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Lager richtig festziehen

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  • Lager richtig festziehen

    Grüss Gott beisammen!

    Nach vielem mitlesen melde ich mich jetzt auch mal zu Wort - und das gleich mal mit Klugscheißen (ihr wißt ja: für den ersten Eindruck gibt's keine 2. Chance ;-) )
    Ich habe gerade den Thread "Rasseln" gelesen , und bin über die gleiche Diskussion hier auch schon öfter gestolpert; daher geb ich mal meinen einigermaßen qualifizierten Senf zum Thema Wälzlager und "wie fest knall ich meine Lager an" ab:

    Unser Problem besteht darin, dass

    1. Rillenkugellager (RKL) für unsere Zwecke eigentlich ungeeignet sind, da diese keine bzw nur sehr geringe Axialkräfte übertragen können (also Kräfte, die in Board-Querrichtung auftreten -> Kurven, noch schlimmer: sliden); besser wären zumindest sog. Schrägkugellager, am besten Kegelrollenlager.

    Ein RKL-Lagerpaar sollte immer aus einem Fest- und einem Loslager bestehen. Loslager heißt, dass das Lager am Außen- oder am Innenring in axialer Richtung nicht Formschlüssig an seine Position gehalten wird. Das Festlager hingegen ist durch Formschluss an Außen- und Innenring in axialer Richtung in seiner Position festgelegt und überträgt daher (geringe!!!) axiale Kräfte.
    Diese Form der Lagerung wählt man, wenn die Welle nicht in axialer Richtung belastet wird und durch das Festlager nur an ihrer Position gehalten werden muss.
    Und damit zur Kraft bzw dem Moment, mit dem man seine Lager anzieht: Bei RKL gibt es kein sinnvoll vorzugebendes Anzugs-Moment, da eins der Lager sowieso axial frei ist (s.o.).
    Nur bei Schrägkugel- bzw Kegelrollenlagern ist ein Anzugsdrehmoment vorgegeben und sinnvoll, da hier bei einer bestimmten Vorspannung das Optimum aus Reibung und Verschleiß erzielt wird. Eine Zeichnung eines Kegelrollenlagers ist angefügt, da sollte man eigtl erkennen, wie so ein Ding funktioniert.

    2. die Konstruktion der Rollenlagerung beim LoBo darüber hinaus unsauber, eigtl sogar falsch ist (in einer Maschinenelemente-Prüfung zB sollte man sowas besser nicht abliefern... ). In der Zeichnung unten sieht man, dass bei dieser Konstruktion eine Doppelpassung entsteht; d.h., die Länge des Rollenkerns und die des Spacers müssten exakt gleich groß sein und der gleichen Verformung beim Anziehen unterworfen sein. Da dies nicht möglich ist, werden die Lager immer leicht schräg stehen. Das ist nicht besonders gut für das Reibungs- und auch das Verschleißverhalten des Lagers.

    Was bedeutet das Ganze für uns?
    Ein "korrektes" Anzugsmoment gibt es nicht, wir wissen auch nicht, ob der Spacer oder der Rollenkern länger ist. Daher können wir 1. nur mit GEFÜHL FESTziehen und müssen uns 2. damit abfinden, dass unsere Lager relativ schnell verschleißen bzw durch falsche Belastung zerstört werden und sehr wahrscheinlich nicht optimal reibungsarm laufen.

    Soll uns aber alles nicht davon abhalten, beim Cruisen/Bomben/... weiter Spass zu haben!
    Angehängte Dateien
    "Und - was hörst du so?" - "Foamcore."

  • #2
    Jo. Ganz Unrecht haste zwar nicht. Ist auch schön erklärt. Aber rein theoretisch sollten die Lager die entstehenden Kräfte, egal ob radial oder achsial, verkraften. Hab das mal ausgerechnet. Geht klar. Aber das Gesammtsystem mit den ganzen Fehlern, wie z.B.: Nicht rechtwinklige Auflagefläche, selten passende Spacer, Schmutz bzw mangelnde Pflege, zerstören das Lager. Die Kräfte alleine reichen nicht aus um das Lager zu zerstören. Die Formeln stehen in jedem Tabellenbuch und bei den üblichen Firmen.

    Noch mal zu nem anderen Thread. Seit wann gibt es ein sog. "Anzugsmoment" für Wälzlager? Also bei Schräg- bzw Schulterkugellagern ist mir das klar. Aber bei Wälzlagern ist das tödlich. Die haben eine feste Lagerluft und basta. Bei den oben genannten wird die ja eingestellt (siehe oben Bild 2). Übrigens schöne Skizzen!

    P.S.: Ich messe meine Rollenkerne mitlerweile aus und passe die Spacer an.
    Zuletzt geändert von BobdeLong; 24.07.2009, 18:34. Grund: möp

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    • #3
      Ich habe nicht viel Ahnung von der Materie, aber ich frage mich wieso sich noch keiner die Mühe gemacht hat das optimal umzusetzen? In der heutigen Zeit dürfte das doch möglich sein ohne alles manuell anpassen zu müssen, oder nicht?

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      • #4
        doch klar hat man. Z.B. DTC. Aber das kostet. Früher 160 und jetzt 120 €. Jedes neue "bereifen" glaub ich 40 oder 60 €.

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        • #5
          Zitat von BobdeLong Beitrag anzeigen
          doch klar hat man. Z.B. DTC. Aber das kostet. Früher 160 und jetzt 120 €. Jedes neue "bereifen" glaub ich 40 oder 60 €.
          Ähm, und was genau machen die? Ich kenne DTC jetzt nur von den Rollen mit dem Alukern aus Frankreich. Meinst du das?

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          • #6
            Danke Kabaman,

            da hast du vollkommen recht.

            Es reicht ja schon wenn man sich die Tragzahlen reinzieht.

            Wer die sich anschaut kurz zu Erinnerung 10N = 1kg merkt sofort, dass auf den Kugellagern die für den Longboardsport verwebdet werden viel zu höhe Kräfte wirken.

            MFG

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            • #7
              • d 8 mm
              • D 22 mm
              • B 7 mm
              • r min. 0,30 mm
              • Tragzahlen dyn C 2,60 kN
              • Tragzahlen stat C0 1,32 kN
              • Drehzahlgrenze Fett 30000 min-1
              • Drehzahlgrenze Öl 36000 min-1
              • Gewicht 0,013 kg

              das sind die werte von einem preiswerten 608 lager. dann hast du 8 stück von den dingern an deinem board. die können also um die 20kN tragen. das sollte für nen kleinwagen langen. rkl verkraften ungefähr 10% ihrer tragzahl auch axial, sollte auch dicke reichen.
              # Wer schnell fahren will, darf nur wenig lenken.
              # Wer wenig lenken will, muss früh anfangen

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              • #8
                Das heißt wir haben auf den rotierenden Teils des Lagers eine Belastung von ca 260kg das heißt pro Rolle 2 Lager / 520kg.
                Das 8x 608 trägt also ca 2T, gut gut.

                Es ging aber um die seitliche Belastung des Lagers und die ist leider nicht so hoch.

                Durch die auftretenden Querkräfte ist das Lager trotzdem höherem Verschleiß ausgesetzt.
                Ganz Kurz z.B man nimmt ein sehr robustes Kurbelwellenlager von nem Scoot.
                Beim Ausbau schlägt mit nem Hammer ausversehen auf den Läufer.
                Das wars mit kleinem Lagerspiel.

                Jetzt gehen wir echt extrem ins Detail.

                man müsste es einfach mal ausprobieren.
                Am besten wäre das Lager einfach mal so stark seitlich belasten, bis es den Käfig verformt und dabei gleichzig die einwirkenden Kräfte messen.

                Dann haben wir ruhe!!!


                Das die Lager einiges Tragen können ist klar. Aber wieviel Axialkräfte diese aushalten!!!!!!!????

                So die Taschenrechner raus, Versuche machen, Zahlen in die wunderschöne Formel einsetzten und ausrechnen.

                Oder einfach Rollen gehen und so weiter fahren.
                Zuletzt geändert von Keyman; 26.07.2009, 07:45.

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                • #9
                  Wer baut denn die Lager mit Hilfe eines Hammers aus?^^ Da kannst du die eh wegwerfen...

                  Dafür gibt es Achsstifte!
                  Kritik zur Kenntnis genommen - Ignoriervorgang eingeleitet

                  "Ich bekomm im echten Leben keine Anerkennung und lege deshalb Wert auf die Farbe der Karten unter meinem Usernamen."

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                  • #10
                    Ach der Kollege, dann Frag mal in nem Scooterforum wer die dinger mit nem Hammer ausbaut.

                    Es soll so welche geben.
                    Die Frage gehört hier nicht rein. sorry


                    So ich habe mich jetzt nochmal mit der Axialen Belastung beschäftigt.
                    Ich habe gefunden: Wenn ein Kugellager mit einer bestimmten Axialkraft belastet werden kann dann wird dies auch in den Datenblätter angegeben.

                    Es gibt ja auch Axial Rillenkugellager und ein haufen anderer Lagertypen.
                    Bei SKF sind bei jeden Axialllager, die Axialkräfte mit angegeben.
                    Rillenkugellager die wir verwenden sind nicht dafür gebaut hohe Axialkräfte aufzunehmen deswegen werden auch keine Axialkräfte angegeben.
                    Wie gesagt die muss man sich ausrechnen. Das Ergebnis wird nicht gerade berauschend Groß sein.
                    Zuletzt geändert von Keyman; 26.07.2009, 07:43.

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                    • #11
                      warum werden keine kegelrollenlager verwendet?
                      lasst mich raten...
                      a. gibts nicht in unserem format
                      b. zu teuer
                      ?!

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                      • #12
                        @keyman: wie wäre es mal mit aufmerksam lesen?


                        Zitat von JointStrike Beitrag anzeigen
                        • d 8 mm
                        • D 22 mm
                        • B 7 mm
                        • r min. 0,30 mm
                        • Tragzahlen dyn C 2,60 kN
                        • Tragzahlen stat C0 1,32 kN
                        • Drehzahlgrenze Fett 30000 min-1
                        • Drehzahlgrenze Öl 36000 min-1
                        • Gewicht 0,013 kg


                        das sind die werte von einem preiswerten 608 lager. dann hast du 8 stück von den dingern an deinem board. die können also um die 20kN tragen. das sollte für nen kleinwagen langen. rkl verkraften ungefähr 10% ihrer tragzahl auch axial, sollte auch dicke reichen.

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                        • #13
                          Zitat von robin Beitrag anzeigen
                          a. gibts nicht in unserem format
                          Richtig. Die einzigen Normlager die man für den den Wellendurchmesser 8mm bestellen kann sind die 608 Rillenkugellager. Selbst wann man die Bear mit 10mm nimmt findet man nichts.

                          Die einzige Option die ich sehe (bzw. nach kurzer Recherche gefunden hab) sind Pendelrollenlager Typ 108, gibts in genau unseren Maße (8x22x7). Habe sie allerdings nirgendwo gedichtet gefunden (was auch keine Sinn machen würde auf Grund der Bauweise).

                          Wer ein bisschen wühlen will, kann hier schauen:
                          http://medias.ina.de/medias/ext/hp?lang=de

                          Hier kann man Lager auch in kleinen Mengen bestellen. Interessant ist die Suchmaske nach Maßen:
                          http://www.dswaelzlager.de

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                          • #14
                            Der Axiale Wert wird aktuell von ASK nicht angegeben.
                            In der Beschreibung steht das die Lager axial belastbar sind aber nicht wieviel.

                            Bevor es hier auch wieder eskaliert würde ich sagen.
                            Fahren wir einfach so weiter. Bis jetzt hat sich keiner über die Funktion beschwert.
                            Ob wir jetzt hier weiter diskutieren!!!??? Es ändert im großen und ganzen nichts an der Lage.
                            Die Lager werden immer noch gefahren.
                            Ich fahre auch gerne dei ASK Lager. also passt.
                            Es kommt drauf an wie man sie belastet!!!!

                            Sie halten!!! Bei höherer Belastung wird halt nur der verschleiß höher.

                            Wie wärs wenn wir darauf einigen ohne irgentwelche Werte auf ner Tabelle abzulesen:::::
                            Das die Lager halten, haben sie bis jetzt auch getan. Ohne jetzt zu berücksichtigen ob die jetzt nicht geeignet wären.

                            Punkt
                            MFG
                            Zuletzt geändert von Keyman; 26.07.2009, 13:01.

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