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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sandwich Material?



Kanses
30.03.2014, 15:02
Hallo Zusammen,
Ich bin gerade dabei an einem Aufbau für Board zu basteln.
Meine Idee ist hierbei das ganze mit Injektions-Vakuum zu pressen.

Ich will hier aber gar nicht zu weit gehen. Meine Frage richtet sich mehr an die Erfahrungswerte die Ihr mit Sandwich Eigenbauprojekten gemacht habt.
Gelesen habe ich immer wieder das ein Aufbau von ~3mm birke und 8 mmm Airex genommen wird. Und das setzt meine Frage an. Wieso habt Ihr euch entschlossen 8mm Airex zu nehmen?
Geht das auch dünner (Ich nehme an es dient einzig und alleine dazu den Flächenträgheitsmoment zu vergrößern?!?) ?
Wieso wurde bei vielen auf Airex zurück gegriffen ? Ich habe einen Preis von ~ 50 Euro für 2000x500x8 gefunden? Scheint mir relativ viel zu sein für Füllmaterial?
Was ist mit Waben oder Fliesmaterialien ?

Das sind wirklich ganz stumpfe Einsteigerfragen, jedoch wollte ich erstmal wissen was ich da mache bevor ich es mache.
Wäre nett wenn mir da jemand ein bisschen was zu erläutern könnte.

Danke im Voraus.

Grüße
Daniel

langbrettlabor
31.03.2014, 15:31
Meine Idee ist hierbei das ganze mit Injektions-Vakuum zu pressen.
Dafür brauchst du eine sehr gute Pumpe. Ein paar Anregungen dazu hier: http://forum.longboardz.de/showthread.php?23984-bqtn-Tagebuch


Wieso habt Ihr euch entschlossen 8mm Airex zu nehmen?
Eine Brettdicke von 10-12mm hat sich als ideal erwiesen.


Geht das auch dünner (Ich nehme an es dient einzig und alleine dazu den Flächenträgheitsmoment zu vergrößern?!?) ?
Bei einem Sandwich steigt die Steifigkeit im quadrat zur Brettdicke.


Wieso wurde bei vielen auf Airex zurück gegriffen ? Ich habe einen Preis von ~ 50 Euro für 2000x500x8 gefunden? Scheint mir relativ viel zu sein für Füllmaterial?
Airex: Kann man sägen, schleifen, schnitzen, thermoformen und ist einfach sehr gut zu handeln. Ist sehr druckfest, dynamisch belastbar (je nach Sorte), hat ne gute Schadenstoleranz (je nach Sorte). Will man billig experimentieren, kann man auf Styrodur zurückgreifen, habe ich selbst keine Erfahrung mit (Airex ftw.)


Was ist mit Waben
Aramidwaben sind noch teurer und sehr schwierig zu handeln + für eine Infiltration ungeeignet. Preiswerte Alternative: Pappwaben (Suchfunktion, taugt auch nicht für Infiltration)


oder Fliesmaterialien ?
Was ist das? Meinst du zum Beispiel Cormat Wabenvlies? Als eigentlicher Kern nicht zu gebrauchen da getränkt viel zu schwer + zu hoher Harzverbrauch (=teuer)


Das sind wirklich ganz stumpfe Einsteigerfragen, jedoch wollte ich erstmal wissen was ich da mache bevor ich es mache.
Wäre nett wenn mir da jemand ein bisschen was zu erläutern könnte.
Tipp: Erst mal unter Vakuum ein Board bauen, dann mit Übung an eine Infiltration rantasten, sonst wirds ein Reinfall.


Gelesen habe ich immer wieder das ein Aufbau von ~3mm birke und 8 mmm Airex genommen wird.
1.5mm Furnierlage reicht auch als Topsheet.

Kanses
31.03.2014, 18:43
Also erstmal vielen lieben Dank für die Antwort :-)
also folgendes. Ich darf die komplette Anlage der Uni verwenden. Habe bissher aber keine Erfahrung mit dem Aufbau eines Boards mit Schaumkern.
Als der Dozent mir die zur Verfügung stehenden Materialien gezeigt hat hat er mir (c.a. 3mm) Wabenflies gezeigt.
Ich möchte das ganze eh erstmal Simulieren bevor ich es mache, aber habe mir gedacht das die Leute die es schonmal gemacht haben ja noch am besten wissen müssen.
Zum Beispiel würde mich interessieren inwiefern Pappel oder ähnlich leichtes Holz als oberste Schicht reicht.
Nur mal Grob überdacht müsste ja der Großteil der Spannungen durch das Fasermaterial aufgenommen werden.
Da ich jetzt aber wie gesagt zum rumbasteln nicht gleich Airex kaufen wollte dachte ich mir frag ich mal wie das hier so gehandhabt wird.
Also wird so durch die c.a. 10mm brettdicke die benötigte Faserstärke gesenkt ? Kommt ja dann Preislich irgendwie gleich nehme ich an.

Also der Plan ist es eigentlich nichts kompliziertes zu machen, nur möglichst leicht und nicht teurer als nötig.
Ich hatte mich in meiner Naivität nur gewundert ob die technische Eigenschaften des Füllmaterials bis auf die Verarbeitung ausschlaggebend sind.
Ich bitte alle die das lesen und die Hände über dem Kopf zusammenschlagen um Verzeihung aber ich bin in der Sache noch nicht so drin ich versuche mich gerade reinzudenken.

nellsen
31.03.2014, 21:48
Also nen Kumpel hat das bei sich im Institut auch schon gemacht. Ich hatte allerdings nur die Form dazu angefertigt. Kann also über den genauen Prozess nicht sooo viel sagen...werde mich aber nochmal erkundigen.
Was ich weiß ist, das er sich die benötigten Fasern als Matten gestickt hat und dann nen Kern aus Kork und Cormat gebastelt hat. Das alles anschließend infundiert... Kam nach dem er fertig war auf ca. 1600g bei 95x25cm und ner Dicke von 12mm. Die Materialien sind alle von R&G bezogen wurden. Sollte also alles verfügbar sein. Ich glaub die kaufen immer da ein.

Ich selber baue viel mit Honeycomb. Das ist allerdings NICHT zur Infusion geeignet, wie Fredo schon schrieb. Die Zellen würden sich alle voll saugen und raus käme ein Brocken den du nicht wirklich transpoprtieren möchtest...;-)

Infusion ist aber, was den Faser/ Volumenanteil angeht schon unschlagbar. Frag doch mal die Leute in der Werkstatt, die können dir bestimmt auch mit Tricks und Kniffen zur Seite stehen.

Kanses
01.04.2014, 07:31
Ja besten Dank für die Antwort :-)
Ich wollte da sowieso nochmal fragen in der Werkstatt,
auch der Dozent meinte das er da nochmal mit drüber guckt, jedoch ist der Ansatz ja immer erstmal alles selbst raus zu finden.

Ist R&G eine gute Adresse um Airex zu beziehen ?

Ansich dachte ich an folgendes: (Bitte um Tips, wie gesagt ich bin da grün hinter den Ohren)
Biaxalglas
2-3mm Pappel (Jemand ne bessere Idee/ bzw. andere Erfahrungen gemacht?)
5-8mm Airex 7175 (Werde das aber nochmal durch den PC schicken in den nächsten Tagen und mit dem Coremat Wabenflies vergleichen. Wäre halt Material was zur Verfügung steht.
Biaxalglas
Carbongewebe

Noch ne Frage: Ich dachte ich könnte mir meine Deckschicht vorher eben mit dem Laser zuschneiden lassen um das aussägen zu sparen. Ich kann doch nachher einfach dann längst der Stufe (Vom Holz) das überschüssige Gelege entfernen nach dem pressen oder ?

langbrettlabor
01.04.2014, 07:54
Ist R&G eine gute Adresse um Airex zu beziehen ?
Für 1 Board würde sich eher lohnen hier mal rumzufragen ;)


Biaxalglas
Ja.


2-3mm Pappel (Jemand ne bessere Idee/ bzw. andere Erfahrungen gemacht?)
Ahorn Starkfurnier geht auch. Oder oder oder. Geht ja im Prinzip nur darum im Druckgurt eine Festigkeit gegen Knicken/Beulen zu erreichen. Pappel saugt stark, das könnte in Verbindung mit einer Infusion sehr schwer werden.


Werde das aber nochmal durch den PC schicken in den nächsten Tagen und mit dem Coremat Wabenflies vergleichen.
Vergleich Cormat Wabenvlies 10 mm mit Airex 70.75 in 10 mm
Cormat: Gewicht: 600 g / m² + Harzaufnahme 5000 g / m² > 0,2 m² / Board > Kern alleine wiegt schon 1,120 kg
Airex: Gewicht 750 g / m² + Harzaufnahme 0 g / m² > 0,2 m² / Board > Kern wiegt 150 g

Man sollte immer von der Funktion/ Nutzen ausgehen und nicht davon was man gerade da hat. Wie soll das Ergebnis aussehen, was soll es können. Was brauche ich dafür und wie lege ich das sinnhaft aus. Welches Gewicht möchte ich erreichen, wie viel Torsion soll das Brett haben, wie viel Flex, wie stark soll es dämpfen. Ein Voll-Carbon Deck fühlt sich schnell an wie eine Porzellanschüssel. Ein Cormat Vlieskern zu verbauen ist möglicherweise handwerklich einfach interessant, das Ergebnis als Sportgerät ist aber eher als halbgut zu bewerten. Evtl. wäre ein interessantes Projekt sich von 3Dcore bemustern zu lassen. Das ist ein spannendes Material für Infusionen und mit ein bisschen Zucker bekommst du evtl ein bisschen Material für lau (Uniprojekt, whatever)...


Biaxalglas
Ja.


Carbongewebe
Als Abschluss/ Finishgewebe gut, darunter fehlt noch etwas um die Zugkräfte aufzunehmen.


Noch ne Frage: Ich dachte ich könnte mir meine Deckschicht vorher eben mit dem Laser zuschneiden lassen um das aussägen zu sparen.
Kann man machen. Stufen sind aber doof. Du erreichst eine mögliche Schwachstelle wenn deine Boardkante genau da ist, wo die Fasern eine 90 Grad Stufe machen müssen. Wieso nicht einfach anschließend das gesamte Board auslasern?

Kanses
01.04.2014, 11:13
Macht sinn ... Also das Board soll einfach als Pusher gedacht sein. Sollte Flex haben (Da dachte ich mir das ich da vielleicht ne Annäherung über eine Simulation bekomme)
Ich denke das es sonst mit Carbonfasern sehr schnell sehr steif wird.
Die Motivation ist hierbei im Prinzip ein leichteres Board zu bauen als ich es beim ersten Versuch mit einer Rippenpresse und einem reinen Holzaufbau gemacht habe.
Das was du zur Deckschicht schreibst macht durchaus sinn. Was würdest du denn empfehlen ?
Könntest du mir mal einen Link schicken für ein gutes Carbon finish gewebe+ eines für die Zugkräfte? Denke für die Torsion wird das Glas reichen oder ?

Von dem Lasern im Nachhinein wurde mir abgeraten da die ergebnisse nicht so toll gewesen wären in der Vergangenheit. Das ist bei dem Gerät was wir haben immer ne gute Portion Fingerspitzengefühl was die Schneidleistung angeht (Bei den Compositen).
Was wohl bei uns für die kleinen Teile gemacht wird ist das ganze mit einer Diamantfräse zu bearbeiten. Kommt aber auf Grund der größe des Boards nicht in Frage. :-/

langbrettlabor
01.04.2014, 11:38
Also das Board soll einfach als Pusher gedacht sein. Sollte Flex haben
= dünner Kern + mehr Fasern, auf keinen Fall Styrodurkern. Für dynamisch beanspruchte Teile Airex R63.


Ich denke das es sonst mit Carbonfasern sehr schnell sehr steif wird.
Jep, würde daher entweder zu UTS-Kohlefasern greifen oder ganz drauf verzichten und mit Glas-/Aramid-/Naturfasern arbeiten.


Die Motivation ist hierbei im Prinzip ein leichteres Board zu bauen als ich es beim ersten Versuch mit einer Rippenpresse und einem reinen Holzaufbau gemacht habe.
Wenn man nicht alles falsch macht (und z.B. Wabenvlies verwendet ;) ist ein Foamie in jedem Fall leichter als ein Holzbrett.


Das was du zur Deckschicht schreibst macht durchaus sinn. Was würdest du denn empfehlen ?
Es gibt für Deckschichten allerlei hübsche Spielereien, von gefärbten Glas über Texalium, Basalt, Kohlefaser etc. ... Finishgewebe = dünn = Optik = Geschmackssache.


Könntest du mir mal einen Link schicken für ein gutes Carbon finish gewebe
Was ist denn "gut"? Schick aber teuer sind spread-tow Gewebe. Ein Leinwand oder Köpergebe 60 -100 g / m² sollte es tun (Timeout, Bacuplast, R&G, HP Textiles etc)


+ eines für die Zugkräfte? Denke für die Torsion wird das Glas reichen oder ?
Um die Zugkräfte aufzunehmen verwendet man unidirektionales Gelege. Für nen Pusher mit Flex eher Flachs oder Glas als Kohlefaser. Grammatur abhängig von der Kerndicke.

Vorschlag Aufbau:
- Leinwandgewebe Kohlefaser ~80 g / m²
- Biax Glasfaser ~ 300-400 g / m²
- 1,5 mm Esche oder Ahorn Furnier (eher Ahorn, saugt weniger)
- Airex R63 Kern mit Inserts (auch Ahorn? Oder Birke Multiplex, ABS, PC, PVC Hartschaum oder oder oder)
- unidirektionales Gelege 400-900 g / m² abhängig von Fasertyp, Kerndicke etc.
- Biax Glasfaser ~ 300-400 g / m²
- Leinwandgewebe Kohlefaser ~ 80 g / m²

Kanses
01.04.2014, 13:15
Würde mich ja gerne direkt zweimal für den Post bedanken !!!

Ja ich denke ich hab da jetzt genug Informationen um mich mal ran zu tasten.
Wenn du noch nen Tip hast wo man am günstigsten an Core-Material kommt kann ich mich nächste Woche dann mal dran machen.
Sollte ich jetzt auf die von dir genannten Fasern zurückgreifen und Kohle nur als Leinwandgewebe verwenden hat die Leinwand so gesehen keinen großen Einfluss auf die gesamte Steifigkeit richtig ?

langbrettlabor
01.04.2014, 14:42
Wenn du noch nen Tip hast wo man am günstigsten an Core-Material kommt kann ich mich nächste Woche dann mal dran machen
Als Uniprojekt würde ich einfach versuchen mir direkt vom Hersteller was zu "erschnorren". 3Dcore (direkt), Airex R63 (Gaugler & Lutz), o.ä. Ansonsten hier im Forum ein Gesuch aufgeben. Vllt. hat jemand was da (Maße + Dicke angeben!).


Sollte ich jetzt auf die von dir genannten Fasern zurückgreifen und Kohle nur als Leinwandgewebe verwenden hat die Leinwand so gesehen keinen großen Einfluss auf die gesamte Steifigkeit richtig ?
Richtig, dünne Leinwand als Finish hat deutlich weniger Einfluss als eine unidirektionale HM Kohlefaser, die das Brett sofort dicht macht.