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Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

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  • Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

    Moin,

    ich baue schon ne ganze Weile Longboards, nur als Hobby und zunächst nur für mich.

    Dann habe ich an der Schule, an der ich gearbeitet habe, eine Longboard-Werkstatt angeboten, die großen Anklang fand. Über rechtliche und versicherungstechnische Fragen habe ich mir da keine großen Gedanken gemacht und z.B. einfach mal gutgläubig angenommen, die Schüler wären bestimmt über die Schule unfallversichert, da es ja während der Schulzeit war.

    Nun würde ich gern selbstständige Longboardworkshops (nicht unbedingt mit Gewinnerzielungsabsicht) für Jugendliche anbieten. Dazu habe ich noch ein paar Jungs am Start, die gern mit mir Boards bauen und daraus gern mehr machen würden, so in Richtung ihr eigenes kleines Label gründen und ein paar Decks an Freunde/Bekannte verkaufen so unter dem Motto "von Schülern für Schüler"...

    Also nichts Großes, nicht mit dem Gedanken dick ins Longboardgeschäft einzusteigen ;) Aber rechtlich gesehen ist es natürlich schon ein Geschäft, wenn ich auch nur ein Deck verkaufe.

    Dafür evtl. ein Gewerbe anzumelden erscheint mir noch die geringste Hürde.

    Sorgen machen ich mir um versicherungstechnische Fragen wie z.B. die Unfallversicherung von Workshop-Teilnehmern und die Produkthaftung im Falle des Verkaufs selbst gebauter Boards. Per Suche finde ich nur einen Thread, in dem das Wort "Produkthaftung" überhaupt auftaucht und in dem dem TE auch Kleinkariertheit und Spießigkeit vorgeworfen wird.

    Wenn ich jetzt um Erfahrungen oder Rat zu dier Thematik suche, geht es mir ehrlich gesagt um meinen eigenen Arsch, denn wenn sich jemand in meinem Workshop mit der Stichsäge den Finger abschneidet oder mit einem bei mir gebauten Deck verungklückt, kann das ganz schnell rechtliche Konsequenzen haben. Ich hoffe nicht, dass jemand diese Sorge kleinkariert findet...

    Bin euch also für Hinweise speziell zur Unfallversicherung und Produkthaftung sehr dankbar.

    Grüße Flo

  • #2
    AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

    Hey rooky,

    sowas sollte eine Haftpflichtversicherung in der Regel übernehmen. Da kann dir die ein oder andere Versicherungsgesellschaft sicher bessere Auskunft drüber geben.
    Ich hatte mich vor einiger Zeit mal schlau gemacht weil ich ab und an Slackline Workshops für Kinder gebe. Viele Versicherungen haben so ihre Probleme mit "Outdoor" Aktivitäten. Wie genau Longboardbau u.ä. eingestuft wird ist mit Sicherheit von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich.
    Ich würde dir den Tipp geben mal ein paar Angebote einzuholen und bei offenen Fragen die Versicherungsanbieter anzuschreiben die für dich in Frage kommen würden.

    Sonnige Grüße

    Mathias
    Wer später bremst ist länger schnell!!!

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    • #3
      AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

      Noch einmal eine Frage an diejenigen, die nach langen Jahren Boardbau für sich selbst und Freunde sich dazu entschlossen haben, Boards zu verkaufen:

      Wie geht ihr mit der Produkthaftung um?
      Produkhaftungsgesetz §1 (1) Wird durch den Fehler eines Produkts jemand getötet, sein Körper oder seine Gesundheit verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist der Hersteller des Produkts verpflichtet, dem Geschädigten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.
      Größere Unternehmen haben dafür eine Versicherung, nehme ich an. Daher geht meine Frage eher an diejenigen, die nur mal so ein paar Boards verkaufen...

      Habt ihr dafür eine Versicherung abgeschlossen? Oder hofft ihr darauf, dass eure Boards in jedem Fall so gut sind, dass nichts passieren kann?

      Danke für Antworten!

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      • #4
        AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

        Wenn du es als Gewerbe machen möchtest benötigst du eine Betriebshaftplicht. Ansonsten sehe ich mit den Produkthaftungsgesetz §1 kein Problem, denn du haftest nur dann wenn dein Produkt einen Fehler hat der zum Schaden führt - was soll das bei einem Longboard für ein Fehler sein?

        LG Tilo

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        • #5
          AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

          Vor dem Finanzamt sauber: Gewerbeschein + Kleinunternehmerregelung + Steuererklärung.
          Wenn du nicht allein bist macht das jeder einzelne für sich. Gemeinsam seid ihr dann eine GbR. Steuern wird keiner bezahlen, weil ihr unterhalb der Mindestbemessungsgrenze liegen werdet. Ein Vertrag für die GbR braucht ihr nicht, das werdet ihr automatisch. Evtl bietet es sich an aber ein paar Sachen schriftlich festzuhalten, falls ihr euch au den Keks geht. Ein Termin beim Versicherungsmakler wird dir zeigen, ob eine Gewerbehaftpflicht für dich bezahlbar is, oder ob du das Risiko eingehst.

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          • #6
            AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

            Deckt denn eine Betriebshaftpflicht evtl. Ansprüche aus der Produkthaftung?

            Als Schaden fällt mir eigentlich nur ein, dass ein Deck bricht. Wäre interessant zu wissen, ob dann die Beweislast, dass das Board fehlerhaft war, beim Geschädigten liegt - oder ob ich nachweisen muss, dass es nicht fehlerhaft war. Als Fehler könnte man sich vorstellen, dass Holzschichten bzw. Laminat nicht ausreichend verklebt waren oder generell zu schwach dimensioniert...

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            • #7
              AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

              Zitat von ollerSkater Beitrag anzeigen
              was soll das bei einem Longboard für ein Fehler sein?
              Brett delaminiert bei voller fahrt, weil das Epoxy-Mischverhältnis daneben liegt, fängt an zu wobblen, Fahrer bricht sich das Genick an der Leitplanke. Der Gutachter sieht die Rippenpresse und stellt fest, dass das Board nicht getempert wurde, obwohl es das Datenblatt fordert. Da kann man, wenn man will, neun Strick daraus drehen. Und Eltern, deren Kind gerade verunglückt ist, können sich ganz schön festbeißen.

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              • #8
                AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

                Zitat von rooky Beitrag anzeigen
                Deckt denn eine Betriebshaftpflicht evtl. Ansprüche aus der Produkthaftung?
                Gewerbehaftpflicht deckt:
                • Schäden, die durch Mitarbeiter im Zuge der ausgeübten Tätigkeit verursacht werden
                • Schäden Dritter, die sich durch Verletzung der Verkehrssicherungspflicht auf dem Betriebsgrundstück ereignen
                • Produkte, die bei Kunden einen Personen- oder Sachschaden verursachen (Quelle:Ergo)

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                • #9
                  AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

                  Zitat von langbrettlabor Beitrag anzeigen
                  Brett delaminiert bei voller fahrt, weil das Epoxy-Mischverhältnis daneben liegt, fängt an zu wobblen, Fahrer bricht sich das Genick an der Leitplanke. Der Gutachter sieht die Rippenpresse und stellt fest, dass das Board nicht getempert wurde, obwohl es das Datenblatt fordert. Da kann man, wenn man will, neun Strick daraus drehen. Und Eltern, deren Kind gerade verunglückt ist, können sich ganz schön festbeißen.
                  Ermutigend

                  Wie macht man es dann?
                  Bzw. wie machst du es?
                  No risk no fun?
                  Boards bauen, die nicht brechen?
                  Oder einfach sein lassen....

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                  • #10
                    AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

                    Zitat von rooky Beitrag anzeigen
                    Ermutigend

                    Wie macht man es dann?
                    Bzw. wie machst du es?
                    No risk no fun?
                    Boards bauen, die nicht brechen?
                    Oder einfach sein lassen....
                    Lass dir n Angebot von nem Makler machen. Dürften bei Dir auf Grund der Größe, des Umsatzes, der geringen Mengen an Schadstoffen weniger als 10 EUR im Monat sein.

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                    • #11
                      AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

                      Danke dir!

                      Weiter Tipps und Ratschläge sind mir willkommen
                      Zuletzt geändert von rooky; 13.11.2014, 11:16.

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                      • #12
                        AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

                        Nun würde ich gern selbstständige Longboardworkshops (nicht unbedingt mit Gewinnerzielungsabsicht) für Jugendliche anbieten. Dazu habe ich noch ein paar Jungs am Start, die gern mit mir Boards bauen und daraus gern mehr machen würden, so in Richtung ihr eigenes kleines Label gründen und ein paar Decks an Freunde/Bekannte verkaufen so unter dem Motto "von Schülern für Schüler"...
                        In dieser Aussage sehe ich zwei komplett verschiedenen Ansätze über die du dir Gedanken machen solltest.

                        1. "Nun würde ich gern ... Longboardworkshops...anbieten"
                        Bei einem Workshop bist du nur als Instruktor / Lehrer / Berater tätig. Die Boards werden von den Eignern gebaut. Hier musst du dir versicherungstechnisch nicht zu viel Sorgen machen.
                        Eine Produkthaftung gibt es nicht, da du selbst (oder dein Unternehmen) kein Produkt selbst herstellt. Gegen Verletzungen mit Heimwerker-Werkzeug sind die Teilnehmer selbst versichert.

                        2. "...ihr eigenes kleines Label gründen und ein paar Decks an Freunde/Bekannte verkaufen...."
                        Das hingegen kommt einem Hersteller schon sehr nahe. Hier ist sicher das Thema "Produkthaftung" etc. anzuschauen.
                        Das ist ganz klar ein Produkt und braucht sicher noch viel mehr, wie wahrscheinlich z.B. eine CE Zertifizierung etc.
                        Von diesem Modell würde ich Abstand nehmen.

                        Gruss Sternspechtler

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                        • #13
                          AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

                          Zitat von langbrettlabor Beitrag anzeigen
                          Brett delaminiert bei voller fahrt, weil das Epoxy-Mischverhältnis daneben liegt, fängt an zu wobblen, Fahrer bricht sich das Genick an der Leitplanke. Der Gutachter sieht die Rippenpresse und stellt fest, dass das Board nicht getempert wurde, obwohl es das Datenblatt fordert. Da kann man, wenn man will, neun Strick daraus drehen. Und Eltern, deren Kind gerade verunglückt ist, können sich ganz schön festbeißen.
                          Ich gehe davon aus, das jemand der das Ganze semiproffesionell durchführen möchte intelligent ist und sich mit den Verarbeitungsmethoden auskennt und sich an die Vorgaben des Datenblatts hält. Daher halte ich das Risiko der Haftung für gering. Trotzdem beötigt man natürlich eine Haftpflichtversicherung.

                          LG Tilo

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                          • #14
                            AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

                            Sternenspechtler, nix für ungut, aber das klingt doch alles sehr spekulativ. Ich würde mich vor allem über fundiert Antworten von Menschen freuen, die auf eigene Erfahrungen, "...been there, done that", zurückgreifen können.

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                            • #15
                              AW: Produkthaftung und andere rechtliche Hürden

                              Zitat von ollerSkater Beitrag anzeigen
                              und sich an die Vorgaben des Datenblatts hält.
                              Warum Zeit und Geld in eine Temper Box investieren die dann auch noch derbe sperrig ist wenn die Decks auch so halten?
                              ferd tiga vogl :P

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