei nem Taschengeld von DM50 pro Monat :( )
Ich meine mich an 300 Mark erinnern zu können...


@Wintermute: Skate doch einfach und habe Spaß! Mehr ist es am Ende nicht. Diese ständigen Diskussionen, welches das beste Board, die beste Rolle etc ist, welche Firmen abzocken und welche Street credibility haben, sind lächerlich. Wir sind ein Haufen Mädels und Jungs auf langen Skateboards und wollen Spaß haben wie Kinder. Mehr nicht.
Keine Sorge, ich werde auch weiterhin rollen, und ich werde meine Einstellung nicht ändern. Warum sollte ich auch? Mich nervt dieser Kommerzmüll aber trotzdem.


Deine Gedanken in Ehren, Du wirst bestenfalls in Deiner näheren Umgebung Kleinigkeiten ändern können. Alles andere bleibt sinnloses Gerede. Go out and fuckin´ skate man!
Ich weiß. Nichts anderes tue ich. Und ja, ich verleihe Boards, und manchmal baue ich eins für einen Freund. Und natürlich ich werde auch weiterhin jedem, der sich auf so ein Brett wagt, freundlich begegnen. Aber ich denke auch, dass das Teil dieser Subkultur bleiben sollte.


Thema: Support your local shop. Ja, sehr gerne! Mein Local Shop hat mir den Spaß am Skaten überhaupt wieder ermöglicht und meinem Sohn, gemeinsam mit anderen "Sponsoren", die Möglichkeit eröffnet Rennen in Europa zu fahren, weil ein Teil des Materials for free kommt. Warum macht der Shop das? Weil er unglaublich viel daran verdient, wenn Lenny in irgendeinem DH Rennen gut abschneidet?
Siehst Du, genau das ist für mich eine sehr zweischneidige Sache. Denn für das Zeug, das Du umsonst bekommst, müssen dann eben andere doppelt zahlen.


wer will hier was aendern?
mir scheint, hier wird allenfalls der blues gepflegt.
Ja.. Wie oben schon geschrieben, vermutlich wäre das alles in der Meckerecke besser aufgehoben gewesen...

Vielleicht findet sich ja ein Mod, der den Thread da eingliedert... ;)


man koennte events organisieren, vereine gruenden, selber bauen, noobs antikommerziell beraten etc. pp. - wenn man koennte.
blues kann jeder.
Hey! Jeder spielt den Blues anders...

Und, wie gesagt, ich mag eure Boards, und ihr gehört auch auf jeden Fall zu den Firmen, denen ich den Erfolg gönne. Aber Du hast schon Recht. man könnte vermutlich noch mehr tun.

Ich finde zwar die Idee, einen Verein zu gründen anfänglich etwas befremdlich, aber bei genauerem Überlegen... Damit könnte man vielleicht wirklich etwas bewegen. Vielleicht kann man eine rechtliche Grundlage schaffen, um eigene Rollen und Trucks zu gießen.

Gott.. Ich mag die Idee.

Im Grunde könnte man dann über eine Einlage beim Eintreten in den Verein die anfänglichen Produktionskosten stemmen, und dann das ganze Zeug zum Selbstkostenpreis an die Mitglieder verteilen...


SHUT UP AND SKATE!
Hey! Cooler Avatar! Ich bin früher auch Slimeballs gefahren... Schön sich daran zu erinnern. :D


Also ich guck, dass ich mein Kram so gut es geht nur aus der Börse herbekomme und guck, dass ich vorher echt weiß was ich mir hole.
So ähnlich handhabe ich das auch.

Pippi
25.05.2011, 00:23
Dann hast Du es wirklich nicht verstanden.
Ja, das hab ich dann wohl nicht...:nocheck::thinking::razz:

xManuelx
25.05.2011, 00:25
mein kleiner gedanken senf noch dazu:

grad wo hier ein paar über marketing und klamotten und was weis ich reden. ich trage einige skateklamotten. ja sie sind schon teuer. aber ich hab auch die erfahrungen gemacht das die sachen dann auch mal gerne länger halten und ich länger spaß an dem kram hab. gerade bei skateschuhen kann ich das beobachten, ich kann mich noch an meine ersten circa's erinnern, meine fresse wenn ich die nochmal finden sollte werde ich die aber sowas von nochmal holen, kein verdammter schuh hat mir beim ersten mal so gut gepasst, da gabs kein einlatschen etc.

meine jetzigen vans ham ganz gut gehalten aber heut bin ich beim sliden vom grip seitlich abgerutscht und mir nen kleines loch reingerissen. so what? ich habs grad eben selbst geflickt, fällt garnich auf.

kommerz diskussionen gibts so ziemlich in jeder großen szene (vor allem in der hardcore szene). was da okay is und nich macht halt die szene für sich selbst klar. ich kenn einige die nike schuhe tragen obwohl mittlerweile eigentlich jeder weiß das da kinder hände dran gewesen warn. is scheiße aber bei manchen zählt halt der style mehr.

btw finds voll "lustig" das du davon redest das ganze mal bei nem bier zu diskutieren denn ich bin der meinung das gerade alkohol ein instrument ist um die massen ruhig zu halten. und gerade was feminismus angeht find ichs auch nich in ordnung alkohol zu trinken, wenn man überlegt was schon passiert ist weil manche besoffen warn und sich nich mehr unter kontrolle halten konnten. aber da kannste mal sehn, das sind halt mal wieder 2 ansichten. genauso is es halt mit dem ganzen kommerz kram, für manche is es noch DIY wo andre aber schon längst mainstream sehn...

Pippi
25.05.2011, 00:35
btw finds voll "lustig" das du davon redest das ganze mal bei nem bier zu diskutieren
Ja, vor allem Bier ist ja was völlig unkommerzielles. Das brauen irgendwelche netten Mönche in bayerischen Klöstern und schicken das zum Selbstkostenpreis in die ganze Welt. :D


gerade was feminismus angeht find ichs auch nich in ordnung alkohol zu trinken, wenn man überlegt was schon passiert ist weil manche besoffen warn und sich nich mehr unter kontrolle halten konnten
Was das mit Feminismus zu tun hat versteh ich nicht (wie so einiges hier im Thread :D) aber du bist also der Meinung, dass niemand mehr Alkohol trinken darf/sollte, weil irgendwelche Wich*** sich besoffen nicht unter Kontrolle haben?!

MAY0
25.05.2011, 01:46
gerade was feminismus angeht find ichs auch nich in ordnung alkohol zu trinken, wenn man überlegt was schon passiert ist weil manche besoffen warn und sich nich mehr unter kontrolle halten konnten.
das war das dümmste was ich diese woche bisher gelesen habe.

DustyMiller
25.05.2011, 03:50
und gerade was feminismus angeht find ichs auch nich in ordnung alkohol zu trinken, wenn man überlegt was schon passiert ist weil manche besoffen warn und sich nich mehr unter kontrolle halten konnten.
Ach geh doch n Leserbrief ans OX schreiben.

flowshi
25.05.2011, 06:16
Für mich sind Longboards nichts anderes als Skateboards. Klar viele werden hier nicht zustimmen, aber wenn ich halbwegs richtig informiert bin, waren Skateboards der Versuch, Surffeeling auf die Straße zu bringen, und ein Longboard kommt dem wohl schon sehr nahe.

Skateboarding hat in den letzten 30-40 Jahren viele Hochs und Tiefs erlebt. Ich selbst hab mein Erstes (mal von nem billigen Baumakrtboard abgesehn) 1995 in nem lokalen Skateshop gekauft. Zu ner Zeit als Streetskaten ziehmlich angesagt war. Ohne diesen Hype wäre ich nie dazu gekommen, und ja ich gebe es zu, anfangs habe ich es nur gemacht weils eben cool war. Letztendlich hatte ich aber 6-7 Jahre (die Zeit in der ich aktiv am Streetskaten war) echt viel Spass mit dem Brett, oft waren es die "einfachen Sachen", irgendwo im Flat nen Manual machen, oder nen kleinen Hügel runtercruisen/carven, den Asphalt unter den Füssen sprüren, ihr kennt sicher das Gefühl.

Versucht dem Hype etwas Gutes abzugewinnen, den so kommen Leute zum Skaten. Was die Kommerzialisierung betrifft, naja das hat auch sein Gutes, denn nur so können sich zb. Skateshops (ob nun vor Ort oder im Internet) behaupten. Manch einer erfülllt sich auch einen Traum und gründet eine eigene kleine Skatefirma auf, die letztendlich ob nun kommerziell ausgerichtet oder nicht ebenfalls vom "Hype" profitiert. Von Weiterentwicklungen fange ich gar nicht erst an.

Ansonsten, der Hype geht vorbei, wenn ihr den Loadedkrams nicht mögt, kauft ihn einfach nicht. Ich bin alt genug um nicht mehr jeden Trand mitmachen zu muessen, wenn die Kids bereit sind viel Geld für die Klamotten auszugeben, mir egal, ihr Ding (wobei ich Skateklamotten gar net so teuer finde, hab mich aber damit lange nicht beschäftig, früher hat ein T-Shirt 35 DM gekostet, und das war ganz ok für die doch recht gute Qualität).

xManuelx
25.05.2011, 06:43
das war das dümmste was ich diese woche bisher gelesen habe.

sry aber wenns dir nicht passt dann kannste das auch anders sagen. da muss man nich gleich jemand derart ans bein pissen...

ich hab für mich beschlossen nich mehr zu trinken aus den gründen die ich genannt habe. jeder redet davon als wäre es kein thema alkohol zu trinken aber die meisten vergessen das es wegen dieser droge die meisten drogen tote überhaupt gibt(da kann man koks,crack und heroin sogar zusammen zählen und man kommt auf ne weitaus geringere anzahl). alkohol macht auch um einiges körperlich abhängiger als morphine. einen junkie kannste in den keller einsperren, nach 2 woche kommt der körperlich clean raus, bei nem alkoholkranken sieht die sache anders aus, der verreckt. wenn man einmal alkoholkrank ist, bleibt man das ein leben lang, nicht ohne grund gibts die bezeichnung trockener alkoholiker.
so viele leute ham sich schon das hirn eingerannt weil sie besoffen warn, so viele ham andre krankenhausreif gekloppt und JA so viele ham frauen angemacht und vergewaltigt weil sie sich nicht mehr unter kontrolle hatten.
ich hab nix dagegen wenn leute spaß haben wollen und risiken eingehen wollen, das macht ja longboarden ja auch aus. aber ohne andre damit reinzuziehn...
wenn du meinst das du das risiko auf dich nehmen willst alkohol zu trinken und dann durch schlechte umstände selbst irgendwann zum alki wirst dann is das deine entscheidung und dein leben! und sag jetzt nich dass das dir nie passieren würde, denn das haben die tausende von alkohol tote jedes jahr auch gesagt...

Schrothie
25.05.2011, 08:26
Freu mich schon auf heut abend, wenn ich hier wieder rein schaue. Mal sehn wohin es dann abdrifftet ist ;-)

Kleiner Gedanke zur Preisdisskussion:

Ich vergleich das Longboarden für mich immer mit dem Snowboarden. 10 Tage Frankreich mit Skipass und allem Drum und Dran (einschl. BIER!) ca. 800,-/ brauchbares Board + Bindung ca. 500-800,-/ Klamotten einschl. Schuhe, Handschuhe und Helm min. 600,-.
Allein für den Urlaub, könnten man sich im Jahr zwei - drei gute Komplettlongboards leisten. Dazu kommt, dass man fast immer fahren kann. Also für mich gerechnet find ich das alles zwar nicht billig aber preiwert, im Verhältnis Anschaffung/ Nutzen (Spassfaktor).

Bei Snowboarden war die Entwicklung doch ähnlich. Als ich vor 20 Jahren angefangen habe, war man schon noch der "coole" Exot. Heute fährt jeder Dritte. Na und! Ich find es für mich immer noch saugeil! Macht mir gar nichts!

Schrothie

MarshallVH
25.05.2011, 08:39
BITTE!!!!!! BITTEEEEEEEE!!!!!

Es geht in diesem Topic nicht ums Saufen, nicht um Feminismus, nicht um Vergewaltigungen sondern um den Zustand und die angebliche Kommerzialisierung der Longboardszene.
Bleibt bitte dabei. Ich hab langsam echt genug davon ständig Themen zu öffnen, weil mich das Thema interessiert und mir dann die neuen Beiträge herauszupicken, die sich auch aufs Topic beziehen während andere ne eigenstädnige Diskussion zwischendrin führen.

Es gibt hier eine Funktion "Neuen Beitrag erstllen" ... Bitte nutzen!!!!

spacedog
25.05.2011, 09:01
Wobei ich eine Wendung zum Thema "Feministische Alkoholikerinnen in der Longboardszene – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft" durchaus interessant fände.

UndercoverNerd
25.05.2011, 09:05
Was ich ganz interesant finde ist der Punkt von franszose, der schreibt dass es bei nem Longboarder-Treffen scheiss egal ist wer welches Board fährt, hauptsache man hat Spaß zusammen...

Find ich super, logisch, ABER

Warum läuft hier im Forum das genaue Gegenteil ab? Warum wird hier jeder der sich bspw. Loaded kauft als blöd hingestellt? Warum gibts hier konstant Hetze gegen div. Marken und die Leute, die diese Boards fahren..Eine bestimmte Person hat in nem anderen Threat mal sowas geschrieben wie: "Die meisten Leute die Loaded fahren, können nix".

Ich find das gerade so dermaßen widersprüchlich...Das befürwortet eine meiner Ahnungen, die ich in letzter Zeit immer öfter hatte:

Diese ganze Hetze gegen div. Brands hat sich so dermaßen hochgeschauckelt, dass viele Member hier sich mit weiterer Hetze etablieren wollen...

Getreu dem Motto: Wer n`richtiger Lonboarder ist, fährt kein Loaded sondern Airflow (nur ein Beispiel)

Das Splittet leider Gottes die "Szene" (mir fällt gerade kein besseres WOrt ein) und ist mMn daher 1000000000-mal schlimmer als Kommerzialisierung

PS: Wenn ich genauer drüber nachdenke, ist wahrscheinlich gerade die Kommerzialisierung sogar der grund für diesen Split...Sehr komplexes Thema...

Matjessurfer
25.05.2011, 09:13
@wintemute:

Vorab erst einmal ein großes Lob, dass Du auf die Antworten eingehst. Ebenso respektiere ich Deine Einstellung zum Thema Kommerz.

Ich persönlich betrachte das Ganze relaxt. Niemand zwingt mich irgendetwas zu kaufen. Werbung und Marketing allgemein suggerieren einen Bedarf. Nun ist es eine Frage meiner persönlichen Intelligenz, wie ich damit umgehe. Ich sehe einen Lobo-Spot von XY, dann habe ich die Möglichkeit, mich über dieses Produkt genau zu informieren, Rezessionen einzuholen und es eventuell sogar in einem Shop persönlich zu testen. Erst dann fälle ich meine Entscheidung, ein Produkt zu kaufen oder eben nicht.
Ich finde diese Möglichkeit einer breiteren Auswahl und Information top, denn es erweitert meinen Horizont. Früher (genau in den 80érn) musstest Du Dich nämlich darauf verlassen, was der Local Dir erzählt hat und der angesagteste Macker (80ér Ausdruck:-)) für cool befand.
Heute in gleicher Situation muss ich so etwas nicht mehr hin nehmen, sondern kann mir ohne viel Aufwand ein eigenes Bild machen. Darüber hinaus, bekomme ich sogar für lau sämtliche Informationen zum Selbstbau und damit zur Selbstverwirklichung.

Alles eine Frage der Sichtweise.

olgi
25.05.2011, 09:55
Siehst Du, genau das ist für mich eine sehr zweischneidige Sache. Denn für das Zeug, das Du umsonst bekommst, müssen dann eben andere doppelt zahlen.




Stichwort ALBV, Zeltlager, 55€ für 4 Tage DH Freeride. Das organisiert unser Verein.
Stichwort Sponsoring: Lenny (13) tut viel für den Sport, ohne über den bösen Kapitalismus zu nölen. Am Ende machen es Leute wie Kevin Reimer, Patrick Switzer, James Kelly etc möglich, das sich Longboarden weiterentwickelt.

Das Ganze klingt für mich nach 68, früher war alles besser und die Amis sind schuld. Muss ich nicht verstehen...

Edit: Jetzt erst habe ich "Subkultur" in Deinem Post gelesen. Jetzt ist mir alles klar... Keepin´ it real, stay underground, wir sind anders etc

Ich muss mich nicht partout als besonders oder als Teil einer Subkultur sehen, damit ich das Ganze (oder gar mich) toll finde.

MissMojo
25.05.2011, 10:40
Ich möchte noch mal darauf hinweisen, dass die Kommerzialisierung in erster Linie ja bei uns stattfindet. Da ich im Herbst nach Kanada fliege habe ich mir dort ein paar Shops angeguckt und war so von den Preisen überrascht... ne, umgehauen! Um bei Loaded zu bleiben - ein Dervish, complete - 220 €. BäM.

Es ist mir egal wie es heisst solange es sich gut anfühlt, ich stell mich dort vor Ort sicher auch gerne auf andere Bretter und kaufe einfach das was sich geil anfühlt und in mir gleich den Wunsch weckt es zu adoptieren, ganz einfach :)

Wisst ihr was ich ernsthaft glaube, Männer machen aus dem Markenwahn ein viel größeres Ding als Frauen. Bei Frauen geht es meist um Masse - die geben halt 150 € an einem Samstag in nem H&M aus, haben dafür aber eine Woche lang jeden Tag ein neues Outfit an. Die Kerle stylen in nen Titus (nein, natürlich nicht alle) und kaufen was da hängt für teuer Geld.

Und es ist nun mal so, dass gekauft wird was promotet wird. Das ist bei Brettern nicht anders. Hier geht es darum Gefühle zu verkaufen die durch Videos und Style zB hervorgerufen werden. Es kann mir ja keiner erzählen, dass ein fettes Video euch nicht den Puls höher schlagen lässt - und dann guckt man mal was der Shop, oder das Label denn sonst noch an Videos gemacht hat und ZACK - Marken-Sympathie. Das ist doch total normal.

Man findet ja auch Dove Duschgels geiler weil da keine Hungerhacken in der Werbung rumlaufen und Ricola weil diese komischen Skandinavier irgendwie putzig sind.

Am Ende kommmt es auf das eigene Gefühl an.

Haben wir nicht alle die Kinder gekannt die alles hatten? Und wir haben sie gehasst, und trotzdem hätten wir auch gerne den ganzen coolen Kram gehabt. Und ganz im Ernst, seit ich mein eigenes Geld verdiene genieße ich es sehr, nicht immer das billigste suchen zu müssen sondern mir das zu kaufen was mir gefällt.

Man darf nicht vergessen, dass es auch eine Art Sport ist. Da sollte man nicht seine besten Sachen tragen ;) Und erfahrungsgemäß fährt es sich in Shorts und T-Shirt am besten, nicht in Blüschen und Skinny - was alleine schon dazu führt, dass ich mir sowas neu kaufen muss. Hab aber ehrlich gesagt wenig Bock 70 Euro für ne Hose auszugeben die ich vielleicht kaputt mache wenn ich auf den Arsch falle!

Und zum Thema allgemeine Coolness - die ist mir egal. Ich fahr nen Mädchenbrett, bin nen no skiller und hab Angst vor so gut wie allem. So what? Alle rollenden Menschen die mir bisher ernsthaft begegnet sind haben sich nen Scheiss darum gekümmert was ich anhabe oder womit ich fahre. Mal abgesehen von Titus Verkäufern. Aber das darf man nicht ernst nehmen. Ich weiss, das fällt manchmal schwer aber meine Güte - konzentriert euch auf den FAhrtwind.

Cool ist wer´s nicht versucht zu sein. Ob mit oder ohne Bier - drauf geschissen, mit Leuten zu rollen denen es Spass macht ist einfach toll und ich scheiss auf die Rosen in Nachbar´s Garten.

MarshallVH
25.05.2011, 13:07
Ricola weil diese komischen Skandinavier irgendwie putzig sind.
Wer hat's erfunden? :D

so, und jetzt hau ich mich selbst für Off-Topic. Aber ich konnte nicht anders

Honkydude
25.05.2011, 18:56
Hmmm, es ist doch nicht verwunderlich dass in der großen weiten Welt viele etwas vom Kuchen abhaben wollen. So funkioniert es heute. Jedoch ist es auch so, dass Wettbewerb die Entwicklung antreibt. Das heisst: Gäbe es nur kleine Skateboard Firmen die alle aufs Geld scheissen würden, würden wir alle (wen es denn überhaupt so viele wären) noch mit diesen kleinen Fiberglasboards mit Stars&Stripesaufdruck aus den 80ern rumfahren. Geld belebt das geschäft und Wettbewerb treibt die Entwicklung an!

Ich bin eigentlich jemand den man Gesellschaftshasser nennen würde, dennoch erlaube ich mir auch solche Gedanken!

Ich fahre mittlerweile auch ein Loaded (oh Graus). Aber nicht weil ich die Marke so toll finde, ganz bestimmt nicht. Sondern weil es nach dem Ausprobieren von ca.50 Decks jenes war, welches sich echt klasse unter den Füßen anfühlte. Da hat alles gepasst, ferddisch!
Mir sind marken sowas von scheissegal. Wenn eine Firma gute Boards anbietet ist das doch OK. Und vielleicht begründet sich der Erfolg der ewig gebashten Marke darin, dass sie echt gute decks pressen.

In meiner Heimatstadt sind ein paar Jungs unterwegs die eine Boardpresse haben und mittlerweile ihre eigenen Longboards vetreiben. Tolle Sache denkt man sich, für 70€ macht man da wohl nix falsch. Falsch gedacht, diese Boards sind so schlecht gepresst und sehen nach einem tag shredden aus wie mein Loaded nach drei Monaten. Ernsthaft!! Und Experimente mit verschiedenen Materialien kosten eine Firma Geld. Wobei wir dann schon wieder bei meinem ersten Punkt sind. Wettbewerb gleich Entwicklung. Entwicklung kostet Geld.

Als LBL noch klein war wollte ich diese Firma untrestützen (habe eig. ein Fable für Underdogs), das Ende vom Lied war, dass die Achslöcher des Decks das ich mir kaufte so dermaßen schepp gebohrt waren, dass die Achsen nicht mehr anzubringen waren. Glaubt ihr dass ich einer Firma mit solch schlechter Endkontrolle noch einen Cent in den Hintern stopfe?

Also was soll das alles? Die Wirtschaft schafft neues, oder warum glaubt ihr fahren wir Longboard? Als ich anfing zu skaten in den 80ern gab es das noch nicht.
Es ist immer eine zweischneidige Sache.
Und man kann vieles Boykottieren. Wer sich signature Sachen kauft soll es tun, wem schadet es? Auch wenn ich es nicht für gut heisse was da so abgeht, ändern wird man es nicht mehr.
Druff geschisse, jetzt gehe ich skaten und hab ne gute Zeit...Ihr hoffentlich auch auf euren Decks und Achsen wie immer sie auch heissen...

Manimal
26.05.2011, 13:13
Komme jetzt gerade endlich mal dazu zu antworten.

Pathos will meinen: Du hast ja anscheinend ganz genaue Vorstellungen davon, wie die Langbrettszene auszusehen hat.

Ich versteh nicht, warum du Angst hast mit Flip-Floppenden Boardträgern verwechselt zu werden.
Die Hypewelle kommt und geht.
Und wenn dabei Unrat angeschwemmt wird, spült sie den auch wieder mit fort und der harte Kern (dem will ich mich jetzt auch nicht zuordnen) bleibt.

Wintermute
26.05.2011, 16:14
grad wo hier ein paar über marketing und klamotten und was weis ich reden. ich trage einige skateklamotten. ja sie sind schon teuer. aber ich hab auch die erfahrungen gemacht das die sachen dann auch mal gerne länger halten und ich länger spaß an dem kram hab.
Puhh... Ich bin nicht davon überzeugt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das T-Shirts die in den selben indischen Sweatshops hergestellt werden wie alle anderen T-Shirts auch, länger halten, nur weil vorne ein Logo drauf ist. (Abgesehen davon, das ich ungerne Werbelitfaßsäule für irgendwelche Marken bin.)

Und was Schuhe angeht, ja, ich trage Vans, und bin nicht wirklich stolz darauf. Das sind aber eine der wenigen skatebaren Schuhe, die man (zumindest importiert) in Größe 15 bekommt, und die dann auch nicht mehr als 30 Euro kosten... Aber so richtig lange halten die nicht. Nach einem halben Jahr ist bei mir üblicherweise die Sohle durch.


kommerz diskussionen gibts so ziemlich in jeder großen szene (vor allem in der hardcore szene). was da okay is und nich macht halt die szene für sich selbst klar.
Ja... Das ist eben mit ein Grund, warum ich diesen Thread gestartet habe. Denn wir sollten das nicht eine andere Szene entscheiden lassen, sondern uns selbst darum kümmern. Was ist denn noch okäi? Wo würdet Ihr die Grenze sehen?


und gerade was feminismus angeht find ichs auch nich in ordnung alkohol zu trinken, wenn man überlegt was schon passiert ist weil manche besoffen warn und sich nich mehr unter kontrolle halten konnten. aber da kannste mal sehn, das sind halt mal wieder 2 ansichten.
Glaubst Du wirklich, das Alkohol die kausale Ursache für Idioten, die ihre Frauen schlagen, ist? Wenn ja, worauf stützt Du Deine These? Abgesehen davon würde ich in dem Zusammenhang gerne zwischen Feminismus und der Emanzipationsbewegung bzw. Sex-positivem Feminismus differenzieren. Ungeachtet dessen, was sie bereits erreicht hat, habe ich persönlich so meine Probleme mit Frau Schwarzer... (Und damit meine ich unter anderem ihre Rolle als Prozessbeobachterin bei dem Kachelmann Schauprozess für die Springerpresse, und die von ihr wiederholt ausgesprochenen Diskriminierungen gegenüber Leuten, die ihre Sexualität anders ausleben möchten... etc..)


Versucht dem Hype etwas Gutes abzugewinnen, den so kommen Leute zum Skaten. Was die Kommerzialisierung betrifft, naja das hat auch sein Gutes, denn nur so können sich zb. Skateshops (ob nun vor Ort oder im Internet) behaupten. Manch einer erfülllt sich auch einen Traum und gründet eine eigene kleine Skatefirma auf, die letztendlich ob nun kommerziell ausgerichtet oder nicht ebenfalls vom "Hype" profitiert. Von Weiterentwicklungen fange ich gar nicht erst an.
Ja.. Ich hab ja schon gesagt, dass ich gewisse Aspekte durchaus zu schätzen weiß. Aber das aggressive Marketing bestimmter Firmen gehört sicher nicht dazu.


wobei ich Skateklamotten gar net so teuer finde, hab mich aber damit lange nicht beschäftig, früher hat ein T-Shirt 35 DM gekostet, und das war ganz ok für die doch recht gute Qualität
Und heute zahlt man den gleichen Betrag in Euro. Für ein paar Euro mehr macht mir mein Schneider ein gutes Oberhemd.


alkohol macht auch um einiges körperlich abhängiger als morphine. einen junkie kannste in den keller einsperren, nach 2 woche kommt der körperlich clean raus, bei nem alkoholkranken sieht die sache anders aus, der verreckt. wenn man einmal alkoholkrank ist, bleibt man das ein leben lang, nicht ohne grund gibts die bezeichnung trockener alkoholiker.
Genau, man muss die ganzen Fixer einfach nur für 2 Wochen in den Keller sperren, und dann ist alles schick. *seufz

Entschuldige meinen Sarkasmus, aber mein Patenonkel ist wegen Herzversagen infolge von Heroinmissbrauch gestorben. Und, wenn ich mich richtig an meine Vorlesung in klinischer Psychologie erinnere, wird die stoffliche Abhängigkeiten anhand von der statistischen Rückfallwahrscheinlichkeit in drei verschiedene Kategorien eingeteilt. (Nachzulesen in dem großartigen Lehrbuch von Comer) Und Morphine, Crack und Nikotin sind die Stoffe, die die schlimmsten Abhängigkeiten auslösen. (Das nur nebenbei bemerkt, und ohne Alkohol verharmlosen zu wollen.)


so viele leute ham sich schon das hirn eingerannt weil sie besoffen warn, so viele ham andre krankenhausreif gekloppt und JA so viele ham frauen angemacht und vergewaltigt weil sie sich nicht mehr unter kontrolle hatten.
Wie schon gesagt, ich sehe da keinen einfachen kausalen Zusammenhang. Sozialisation, berufliche Situation und ein Haufen anderer Faktoren wie Persönlichkeitsstrukturen kommen in meinen Augen eher als Ursache für so ein Verhalten in Frage. (Sowohl für Suchtprobleme, als auch für Gewalt in der Familie.)


ich hab nix dagegen wenn leute spaß haben wollen und risiken eingehen wollen, das macht ja longboarden ja auch aus. aber ohne andre damit reinzuziehn...
Tatsächlich? Eine alte Lehrerin von mir ist ist in den frühen Neunzigern von einem Skateboarder angefahren worden...


Das Splittet leider Gottes die "Szene" (mir fällt gerade kein besseres WOrt ein) und ist mMn daher 1000000000-mal schlimmer als Kommerzialisierung
[...]
PS: Wenn ich genauer drüber nachdenke, ist wahrscheinlich gerade die Kommerzialisierung sogar der grund für diesen Split...Sehr komplexes Thema...
So ähnlich sehe ich das auch.


Vorab erst einmal ein großes Lob, dass Du auf die Antworten eingehst. Ebenso respektiere ich Deine Einstellung zum Thema Kommerz.
Danke. Wenn man schon eine Kontroverse anstößt, sollte man sich auch daran beteiligen. (Sonst wäre es ja auch nur der halbe Spaß.)


Ich persönlich betrachte das Ganze relaxt. Niemand zwingt mich irgendetwas zu kaufen. Werbung und Marketing allgemein suggerieren einen Bedarf. Nun ist es eine Frage meiner persönlichen Intelligenz, wie ich damit umgehe.
Hehe.. Das ist böse. :D

Dieses ganze Werbegedöns ist aber in der Tat eine Sache, die mir echt auf die Nerven geht. Ich lebe als harter Robinson. (Sprich, ich bin in alle Robinson Listen eingetragen, filtere Internet und Fernsehen automatisch, und lese möglichst keine Publikationen, in denen auch nur eine Seite Werbung auftaucht.) Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich so sensibel auf den Marken- und Marketingterror reagiere.

Nur am Rande: Es gibt ein ganz cooles Kunstprojekt, wo der Künstler mit Hilfe von Augmented Reality alle öffentlichen Werbeflächen rot einfärbt. Bin gerade zu faul zum Googlen, aber das hat mich sehr an Shepard Fairey mit seiner OBEY Kampagne erinnert...


Ich finde diese Möglichkeit einer breiteren Auswahl und Information top, denn es erweitert meinen Horizont. Früher (genau in den 80érn) musstest Du Dich nämlich darauf verlassen, was der Local Dir erzählt hat und der angesagteste Macker (80ér Ausdruck:-)) für cool befand.
Heute in gleicher Situation muss ich so etwas nicht mehr hin nehmen, sondern kann mir ohne viel Aufwand ein eigenes Bild machen. Darüber hinaus, bekomme ich sogar für lau sämtliche Informationen zum Selbstbau und damit zur Selbstverwirklichung.
Klar, natürlich bestehen heute viel mehr Möglichkeiten, sich eine zweite Meinung einzuholen, oder mal was probezufahren...


Edit: Jetzt erst habe ich "Subkultur" in Deinem Post gelesen. Jetzt ist mir alles klar... Keepin´ it real, stay underground, wir sind anders etc
*lach

Neee.. Das war nicht wertend gemeint. Ersetze es von mir aus mit dem Begriff 'Szene'.


Ich möchte noch mal darauf hinweisen, dass die Kommerzialisierung in erster Linie ja bei uns stattfindet. Da ich im Herbst nach Kanada fliege habe ich mir dort ein paar Shops angeguckt und war so von den Preisen überrascht... ne, umgehauen! Um bei Loaded zu bleiben - ein Dervish, complete - 220 €. BäM.
Ich habe keine Anung, was ein Loaded Complete hier kostet. Aber Du darfst halt nicht vergessen, das Import immer irrsinnige Summen verschlingt. Rechne doch mal das Loaded... Versand, wird, wenn man es billig macht, so um die 50 € kosten. Das macht einen Wahrenwert von 270 €. Dann kommt noch der Zoll (Keine Ahnung, um 4%?) und die Einfuhrumsatzsteuer (19%). Also insgesamt ungefähr 335 € - Mit anderen Worten: Der Import hätte 115 € gekostet.

Billiger wird es nur, wenn man größere Mengen abnimmt, da der Versandkostenanteil nicht linear steigt.

Ärgerlich ist die ganze Sache nur, wenn beispielsweise Trucks in China gefertigt werden, und dann erst mal nach Amerika exportiert werden. So verdoppeln sich dann die Importkosten...


Wisst ihr was ich ernsthaft glaube, Männer machen aus dem Markenwahn ein viel größeres Ding als Frauen. Bei Frauen geht es meist um Masse - die geben halt 150 € an einem Samstag in nem H&M aus, haben dafür aber eine Woche lang jeden Tag ein neues Outfit an. Die Kerle stylen in nen Titus (nein, natürlich nicht alle) und kaufen was da hängt für teuer Geld.
Ich halte das für durchaus plausibel. Das hängt mit einem stärker ausgeprägten Statusdenken zusammen... Fällt aber eher in den Bereich Gender Studies...


Und es ist nun mal so, dass gekauft wird was promotet wird. Das ist bei Brettern nicht anders. Hier geht es darum Gefühle zu verkaufen die durch Videos und Style zB hervorgerufen werden. Es kann mir ja keiner erzählen, dass ein fettes Video euch nicht den Puls höher schlagen lässt - und dann guckt man mal was der Shop, oder das Label denn sonst noch an Videos gemacht hat und ZACK - Marken-Sympathie. Das ist doch total normal.
Nur darf man sich dann nicht wundern, wenn das 'sympathische' Zeug mehr kostet... Das hübsche Video wird mitbezahlt. Das Problem ist, das eben die Marken, die massiv Marketing machen, eben auch am meisten Umsatz bringen. Ich habe da schon die Sorge, das andere, weniger reiche Boardbauer untergehen, oder eben auch gezwungen sind, nachzuziehen. Und das führt dann natürlich zu steigenden Preisen.


Man findet ja auch Dove Duschgels geiler weil da keine Hungerhacken in der Werbung rumlaufen und Ricola weil diese komischen Skandinavier irgendwie putzig sind.
WTF?


Und zum Thema allgemeine Coolness - die ist mir egal. Ich fahr nen Mädchenbrett, bin nen no skiller und hab Angst vor so gut wie allem. So what? Alle rollenden Menschen die mir bisher ernsthaft begegnet sind haben sich nen Scheiss darum gekümmert was ich anhabe oder womit ich fahre. Mal abgesehen von Titus Verkäufern.
Titus Verkäufer? Das sind doch die, die uns am liebsten eine große (60mm), weiche (96a) Rolle verkaufen möchten... Anyway, ich sehe eben auch diese Teilung in der Szene. Die Frage ist halt, ob wir das wirklich wollen. Kooks erst mal ignorieren? Wie geht das dann weiter? Locals only?


Hmmm, es ist doch nicht verwunderlich dass in der großen weiten Welt viele etwas vom Kuchen abhaben wollen. So funkioniert es heute. Jedoch ist es auch so, dass Wettbewerb die Entwicklung antreibt. Das heisst: Gäbe es nur kleine Skateboard Firmen die alle aufs Geld scheissen würden, würden wir alle (wen es denn überhaupt so viele wären) noch mit diesen kleinen Fiberglasboards mit Stars&Stripesaufdruck aus den 80ern rumfahren. Geld belebt das geschäft und Wettbewerb treibt die Entwicklung an!
Was waren denn die großen Innovationen der letzten fünf Jahre? Sphärische Kugellager im Bushing Seat? Kann das alles gewesen sein?

Ich glaube, das Innovationen, Ideen und Konzepte einfach so geboren werden. Eine Idee lässt sich nicht verhindern. Die kommt einfach.


Ich bin eigentlich jemand den man Gesellschaftshasser nennen würde, dennoch erlaube ich mir auch solche Gedanken!
Hehe... Misanthropen rocken. ;)


Ich fahre mittlerweile auch ein Loaded (oh Graus). Aber nicht weil ich die Marke so toll finde, ganz bestimmt nicht. Sondern weil es nach dem Ausprobieren von ca.50 Decks jenes war, welches sich echt klasse unter den Füßen anfühlte. Da hat alles gepasst, ferddisch!
Mir sind marken sowas von scheissegal. Wenn eine Firma gute Boards anbietet ist das doch OK. Und vielleicht begründet sich der Erfolg der ewig gebashten Marke darin, dass sie echt gute decks pressen.
Kein Drama. Ich habe nichts gegen die Decks der Firma. Ich mag nur die Firma nicht... (Nicht falsch verstehen.)


Also was soll das alles? Die Wirtschaft schafft neues, oder warum glaubt ihr fahren wir Longboard? Als ich anfing zu skaten in den 80ern gab es das noch nicht.
Es ist immer eine zweischneidige Sache.
Und man kann vieles Boykottieren. Wer sich signature Sachen kauft soll es tun, wem schadet es? Auch wenn ich es nicht für gut heisse was da so abgeht, ändern wird man es nicht mehr.
Wie gesagt, ich halte die großen Firmen für wenig innovativ. Und seit Landyachtz habe ich bei den Decks nichts neues oder spannendes mehr gesehen. Bei den Trucks ist das ganz ähnlich. Das ganze Precision Zeug kommt von eher kleinen Firmen mit schrottigen Videos...

Matjessurfer
26.05.2011, 18:40
@wintermute:

Ich weiß, ich bin böse, Danke für das Kompliment. Dir hat ja auch ein Werbemensch geantwortet, der jahrelang sein Geld damit verdiente.
Und weisst Du was? Du bist das beste Beispiel, warum Werbung funktioniert. Durch den ganzen Müll, der Dir täglich suggeriert wurde, hat sich bei Dir ein Bedarf geweckt: "Ich will die Kacke nicht hören, nicht lesen, mich nicht damit beschäftigen, ich will anders sein." Somit bist Du für alle Anbieter zu einer Zielgruppe geworden. Warum tragen Nazis braun? Warum Linke schwarz? Sie machen genau das Gegenteil von dem, was die Masse macht. Bilden aber gleichzeitig einen eigenen "Style", der Bedarf hat und mit dem auch viele viele Geld verdienen. Warum biete ich eine Zeitung auf dem Markt an ohne Werbung? Weil ich auf das Gegenteil der breiten Masse setze. Das ist nicht freimütig oder alternativ, sondern kalkuliert. Du versuchst zu polarisieren, das ist eine Form von Eigenmarketing sprich Werbung.
Früher war es die Keule und das auf die Brust geklopfe (Steinzeitalter und die eigene Brust).
Heute der Signature Truck, das Bio Hühnchen, Nordic Walking, Kiten, jeder nach seinem Gusto. Unter meinem Avatar steht, wo ich lebe. Hier siehst Du jeden Tag, wie verspoilt dieser ganze Hype um alles macht. Aber glaube mir eins, die Leute wollen es so. Und die Toten Hosen fahren auch lieber Porsche.....Cool bleiben, Dein eigenes Ding machen und nicht so sehr den Kopf über den allgemeinen Herdentrieb machen. Abschalten kann man übrigens gut beim Longboard fahren. Das mit dem Bier würde ich gerne mal annehmen, wenn Du zufällig die Hölle des Kommerz besuchen möchtest.

Honkydude
26.05.2011, 18:53
@wintermute

Du hast in deinem letzten Statement absolut recht. Dennoch glaube ich dass man solche Entwicklungen eher über Jahrzehnte nachvollziehen kann, da sie sich in sehr kleinen Schritten voranbewegt. Ich kann mich noch gut an das Vision "Doubletail" anfang der 90er erinnern, das hat revolution gemacht...und so richtig viel hat sich seitdem nicht verändert, die Decks sind eher schmaler geworden etc. dennoch würde ich es als Entwicklung betrachten.

Du hast auch recht wenn du sagst dass Ideen einfach kommen.
Wobei eine Idee noch weit entfernt vom fertigen Produkt (sei es ein Deck oder Trucks...).
Nach der Idee kommt eben die Entwicklungsphase, das Finetuning und am Ende eben das Marketing. Ohne Marketing können sich Ideen nicht in realisieren lassen.
So sehr ich Werbung hasse, so läuft es leider. Und das ist teuer...deshalb fahren die großen eben große Kampagnen. Und die kleinen können es nicht...

Und eine kleine Firma kann durch eine gute Idee auch sehr schnell sehr groß werden... Keine von den großen Firmen hat groß angefangen. Und leider haben die größeren Firmen es weniger eilig damit, neue innovationen auf den markt zu schleudern, wenn es so wie so läuft. Hier punkten eben wieder die kleinen. Wie du schon sagtest. Deshalb sind es auch (meist) die kleinen die als innovativ erkannt werden.

xManuelx
26.05.2011, 20:11
ehrlich gesagt kann ich nichts gegen deine persöhnliche situation. nur mir kommt das ganze mittlerweile vor wie ein "ach ich bin ja so anti und haste nich gesehn usw"(nicht böse gemeint)
du lebst in einer welt die von werbung und marketing beeinflusst wird, du kannst dem ganzen nur entgültig entkommen in dem dich komplett von allem lossagts und ab in den wald ziehst back to the roots usw. aber das ist auch nur eine art reaktion, hat nix mit DIY und nehm dein schicksal selbst in die hand zu tun...

ich hab nie gesagt das alkohol die alleinige ursache ist, aber es verstärkt nunmal tendenzen. ich habe auch oben in meinem beispiel mit dem junkie nur von einer körperliche abhängigkeit geredet (wo mir auch bewusst ist das die geistige abhängigkeit meistens die schlimmere ist)

der zusammenhang findet sich in der wirkung(enthemmend) und in dem leichten zugang von alkohol. koks macht auch agressiv und überheblich nur bekommste den scheiß nicht überall so einfach wie schnaps.

ich trage auch nich jedes shirt und jede hose von jedem hersteller, wenns möglich ist informiere ich mich vorher über die bedingen in welche die klamotten produziert werden. aber die perfekte welt gibts nicht. du hälst mir vor die nase das ich der buh mann wäre weil ich marken klamotten trage, genauso könnte ich dir aber auch nen haufen dinge an den kopf werfen das du die umwelt schädigst usw. aber ich werds nich machen, bringt eh nix sich hier anzugiften und anzupissen, is auch nich meine art, außerdem lassen sich so dinge besser von angesicht zu angesicht diskutieren...ich bin immer froh über gegensätzliche meinungen sowas erweitert den eigenen horizont und bringt einen auch wieder auf den boden zurück.

ich akzeptiere das ich in einer welt lebe die nicht perfekt ist, wo menschen,tiere und die natur ausgebeutet werden, wo ich täglich mit werbung zugeschütet werde, wo bei den meisten kids der fernseher und die freunde die erziehungsmittel sind. ich versuche das zu ändern was ich kann aber gleichzeitig möchte ich nichts auf alles nur reagieren müssen, sprich ich trage auch markenklamotten, nicht weil ich sonst keine freunde mehr hätte oder weil ich mich dann besser fühle sondern einfach weil ich bock drauf hab und mir die sachen gefallen. ich finds auch nen bißchen strange wenn ich fast nur leute mit nem loaded brett unterwegs sehe und ich denk mir auch als ob die nich viel zufriedener mit nem andrem deck wären aber whatever, manche müssen halt selbst erfahrungen machen. ich ignoriere die dummbatz werbung so gut es geht und denke mir halt meinen teil und mach mein ding. genauso bin ich aber auch offen für neues und andre dinge. das gleichgewicht zu erhalten ist mir wichtig...

klar regt dich das marketing auf aber was willste machen außer die leute zu informieren das loaden und original nicht immer das gelbe vom ei sind? mehr als zu reden und versuchen sein näheres umfeld zu beeinflussen kann man eh nich. ich seh auch die guten zeiten an der werbung. ohne die original videos wäre ich nie zum longboarden gekommen. ich bin jahrelang street gefahrn aber konnte nie so richtig die tricks also bin ich halt so rumgefahrn. was meinste wie ich mir in den arsch beisen könnte das ich jetzt erst aufs longboarden gekommen bin?? das is im endeffekt das was ich immer vom "skateboarden" erwartet habe aber nich bekommen hab(auch was community angeht, wenn ich mal abwäge wie viele arschlöcher ich getroffen hab die street fahrn im vergleich zu dem haufen hammer leute in der kurzen zeit in der ich longboarde)

rakete
27.05.2011, 02:27
Wobei ich eine Wendung zum Thema "Feministische Alkoholikerinnen in der Longboardszene – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft" durchaus interessant fände. ich bin ja sowas von der mensch für deine studie. ahahaha. was für ein unterhaltsamer thread.

nhahleugim
27.05.2011, 09:55
Einfach das Internet abschalten, und schon kriegt man nichts mehr mit von Marketing und co. Ich blick die Diskussion nicht.

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HEKMATI
27.05.2011, 11:57
also ich mag werbung.
da werden eine ganze menge richtig schlauer leute sehr gut bezahlt,
und dadurch entsteht hier und da neben dem ganzen rauschen auch echt mal was gutes - manchmal unterhaltung, manchmal auch kunst.
mich stoerts auch nicht, wenn mich das beeinflusst, ohne das ich das wirklich mitkriege.
ich bin mir garnicht mal sicher, ob es sowas wie eine freie entscheidung ueberhaupt gibt, wenn es um konsumverhalten geht.
und der longboardsektor ist doch wirklich nicht gerade ueberkommerzialisiert, oder?

http://de.red-dot.org/rd/img_cd/2010/dv/04-1901-2010-1.jpg

Wintermute
28.05.2011, 20:14
Moment... Beitrag folgt.

eAsy
28.05.2011, 21:25
Also ich habe mich jetzt mal in diesem Thread eingelesen und Wintermute, ich kann verstehen, was du meinst. Auch ein Lob an deine stets sachlichen Antworten auf sämtliche Kommentare.

Wintermute
28.05.2011, 23:31
Du bist das beste Beispiel, warum Werbung funktioniert. Durch den ganzen Müll, der Dir täglich suggeriert wurde, hat sich bei Dir ein Bedarf geweckt: "Ich will die Kacke nicht hören, nicht lesen, mich nicht damit beschäftigen, ich will anders sein." Somit bist Du für alle Anbieter zu einer Zielgruppe geworden.
*lach

Ja. Aber gerade setze ich mich damit auseinander. Natürlich bin ich Zielgruppe. Und ich bevorzuge bei meinem Kaufverhalten möglichst professionelles Equipment. Das macht mich zu einer Zielgruppe. Schlimmer noch, ich mag Marken, die heavy duty Zeug bauen. Aber das führt, Gott sei Dank, dazu, das ich viel seltener einkaufen muss.

Nebenbei bemerkt, und auch wenn es etwas OT ist... Es gibt einen ganz guten Film zum Thema:
Geplante Obsoleszenz - Kaufen für die Müllhalde (http://www.youtube.com/watch?v=UnEfcjX6074) (YT-Link)


Du versuchst zu polarisieren, das ist eine Form von Eigenmarketing sprich Werbung.
Mmhmm. Würde ich Eigenmarketing betreiben wollen, dann hätte ich vermutlich ein Fotografie Projekt gestartet. (Was, nebenbei bemerkt, eigentlich keine schlechte Idee ist.)

Nee... Eigentlich ging es mir nur darum, meine Frustration über diesen Konsumterror etwas zu kanalisieren.


Heute der Signature Truck, das Bio Hühnchen, Nordic Walking, Kiten, jeder nach seinem Gusto. Unter meinem Avatar steht, wo ich lebe. Hier siehst Du jeden Tag, wie verspoilt dieser ganze Hype um alles macht. Aber glaube mir eins, die Leute wollen es so.
Ja, das mag sein. Ich sehe das auch zunehmend in meinem Viertel. Lauter Mütter mit dreirädrigen Kinderwagen, Leute, die ihren Latte to go spazieren tragen oder im Park Afri Cola trinken... Don't get me started...


Abschalten kann man übrigens gut beim Longboard fahren. Das mit dem Bier würde ich gerne mal annehmen, wenn Du zufällig die Hölle des Kommerz besuchen möchtest.
Klingt nicht übel. Meist schaffe ich es nur bis nach Hamburg, aber nach dem ich letztens schon vom Kurtaxemann in St. Peter Ording abgezogen worden bin... ;)


Du hast in deinem letzten Statement absolut recht. Dennoch glaube ich dass man solche Entwicklungen eher über Jahrzehnte nachvollziehen kann, da sie sich in sehr kleinen Schritten voranbewegt. Ich kann mich noch gut an das Vision "Doubletail" anfang der 90er erinnern, das hat revolution gemacht...
Vision ist ein gutes Beispiel. Ich muss allerdings gestehen, das ich das Doubletail verschlafen habe. Da war ich gerade in meiner ersten Pause. Als ich wieder aufgewacht bin, gabs plötzlich keine Boards mit einer 'normalen' Nose mehr...

Anyway... Gutes Beispiel. Vision war innovativ, und hat das Skateboarden revolutioniert. Nur...

Was hat es gebracht? Wie viele Boards verkauft Vision heute noch?


Du hast auch recht wenn du sagst dass Ideen einfach kommen.
Wobei eine Idee noch weit entfernt vom fertigen Produkt (sei es ein Deck oder Trucks...).
Nach der Idee kommt eben die Entwicklungsphase, das Finetuning und am Ende eben das Marketing. Ohne Marketing können sich Ideen nicht in realisieren lassen.
Klar. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Eine Idee kommt schnell. Das Umsetzen erfordert Ausdauer.


So sehr ich Werbung hasse, so läuft es leider. Und das ist teuer...deshalb fahren die großen eben große Kampagnen. Und die kleinen können es nicht...
Siehe Vision...


Und eine kleine Firma kann durch eine gute Idee auch sehr schnell sehr groß werden... Keine von den großen Firmen hat groß angefangen.
Das halte ich für einen Irrtum. Wenn ich jetzt hingehen würde, und anfange, meine selbst geschnitzten Boards zu verkloppen, dann ist das ein kleiner Anfang. Aber ich glaube nicht, das alle Firmen so anfangen. Das hängt, in meinen Augen, sehr vom finanziellen Background ab.

Eine Firma so schnell so groß zu machen, wie einige der Firmen, die wir so diskutieren, das erfordert Kapital. Je mehr, desto besser.


du lebst in einer welt die von werbung und marketing beeinflusst wird, du kannst dem ganzen nur entgültig entkommen in dem dich komplett von allem lossagts und ab in den wald ziehst back to the roots usw. aber das ist auch nur eine art reaktion, hat nix mit DIY und nehm dein schicksal selbst in die hand zu tun...
Ich hatte jetzt eigentlich nicht vor, als Eremit zu leben. DIY und eine gewisse Konsumskepsis ist aber ein guter Anfang.


ich trage auch nich jedes shirt und jede hose von jedem hersteller, wenns möglich ist informiere ich mich vorher über die bedingen in welche die klamotten produziert werden. aber die perfekte welt gibts nicht. du hälst mir vor die nase das ich der buh mann wäre weil ich marken klamotten trage, genauso könnte ich dir aber auch nen haufen dinge an den kopf werfen das du die umwelt schädigst usw. aber ich werds nich machen, bringt eh nix sich hier anzugiften und anzupissen, is auch nich meine art, außerdem lassen sich so dinge besser von angesicht zu angesicht diskutieren...ich bin immer froh über gegensätzliche meinungen sowas erweitert den eigenen horizont und bringt einen auch wieder auf den boden zurück.
Wenn Du Dich angegriffen fühlst, dann möchte ich mich dafür entschuldigen. Das war nicht meine Absicht.

Und, wie gesagt, gerne bei einem alkoholfreien Getränk Deiner Wahl. Ich weiß nicht, wie Straight Edge Du bist, und ob ein Kakao noch klar geht.


ich akzeptiere das ich in einer welt lebe die nicht perfekt ist, wo menschen,tiere und die natur ausgebeutet werden, wo ich täglich mit werbung zugeschütet werde, wo bei den meisten kids der fernseher und die freunde die erziehungsmittel sind. ich versuche das zu ändern was ich kann aber gleichzeitig möchte ich nichts auf alles nur reagieren müssen
Das geht mir ähnlich. Aber ich frage mich manchmal, was man noch so alles machen könnte... Viele Zusammenhänge sind leider ziemlich komplex, und es ist oft nicht einfach, das richtige zu tun.


klar regt dich das marketing auf aber was willste machen außer die leute zu informieren das loaden und original nicht immer das gelbe vom ei sind? mehr als zu reden und versuchen sein näheres umfeld zu beeinflussen kann man eh nich. ich seh auch die guten zeiten an der werbung. ohne die original videos wäre ich nie zum longboarden gekommen.
Im Grunde ist mir ziemlich egal, was die Leute alles so fahren. Ich will auch gar nicht gegen eine bestimmte Marke wettern, und bestimmt sind einige Loaded Sachen nicht übel. Aber ich merke eben auch, das dieses aggressive Marketing funktioniert.

Und ich glaube, das anderen Herstellern das sicher auch auffällt. Ich glaube, das wir uns schon längst in einer Art von Wettrüsten befinden. Mich stresst der Rummel schon jetzt.


auch was community angeht, wenn ich mal abwäge wie viele arschlöcher ich getroffen hab die street fahrn im vergleich zu dem haufen hammer leute in der kurzen zeit in der ich longboarde
Ja, das finde ich auch. Und ich hoffe und bete, das es auch so bleibt.

Die Street Szene ist schon ziemlich lange bis weit über die Schmerzgrenze hinaus kommerzialisiert. Skateschuhe sind doch für die meisten Leute, die sie tragen, nur nur ein weiterer 'Sneaker'. Und ich glaube, das diese kommerzielle Ausschlachtung der Szene eben nicht wirklich gut getan hat.


also ich mag werbung.
da werden eine ganze menge richtig schlauer leute sehr gut bezahlt,
und dadurch entsteht hier und da neben dem ganzen rauschen auch echt mal was gutes - manchmal unterhaltung, manchmal auch kunst.
Ich hoffe, Du meinst damit nicht diese zynische Hamburger Reklame... So nach dem Motto: "Ach, Sie gehören also zur Unterschicht, zählen zu den 20% die Alkoholabhängig sind, und haben noch einen Euro in der Tasche? Da geht doch bestimmt noch ein MäcMastschwein..."

Nur weil das von diesen vollkommen überbewerteten Red Dot Leuten gut gefunden wird, heißt das noch lange nicht, dass DAS Kunst ist. (Hat sich eigentlich mal jemand diese Ausstellung in Essen angesehen? Unglaublicher Nippes!)

Im übrigen wird Kunst gerne von der Werbe - und Designindustrie kopiert, falsch verstanden und dann banalisiert.

Allerdings wird der Quatsch auch in der Kunst thematisiert. Plakativ, aber ganz passend ist da Hirsts "For the Love of God"... Das gewinnt eine weitere Metaebene, wenn man den Käufer mit in Betracht zieht.

wahou
29.05.2011, 02:03
Für den Obsoleszens-Link kriegst du ein Dankeschön, diese Geschichte ist nämlich wirklich schlimm. Habs mir jetzt nicht nochmal reingezogen, aber kann die Wut verstehen...

Matjessurfer
29.05.2011, 07:09
Da habe ich mich schon den ganzen Tag drauf gefreut!!!!



Schlimmer noch, ich mag Marken, die heavy duty Zeug bauen. Aber das führt, Gott sei Dank, dazu, das ich viel seltener einkaufen muss.

DAS ist der richtige Ansatz! Informieren und keinen Mist mehr kaufen. Hat man länger was von und spart dadurch Geld.


Nebenbei bemerkt, und auch wenn es etwas OT ist... Es gibt einen ganz guten Film zum Thema:
Geplante Obsoleszenz - Kaufen für die Müllhalde (http://www.youtube.com/watch?v=UnEfcjX6074) (YT-Link)

Schon interessant, dass es "Arte" war. Gucke ich persönlich sehr gerne, wenn mich Frauentausch, Schwanger mit 3 1/2, Zieh das Ei, etc... mal wieder annerven. Problem ist dabei nur, dass an 5 Tagen die Woche zur besten Zeit ein Drama gezeigt wird. Diese permanente Grundlethargie kann auch nerven. Aber manche fühlen sich ja wohl in so was:-)


Klingt nicht übel. Meist schaffe ich es nur bis nach Hamburg, aber nach dem ich letztens schon vom Kurtaxemann in St. Peter Ording abgezogen worden bin... ;)

Kurtaxe... Falsches Thema.. In jedem vollgepissten und verdreckten Freibad bezahlt man mehr Eintritt. Wenn ich sehe, wie alles an jedem Wochenende durch das Schleswig Holstein Ticket bei uns vollgemüllt wird und wie immens der Aufwand ist, alles wegzuräumen, könnte ich kotzen. Gott sei Dank füttern die Vollpfosten auch die Möwen, die ihnen als Dankeschön auf den Kopf scheißen.


Das halte ich für einen Irrtum. Wenn ich jetzt hingehen würde, und anfange, meine selbst geschnitzten Boards zu verkloppen, dann ist das ein kleiner Anfang. Aber ich glaube nicht, das alle Firmen so anfangen. Das hängt, in meinen Augen, sehr vom finanziellen Background ab.

Eine Firma so schnell so groß zu machen, wie einige der Firmen, die wir so diskutieren, das erfordert Kapital. Je mehr, desto besser.

Für den ersten Absatz stimme ich Dir 1000% ig NICHT zu.
30,- Euro Gewerbeanmeldung, 200 Euro HD Kamera, Computer 300 (oder Internetcafé), Homepage bei 1&1 19,95 per Monat, YouTube Account und los gehts. Du kannst 50 Videos pro Tag machen (aggressives Marketing hehe) und den Leuten so lange auf den Sack gehen, bis Sie auf Dich aufmerksam werden.
Dafür brauchst Du keine Banker, die Dir Dein Konzept klauen und das Geld bekommst Du zur Not noch von Oma.
Heute hat jeder die Chance mit wenig Aufwand global zu verkaufen. So einen Markt hat es noch nie gegeben. Und es sind immer die Schnellen, die die Langsamen fressen.

Zum zweiten Absatz:
Je mehr Kohle, um so breiter die Möglichkeiten, Print, Fernsehen, etc.. (die Sachen, die wirklich Geld kosten). Da gebe ich Dir recht.


Nur weil das von diesen vollkommen überbewerteten Red Dot Leuten gut gefunden wird, heißt das noch lange nicht, dass DAS Kunst ist. (Hat sich eigentlich mal jemand diese Ausstellung in Essen angesehen? Unglaublicher Nippes!)

Im übrigen wird Kunst gerne von der Werbe - und Designindustrie kopiert, falsch verstanden und dann banalisiert.

Jepp, is so. Red Dot wird überbewertet und dem Rest stimme ich auch zu.


Die Street Szene ist schon ziemlich lange bis weit über die Schmerzgrenze hinaus kommerzialisiert. Skateschuhe sind doch für die meisten Leute, die sie tragen, nur nur ein weiterer 'Sneaker'. Und ich glaube, das diese kommerzielle Ausschlachtung der Szene eben nicht wirklich gut getan hat.

Finde ich sehr intolerant diese Ansicht. Lass die Leute anziehen was sie wollen. Ich habe neulich auch eine 80 jährige mit meinen 130 Euro Laufschuhen gesehen und sie nicht gedisst "Ey Du machst doch gar keinen Sport!". Und die ganzen Schwärme von Wolfstatzen klettern nicht durch die Berge, sondern liegen hier am Strand! Es muss auch nicht jeder mit Army Boots im Krieg gewesen sein, und ich bin kein Goldwäscher, obwohl ich Jeans trage.

Dieses "Szene-Denken" finde ich echt veraltet. Ich bin heilfroh, dass ich nicht mehr in Anzug mit Krawatte arbeiten muss, weil es keiner mehr erwartet. Oder weil ich ein Alter Sack bin, in Tchibo Partner Outfit rumlaufen muss.

Was mir weh tut, sind Videos aus den USA mit riesigen Skateparks am Meer. Oh man, wenn es das hier geben würde, ich würde dankbar auf die Knie fallen!
Hier wird leider alles immer gleich kaputt geredet. Die Einen sehen von Longboardern überfahrene Passanten auf den Gehwegen und die Anderen, denen es etwas nützen würde, wollen ihre "Szene" nicht öffnen. Ende vom Lied: Nix passiert. Typisch Deutsch.

Zur genaueren Definition von Kommerzialisierung:http://de.wikipedia.org/wiki/Kommerzialisierung Ich kann da nichts Negatives entdecken.

Honkydude
29.05.2011, 09:31
also ich mag werbung.
da werden eine ganze menge richtig schlauer leute sehr gut bezahlt,
und dadurch entsteht hier und da neben dem ganzen rauschen auch echt mal was gutes - manchmal unterhaltung, manchmal auch kunst.
mich stoerts auch nicht, wenn mich das beeinflusst, ohne das ich das wirklich mitkriege.
ich bin mir garnicht mal sicher, ob es sowas wie eine freie entscheidung ueberhaupt gibt, wenn es um konsumverhalten geht.
und der longboardsektor ist doch wirklich nicht gerade ueberkommerzialisiert, oder?

http://de.red-dot.org/rd/img_cd/2010/dv/04-1901-2010-1.jpg

Ja, es gibt schlaue Menschen in der Werbung.
Schlaue Psychologen z. Bsp. die die Grundbedürfnisse des Menschen neu zu definieren versuchen. Wissenschaft als Sklavenmaschine für Ausbeutung und Verblendung.
Das geht so weit dass ich es als unethisch bezeichnen würde.
Ich habe vor Jahren meine Glotze weggeschmissen, weil ich es nicht mehr ertragen habe, für wie dumm man verkauft wird.
Und wenn du glaubst es geht nicht dümmer, kommt der nächste Werbedepp und beweist dir das Gegenteil...
Kunst ist in meinen Augen etwas anderes, aber das zu diskutieren sprengt den Rahmen dieses Threads.
Ich schreibe das nur weil ich Künstler bin und davon leben muss.

nhahleugim
29.05.2011, 10:22
Geh in die Werbung honky. Dann musst du nicht mehr von deiner Kunst leben.

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Wintermute
29.05.2011, 21:28
Für den Obsoleszens-Link kriegst du ein Dankeschön, diese Geschichte ist nämlich wirklich schlimm. Habs mir jetzt nicht nochmal reingezogen, aber kann die Wut verstehen...
Soviel zum Thema "früher war alles besser.". :D Der Film lohnt sich allerdings.


Schon interessant, dass es "Arte" war. Gucke ich persönlich sehr gerne, wenn mich Frauentausch, Schwanger mit 3 1/2, Zieh das Ei, etc... mal wieder annerven. Problem ist dabei nur, dass an 5 Tagen die Woche zur besten Zeit ein Drama gezeigt wird.
Schmeiß den Videorecorder an! Niemand sagt, das man immer das gucken muss, was gerade läuft.


Kurtaxe... Falsches Thema.. In jedem vollgepissten und verdreckten Freibad bezahlt man mehr Eintritt. Wenn ich sehe, wie alles an jedem Wochenende durch das Schleswig Holstein Ticket bei uns vollgemüllt wird und wie immens der Aufwand ist, alles wegzuräumen, könnte ich kotzen.
Ich kann auch nicht verstehen, wie man Müll am Strand liegen lassen kann. Das ist echt ein Unding, und ein klares Zeichen von schlechter Erziehung.

Und ich sehe jetzt schon, wie man die Kurtaxe als Vorwand für so ein Verhalten benutzen kann. "Ich hab doch für die Müllentsorgung bezahlt..."

Aber auf der anderen Seite: Hier in Berlin fällt auch massig Tourimüll an. Und wer bezahlt die Entsorgung? Die Leute, die hier wohnen. Ich will nur sagen, das es auch anders gehen kann. Und in den Niederlanden oder in Frankreich geht es ja auch anders.


Für den ersten Absatz stimme ich Dir 1000% ig NICHT zu.
30,- Euro Gewerbeanmeldung, 200 Euro HD Kamera, Computer 300 (oder Internetcafé), Homepage bei 1&1 19,95 per Monat, YouTube Account und los gehts. Du kannst 50 Videos pro Tag machen (aggressives Marketing hehe) und den Leuten so lange auf den Sack gehen, bis Sie auf Dich aufmerksam werden.
Ich glaube nicht, das es wirklich so einfach ist. Das Konzept 'Goldständer' funktioniert nicht so ohne weiteres... ;)

Ein professioneller Auftritt, gut gemachte Videos und anderes Bildmaterial, eine gute Kommunikationsstrategie, Prototypenbau, Produktion, Logistik, Maschinenpark, Räumlichkeiten... Dazu kommt, das man ja vielleicht gewisse Qualitätsstandards einhalten möchte. Und dann geht es auch noch um die richtigen Verbindungen zu den richtigen Leuten... Mit einer Kamera und einer Gewerbeanmeldung ist es nicht getan.

Vielleicht an der Stelle noch eine kurze Frage an die O&H Jungs... Ich nehme nicht an, das ihr schon in ähnlichen Mengen wie Loaded produziert... Wie hoch würdet ihr den Finanzbedarf für einen ähnlichen Einstieg wie Loaded sehen?


Finde ich sehr intolerant diese Ansicht. Lass die Leute anziehen was sie wollen. Ich habe neulich auch eine 80 jährige mit meinen 130 Euro Laufschuhen gesehen und sie nicht gedisst "Ey Du machst doch gar keinen Sport!". Und die ganzen Schwärme von Wolfstatzen klettern nicht durch die Berge, sondern liegen hier am Strand!
Mmhmm... Nicht der Punkt. Ich wollte nur deutlich machen, dass diese Marken eben soweit ausgeschlachtet sind, das sie nicht mehr als Skateboardfirmen wahrgenommen werden.


Was mir weh tut, sind Videos aus den USA mit riesigen Skateparks am Meer. Oh man, wenn es das hier geben würde, ich würde dankbar auf die Knie fallen!
Hier wird leider alles immer gleich kaputt geredet. Die Einen sehen von Longboardern überfahrene Passanten auf den Gehwegen und die Anderen, denen es etwas nützen würde, wollen ihre "Szene" nicht öffnen. Ende vom Lied: Nix passiert. Typisch Deutsch.
Ich habe keine Ahnung, wie das in der Regionalpolitik bei euch so läuft, aber ich kann mir gut vorstellen, das es der eine oder andere vielleicht nicht so gerne hätte, wenn er den ganzen Tag Quarterpipe Geräusche durch das offene Fenster dringen... Und dann auch noch diese ganzen jungen Skatepunks, die vermutlich keinen Cent mit auf die Insel bringen, und dann womöglich auch noch Grafitti hinterlassen... (Mir fallen gerade keine anderen Stereotype ein.)

Nee.. Ich kann mir schon vorstellen, das 'so etwas' politisch nicht gewollt ist.


Zur genaueren Definition von Kommerzialisierung:http://de.wikipedia.org/wiki/Kommerzialisierung Ich kann da nichts Negatives entdecken.
Nicht?

Vielleicht liegt es daran, das sich der Artikel vor allem mit dem juristischen Begriff befasst, bei dem es um Schadensersatzzahlungen geht, die andere Bedeutung "Daneben wird in kulturkritischen Analysen von der Kommerzialisierung der Künste, der Wissenschaften oder des Sportes gesprochen." aber nicht weiter besprochen wird... Aber direkt verlinkt:

Kommerz
[...]
Heute wird der Ausdruck meist abwertend im Sinne eines allein auf Gewinnerzielung gerichteten Interesses verwendet. Siehe auch: Kommerzialisierung

Als Kommodifizierung bezeichnet man den Prozess der Kommerzialisierung bzw. des „zur Ware Werdens“.
[...]
Mit der Anpassung aller Produktionsfaktoren wie Boden, Arbeit und Geld an das „reine Marktregime“ - der sog. Kommodifizierung - komme es zu einer sozialen Desintegration und zur Ablösung humaner Werte durch einen materialistischen Individualismus (Konsumgesellschaft).
Wie gesagt, ziemlich genau das, was ich für unsere Szene befürchte...


Ja, es gibt schlaue Menschen in der Werbung.
Schlaue Psychologen z. Bsp. die die Grundbedürfnisse des Menschen neu zu definieren versuchen. Wissenschaft als Sklavenmaschine für Ausbeutung und Verblendung.
Das geht so weit dass ich es als unethisch bezeichnen würde.
Eine Maschinerie angetrieben von Leitzinssätzen... Genau genommen ist das alles ziemlich irrsinnig. Und um endlich wieder den Bogen zum Skatebaorden zu schlagen:

Wenn man Jackass als Kunstprojekt in der Tradition von Chris Burden betrachtet, dann ergibt das eine schöne Analogie für dieses Handeln.


Ich habe vor Jahren meine Glotze weggeschmissen, weil ich es nicht mehr ertragen habe, für wie dumm man verkauft wird.
Kann ich gut verstehen. Aber das betrifft leider auch die anderen Medien. Gerade das, was man in den allseits bekannten Wochenzeitungen so zu lesen kriegt ist in großen Teilen echt haarsträubend.


Kunst ist in meinen Augen etwas anderes, aber das zu diskutieren sprengt den Rahmen dieses Threads.
Ich schreibe das nur weil ich Künstler bin und davon leben muss.
Leider, denn das ist tatsächlich ein spannendes Thema.


Geh in die Werbung honky. Dann musst du nicht mehr von deiner Kunst leben.
Genau, Verkauf Deine Moral, verkauf Deine Seele, und mach was anständiges mit Deinem Leben... :wallbash:

Honkydude
29.05.2011, 22:32
Geh in die Werbung honky. Dann musst du nicht mehr von deiner Kunst leben.

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Dann lieber Hartz4, danke...

eAsy
29.05.2011, 22:43
Wer sich mal einen interessanten Film über einen Kreativ Director in unserem Werbe-Konsum-Irgendetwas-Wahnsinn ansehen möchte, so heißt er: 39,90

Matjessurfer
29.05.2011, 23:08
Moinsen,

das mit den Zitaten lasse ich jetzt einfach, ist mir zu aufwändig.

Ich habe mir heute morgen alle 5 Folgen des Berichtes angesehen, sehr gut gemacht und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Leider wurde der Aspekt der Arbeitsplätze ein wenig vernachlässigt, sprich leider Gottes gibt es bislang keine Alternative zu der Wegwerfgesellschaft, denn viel zu viele Menschen arbeiten darin. Das Erde ernährt Erde Prinzip ist leider noch nicht fortgeschritten genug, in meinen Augen definitiv der beste Ansatz im Film. Die Müllentsorgung in Ghana ist genau wie Medikamententests etc. eine riesige Sauerei!!!
Auch wenn meine Meinung gänzlich anders ist, aber nocheinmal wie im Film beschrieben, ein einfaches Facelift (unabhängig von der Technik und das ist elementar!!!) reicht für einen Kaufimpuls. Den Leuten ist es scheißegal ob es was taugt, die Hauptsache ist, es ist neu.

Mein Videorecorder (okay heute heißt das Digital Receiver) ist voll, aber darum ging es mir nicht. Beispiel: DER französische Film wird fast immer als Kunst bezeichnet. Die Filme sind zu 95 % Drama. Ich möchte aber nicht immer Drama sehen, sondern auch mal etwas positives. Gibt es auch, aber sehr selten. Es gibt sehr viele Filme mit einer bitteren Ironie, so etwas regt auch zum Nachdenken an.

Skatepark:
Kein lokales Problem, sondern ein bundesweites, so war es zumindest gemeint. Es gibt ein Video auf Youtube (keine Ahnung mehr wie es heißt) wo zwei Väter mit ihren Söhnen nach Jahren quer durch die USA reisen und die Skateparks ihrer Kindheit besuchen. So was ist cool. Wenn meine Söhne groß sind, werden sie sich vielleicht nur noch an Tony Hawks auf PS3 erinnern.
Schon scheiße.

Zum Thema "Goldständer": Es funktioniert genau so. Mit nichts Geld machen. Du denkst 10 Schritte zu weit, bevor Du den ersten Schritt machst. Heutzutage gibt es Dienstleister, die Dir alles zum Spottpreis liefern. Du brauchst kein Equipment vor Ort! Ich habe es gemacht, Du auch? Wenn Du eine Idee hast, können wir uns gerne darüber unterhalten. Mehr machen, weniger denken... Ich gebe Dir Brief und Siegel, dass Loaded nicht zur Bank gegangen ist und gesagt hat: Mit 50 Millionen Dollar machen wir in zwei Jahren 80 % Marktanteil, Geld haben wir nicht, klappt aber schon. Funktioniert noch nicht mal bei den Amis. Das Problem ist nur, in Deutschland bekommst Du kein Geld, selbst wenn Du für drei Jahre volle Auftragsbücher hast! Darüber kannst Du Dich ja mal bei den Jungs informieren.

Honkydude
30.05.2011, 00:06
Wer sich mal einen interessanten Film über einen Kreativ Director in unserem Werbe-Konsum-Irgendetwas-Wahnsinn ansehen möchte, so heißt er: 39,90
Habe das buch gelesen. Heftiger Stoff, zeigt auf wo der ganze Werbungsschwachsinn hinführt und was er aus den Menschen in der Branche macht.

Wintermute
30.05.2011, 00:22
Wer sich mal einen interessanten Film über einen Kreativ Director in unserem Werbe-Konsum-Irgendetwas-Wahnsinn ansehen möchte, so heißt er: 39,90
Danke für den Tipp. Ich habe gerade ein paar Rezensionen gelesen, und werde mir den Streifen besorgen. Klingt spassig.


das mit den Zitaten lasse ich jetzt einfach, ist mir zu aufwändig.
Kann ich gut verstehen... *seufz


Ich habe mir heute morgen alle 5 Folgen des Berichtes angesehen, sehr gut gemacht und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Leider wurde der Aspekt der Arbeitsplätze ein wenig vernachlässigt, sprich leider Gottes gibt es bislang keine Alternative zu der Wegwerfgesellschaft, denn viel zu viele Menschen arbeiten darin.
Ich glaube, es ist genau anders herum. Die Wegwerfgesellschaft mit den kurzen Produktzyklen und der minderwertigen Qualität ist langfristig eine riesige Arbeitsplatz Vernichtungsmaschine.

Natürlich, Konsum erzeugt Wachstum. Und natürlich finden dann mehr Menschen Arbeit. Aber das ist nur eine kurzfristige Lösung. Durch das Zinssystem ist eine Volkswirtschaft zum Wachstum gezwungen. Und an dieser Stelle bedeutet Wachstum nicht zwangsläufig steigender Wohlstand.

Das benötigte Wachstum zum Wohlstandserhalt ist an den Zinssatz gekoppelt. Wir reden also, mathematisch gesehen, von einem Faktor. Das Ergebnis kann man sich nun leicht ausmalen. Wir reden von notwendigem exponentiellem Wachstum...

Das Dilemma ist, das unsere Ressourcen per Definition endlich sind.

Und es gibt da ein schönes Zitat:

Jeder, der glaubt, exponentielles Wachstum kann unendlich lange andauern in einer endlichen Welt ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.

Mit anderen Worten: Dieses Verhalten führt unweigerlich zum Kollaps des gesamten Systems.

Es gibt da eine sehr berühmte Studie, die vom Club of Rome in den siebzigern in Auftrag gegeben wurde:
Die Grenzen des Wachstums (http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums)

Da werden anhand von mathematischen Modellen verschiedene Szenarien dieses, zu erwartenden, Zusammenbruchs gerechnet. Inzwischen liegen genauere Daten vor, aber das Ergebnis ändert sich nicht signifikant. Anyway: Spannende Lektüre. (Zumal beispielsweise die Auswirkungen der Treibhausgase auf das Klima bereits wahrgenommen werden...) Und sie zeigt sogar einen Ausweg aus dem Dilemma...


Auch wenn meine Meinung gänzlich anders ist, aber nocheinmal wie im Film beschrieben, ein einfaches Facelift (unabhängig von der Technik und das ist elementar!!!) reicht für einen Kaufimpuls. Den Leuten ist es scheißegal ob es was taugt, die Hauptsache ist, es ist neu.
Ja.. Und das ist echt traurig.


Mein Videorecorder (okay heute heißt das Digital Receiver) ist voll, aber darum ging es mir nicht. Beispiel: DER französische Film wird fast immer als Kunst bezeichnet. Die Filme sind zu 95 % Drama. Ich möchte aber nicht immer Drama sehen, sondern auch mal etwas positives. Gibt es auch, aber sehr selten. Es gibt sehr viele Filme mit einer bitteren Ironie, so etwas regt auch zum Nachdenken an.
Hehe.. Inzwischen denke ich beim französischen Film eher an Taxi, Taxi und ähnliche Machwerke... ;)


Skatepark:
Kein lokales Problem, sondern ein bundesweites, so war es zumindest gemeint. Es gibt ein Video auf Youtube (keine Ahnung mehr wie es heißt) wo zwei Väter mit ihren Söhnen nach Jahren quer durch die USA reisen und die Skateparks ihrer Kindheit besuchen. So was ist cool. Wenn meine Söhne groß sind, werden sie sich vielleicht nur noch an Tony Hawks auf PS3 erinnern.
Schon scheiße.
*narf

Ja. Und ich glaube, ich wäre für einen Link dankbar.

Aber Du hast schon Recht. Ich denke immer noch mit Bauchschmerzen an den Flughafen Tempelhof. ein total großartiger Ort zum Longboarden. Als das Ding der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist, hat sich da schnell eine.. naja.. Wie soll man das sagen? Menschen haben sich da ausgebreitet, und sind ihrem Sport nachgegangen. Ich hatte den Eindruck, das sich das zu einem wundervollen Ort entwickelt.

Inzwischen ist es so, das da wohl eine Bundesgartenschau stattfinden soll, und dann wird erstmal kräftig kassiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Ding danach noch zu irgend etwas zu gebrauchen ist. Es ist fast so, als seien brachliegende Flächen für die Stadtplaner in Berlin so etwas wie ein Makel, der schnell ausgemerzt und bebaut werden müsste...


Zum Thema "Goldständer": Es funktioniert genau so. Mit nichts Geld machen. Du denkst 10 Schritte zu weit, bevor Du den ersten Schritt machst. Heutzutage gibt es Dienstleister, die Dir alles zum Spottpreis liefern. Du brauchst kein Equipment vor Ort! Ich habe es gemacht, Du auch?
Ich verdiene mein Geld anders, und hatte auch nicht vor, unter die Longboardproduzenten zu gehen..


Wenn Du eine Idee hast, können wir uns gerne darüber unterhalten. Mehr machen, weniger denken... Ich gebe Dir Brief und Siegel, dass Loaded nicht zur Bank gegangen ist und gesagt hat: Mit 50 Millionen Dollar machen wir in zwei Jahren 80 % Marktanteil, Geld haben wir nicht, klappt aber schon.
Nein, aber ich vermute schon, das da Venture Kapital im Spiel war...

st38
30.05.2011, 00:36
Lieber Wintermute, kann es sein, daß du mehr als nur den Blues hast?
Mag die Gesellschaft verdummen oder von der Werbeindustrie vereinnahmt werden - was Tempelhof betrifft ist noch nichts entschieden. Und noch kann man da getrost longboarden oder sonstwas machen. Herzliche Grüße - auch aus Berlin.

Wintermute
30.05.2011, 00:51
Mag die Gesellschaft verdummen oder von der Werbeindustrie vereinnahmt werden - was Tempelhof betrifft ist noch nichts entschieden.
Sicher? Ich habe angenommen, die Gartenschau wäre für 2017 fest.

wolken
30.05.2011, 02:19
Den TV aus dem Fenster, den Werbeblocker an, Boards auf die man Bock hat bauen, uralte Randals besitzen, viel Bier, keine Vergewaltigungen. Ich bin der gute Mensch. Ich kann nicht einschlafen. Ich poste Sinnloses.

Honkydude
30.05.2011, 09:50
Aber Du hast schon Recht. Ich denke immer noch mit Bauchschmerzen an den Flughafen Tempelhof. ein total großartiger Ort zum Longboarden. Als das Ding der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist, hat sich da schnell eine.. naja.. Wie soll man das sagen? Menschen haben sich da ausgebreitet, und sind ihrem Sport nachgegangen. Ich hatte den Eindruck, das sich das zu einem wundervollen Ort entwickelt.

Inzwischen ist es so, das da wohl eine Bundesgartenschau stattfinden soll, und dann wird erstmal kräftig kassiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Ding danach noch zu irgend etwas zu gebrauchen ist. Es ist fast so, als seien brachliegende Flächen für die Stadtplaner in Berlin so etwas wie ein Makel, der schnell ausgemerzt und bebaut werden müsste...



Das ist leider nicht nur in berlin so. Jede noch so kleine Lücke muss zugebaut werden. Es scheint als dürfte nichts mehr brach liegen, da jede Fläche komerziell genutzt werden kann, bzw. mit Auftragsvergaben Kohle verdient werden kann.

@wolken: Geht es um den guten Menschen oder darum, sich auszutauschen über gesellschaftliche Phenomene, denen mancher (leider zu wenige) mit Skepsis begegnet?
Phenomene, deren Entwicklung Einfluß auf den gesamten Planeten und dessen Ökosystem haben. Ich bin der Meinung es geht nicht um Narzissmus, Egoismus und dergleichen...
Heute verhält es sich leider so: Wer nicht mitmachen will, wird von der Masse als Spinner, Anarchist oder Taugenichts verurteilt. Sehr paradox!

st38
30.05.2011, 10:51
@ Wintermute
Stimmt, aber soweit ich weiß, soll die Gartenschau "nur" ein Drittel der Fläche beanspruchen. Und wie es in Berlin so läuft - bis 2017 fließt noch viel Wasser die Spree herunter (und wird so manche Million versenkt)!!! Eher befürchte ich, daß ein Skater ne Mutti mit Kinderwagen umfährt und deswegen alles dichtgemacht wird...

Schrothie
30.05.2011, 12:40
Den TV aus dem Fenster, den Werbeblocker an, Boards auf die man Bock hat bauen, uralte Randals besitzen, viel Bier, keine Vergewaltigungen. Ich bin der gute Mensch. Ich kann nicht einschlafen. Ich poste Sinnloses. Bier und co. selbstverständlich selber brauen, z.B. mit dem hier...
Met-Fred (Für boardhorst) (http://longboardz.de/forum/showthread.php?t=14087&pagenumber=)

HEKMATI
30.05.2011, 14:50
Ja, es gibt schlaue Menschen in der Werbung.
Schlaue Psychologen z. Bsp. die die Grundbedürfnisse des Menschen neu zu definieren versuchen. Wissenschaft als Sklavenmaschine für Ausbeutung und Verblendung.
Das geht so weit dass ich es als unethisch bezeichnen würde.
Ich habe vor Jahren meine Glotze weggeschmissen, weil ich es nicht mehr ertragen habe, für wie dumm man verkauft wird.
Und wenn du glaubst es geht nicht dümmer, kommt der nächste Werbedepp und beweist dir das Gegenteil...
Kunst ist in meinen Augen etwas anderes, aber das zu diskutieren sprengt den Rahmen dieses Threads.
Ich schreibe das nur weil ich Künstler bin und davon leben muss.

naja "sklavenmaschine". das ist eine polemik.

ob werbung kunst sein kann oder nicht, haengt vom kontext und vom rezipienten ab. fuer mich schon, fuer dich nicht, geht klar.

was ich nicht verstehe, ist die haltung der bedenken- und beschwerdetraeger.
ablehnen und sich zurueckziehen schuetzt allenfalls noch den einzelnen, aendert aber nichts. "robinsonaden" sind immer auch isolationen.

jetzt versuch aber mal als deutsches schulkind, dich derart zu entziehen - no way.
gibts denn keine ideen, die positiv woanders hin lenken?


http://www.youtube.com/watch?v=9eO6R5un9Yk

Honkydude
31.05.2011, 12:48
naja "sklavenmaschine". das ist eine polemik.

ob werbung kunst sein kann oder nicht, haengt vom kontext und vom rezipienten ab. fuer mich schon, fuer dich nicht, geht klar.

was ich nicht verstehe, ist die haltung der bedenken- und beschwerdetraeger.
ablehnen und sich zurueckziehen schuetzt allenfalls noch den einzelnen, aendert aber nichts. "robinsonaden" sind immer auch isolationen.

jetzt versuch aber mal als deutsches schulkind, dich derart zu entziehen - no way.
gibts denn keine ideen, die positiv woanders hin lenken?


http://www.youtube.com/watch?v=9eO6R5un9Yk



Ich habe in meinem Post weiter oben geschrieben dass das eine zweischneidige Sache ist. Und dass ich mir Gedanken in verschiedenste Richtungen erlaube.

Dennoch denke ich:
Wenn sich eine größere Masse (welche aus einzelnen besteht) verweigert wird es realistisch.
Was meinst du denn mit positiv woanders hinlenken? Positiv für die Wirtschaft, die Schulkinder oder für die "Robinsons"? Das lässt sich wahrscheinlich schwerlich auf einen Nenner bringen.

Zur Sklavenmaschinerie: Ich habe schon des öfteren für Werbeagenturen Aufträge erledigt und bin sehr froh darüber Freiberufler zu sein und mein
Arbeitstempo selbst bestimmen zu können. Was ich bei diesen Agenturen erlebt habe, hat mich echt schockiert. Dort wird ein immenser Druck ausgeübt
und den Profit machen am Ende die, die im Sessel in der verwaltung sitzen, sich Mengen an Koks reinrüsseln und auf Vernissagen in italienischen Designslippern dumme Sprüche kloppen. Ich kann diese selbstgefälligen Menschen nicht ab. Auf der unterseite dieser Agenturen haben dann die Angestellten, aus Angst ersetzt zu werden, teilweise 18Stunden am Tag malocht für einen Bruchteil dessen was oben verdient wird (wie überall in kapitalistischen Systemen). Wer Überstunden geltend machen wollte war auf der Abschußliste. Und das ist für mich keine Kunst, weder als Produkt, noch im Kontext.

Und über Kunst zu diskutieren ist echt nicht einfach, da jeder eine andere Vorstellung davon hat und keine allgemeingültige Definition existiert.

Ich bin trotzdem lieber kritischer Beschwerdeträger mit Richtungslosigkeit als stillschweigender Befürworter.

Ist es nicht auch polemisch, Kritiker als Robinsons zu betiteln? (Wobei Robinson durch Schiffbruch gestrandet ist und eigentlich von der Insel weg wollte.)
Gäbe es einen anderen Weg als durch Rausfallen etwas zu ändern, hätte ich es bestimmt schon getan. Leider ist Geld für die Masse attraktiver...

Wir sind jetzt aber auch ganz weit ab vom Threadtitel. Wobei er doch gleichzeitig Allgemeingültigkeit besitzt, was sich an diesen Abstechern bemerkbar macht.
Es ist und bleibt ein brisantes und komplexes Thema. Ein Thema welches polarisiert wie kein zweites (ausser Fußball natürlich).

Natürlich bin ich kein Robinson, allenfalls kritisch, ich trage auch teilweise Markenklamotten die designed wurde und in Fernost zu Menschenverachtenden Bedingungen produziert wurde, ganz wohl dabei fühle ich mich aber nicht. Leider kann ich mir keine Shirts selbst nähen. Das bringt uns auch schon wieder zum Stichwort Abhängigkeit. Man hat eben keine freie Wahl mehr.
Peitsche oder Freßnapf eben...
Ich versuche aber auch die "andere" Seite zu verstehen - siehe erster Post von mir in diesem Thread.

TheRiddler
05.06.2011, 12:46
So, Endlich habe ich mich ans Ende durchgelesen :). @Wintermute von allem was ich jetz von dir gelesen habe kann ich deine Meinung gut mit meiner decken und ich finde es auch gut, dass solche Themen angesprochen und diskutiert werden. Ich finde so eine Diskussion kann man nicht aufs Longboarden alleine beziehen sondern auf die Gesamtheit, weil jeder Wirtschaftszweig, sei es Boarden, Drogen, Möbel,.... whatever letztendlich auf Geld zurück zu führen ist. Es gibt da einen Film, ich denke, dass ihn hier schon einige gesehen haben, er heißt Zeitgeist. Und zwar alle drei Teile sollte man sehen finde ich, der Film hat mir echt die Augen geöffnet (auch wenn das etwas suspekt klingt), vorher konnte ich gar nicht über solche Sachen nachdenken. Naja um aufs Thema zurückzukommen, das System in sich ist Menschenverachtend, es geht darum mehr Kapital zu schlagen und nicht dem Menschen zu helfen, wenn es ein Problem gibt durch dessen Lösung kein Profit entsteht wird es nicht gelöst. Warum baut man kein System welches allen Menschen hilft? Die Frage kann ich für mich nur schwer beantworten, ich denke weil viele Leute zu habgierig sind, aber habgier entsteht nunmal durch dieses System, es ist also schwierig dem zu entkommen. Was das Longboarden betrifft, ich fahre erst seit Ostern und anfangs hab ich mir natürlich die ganzen YT videos angesehen und natürlich gibts da die geilen Videos von Loaded und Original, aber jetzt bin ich froh dass ich das Forum hier habe. Wenn man sich nich nicht informiert, wird man wirklich von dieser Marketingmasche eingefangen und das kann Fatal sein, wie es einige ja hier schon erfahren mussten. Zum Fernsehen: Ich überlege auch die ganze Zeit meinen Fernseher zu Verkaufen und mir dafür lieber noch ein Board zu kaufen weil es einfach eine riesige Gehirnwäsche Maschine ist. Man siehe sich nurmal RTL undso an, da soll man sich nicht wundern, dass viele Kinder daran verblöden. Aber es gibt ja Gottseidank noch Arte!

rakete
05.06.2011, 21:26
scheißt mal alle auf 39,90 als film. das original muss man (wie bei allen büchern) gelesen haben, immerhin ist beigbeder ein gott.

xManuelx
14.06.2011, 23:05
was mir auch noch im kopf grade rumschwirt:

ich weiß nich genau ob ich froh darum sein soll oder nich aber irgendwie wundert es mich schon das tech sliden bei den streetskatern so krass unbekannt ist. ich mein, das ganze kommt vom style und allem dem "normalem" streetskaten doch am nähesten. man muss sich nur die faltown dvd reinziehn, haufenweise leute mit baggys und schlaber klamotten (was cool is), meistens ohne helm (okay, das is weniger cool) unterwegs, im endeffekt wird da der look doch voll angesprochen auf den die skate kids abfahren.

aber wenn ichs mir recht überleg bin ich doch ganz froh das es so is wie es is (mit dem bekanntheitsgrad vom tech sliden). is schon ne gruselige vorstellung so nen haufen kids die sich den kopf einrennen...

straylight
14.06.2011, 23:22
Ich hab mich hier eigentlich halbwegs rausgehalten. Nur zwei verspätete Sätze:



ob werbung kunst sein kann oder nicht, haengt vom kontext und vom rezipienten ab.

Werbung ist NIE Kunst. Design ist NIE Kunst. Kunst ist frei. Werbung nicht, Design nicht. Es gibt gute Werbung, gutes Design. Kunst wird es dadurch trotzdem nicht. Btw. RedDot ist ein Vermarktungskonzept und das Museum in der Zeche ein DESIGN Museum. Kunst? Nee.


immerhin ist beigbeder ein gott.

Mir wird grad schlecht...

cu,
Tom

st38
14.06.2011, 23:42
Kunst ist frei? Design ist nie Kunst? Oh Du Ahnungsloser!

straylight
14.06.2011, 23:47
Lol

Spezi
14.06.2011, 23:54
Lol
Wunderbare Art, seine These zu stützen. /ironie



was ich nicht verstehe, ist die haltung der bedenken- und beschwerdetraeger.
ablehnen und sich zurueckziehen schuetzt allenfalls noch den einzelnen, aendert aber nichts. "robinsonaden" sind immer auch isolationen.

jetzt versuch aber mal als deutsches schulkind, dich derart zu entziehen - no way.
gibts denn keine ideen, die positiv woanders hin lenken?


Können wir vielleicht auf der Schiene weiterfahren? Bringt mMn mehr als sich über die Definition von Kunst zu unterhalten.


edith: Ironie im ersten Abschnitt bitte beachten!

straylight
15.06.2011, 00:08
Ja, gute Argumentationen sind immer wieder lohnenswert zu lesen. Ahnungslose können es halt nicht besser. Sie müssen fundierte Gegenargumente ins lächerliche ziehen, um weitere Ahnungslose auf ihre Seite zu ziehen... Egal. Vielleicht morgen mehr. Ich mag heut nicht mehr.

rakete
15.06.2011, 01:02
rausgehalten über 5 seiten. du bist ein toller.