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Gripox Bio Epoxidharz

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  • Gripox Bio Epoxidharz

    Das Harz wurde hier in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal erwähnt.
    Ich wollte mal fragen ob ihr was zur Langzeiterfahrung sagen könnt? Wie ist die Haltbarkeit?
    Auf der Herstellerseite wird gesagt, dass es nicht so spröde ist wie herkömmliches Epoxy, heißt das man benötigt mehr Gelege um eine Vergleichbare Steifigkeit zu erlangen?

    Ich würde mich über Antworten oder Hinweisen zu anderen/ähnlichen Produkten freuen, da ich gern ökologischer bauen möchte.

  • #2
    AW: Gripox Bio Epoxidharz

    Zitat von mrs tiffy Beitrag anzeigen
    Das Harz wurde hier in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal erwähnt.
    Ich wollte mal fragen ob ihr was zur Langzeiterfahrung sagen könnt? Wie ist die Haltbarkeit?
    Auf der Herstellerseite wird gesagt, dass es nicht so spröde ist wie herkömmliches Epoxy, heißt das man benötigt mehr Gelege um eine Vergleichbare Steifigkeit zu erlangen?

    Ich würde mich über Antworten oder Hinweisen zu anderen/ähnlichen Produkten freuen, da ich gern ökologischer bauen möchte.
    Ist das Zeug überhaupt verfügbar? Immer wenn ich da vorbeischau, gibt's das gerade nicht.

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    • #3
      AW: Gripox Bio Epoxidharz

      Ich habe angefragt. Das UV-härtende 1K Gripox ist verfügbar. Kostet aber fast 40€ das kg. Das 2K Gripox soll noch Q1 2016 verfügbar sein. Es ist zwar auch nicht günstig, aber immerhin nur knapp 30€ das kg.

      Ich habe das mal durchkalkuliert. Wenn das mit meiner Rechnung so passt, kostet das Deck dann knapp 40€ mit Aufbau 3x Birke 3mm, 2x Biax BComp Flachs, 1x UD BComp Flachs und das ganze eben mit 2K Gripox laminiert.
      Ist der doppelte Preis zum herkömmlichen Aufbau mit Glas und standard Epoxy.

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      • #4
        AW: Gripox Bio Epoxidharz

        Hey,

        warum möchtest du denn auf ein herkömmliches Harz verzichten? Aus biologischen/umwelttechnische Gründen?
        Das Problem ist, dass mit momentaner Technik z.B. Flachsfasern extrem viel Wasser zum Waschen und Chemie zum Bleichen verwendet werden müssen, da es sich bei Flachs um ein Naturprodukt handelt und die größte Hürde ist, eine gleichbleibende Qualität garantieren zu können und das häufig viel Einsatz bei der Reinigung benötigt. Bei Biopolymeren ist es ähnlich, bei der Herstellung muss einiges an Chemie eingesetzte werden und der Bezug auf Bio bezieht sich eigentlich nur darauf, dass es auf Basis von Nachwachsenden Rohstoffen ist.

        Ich bin kein Gegner von solchen Materialien, den auf langer Sicht kann es schon sinnvoll sein solche Technologien zu verwenden, dazu müssen die Prozesse aber besser untersucht, verstanden und verbessert werden, das schlimme ist natürlich, dass das eigentlich nur möglich ist, wenn man die Werkstoffe mehr einsetzt, also ein Teufelskreis.

        Kannst du mal ein Datenblatt oder die genaue Bezeichnung posten? Im Netz findet sich einiges zu Bio Epoxidharz aber ich habe nur eines zu Gripox gefunden:
        http://grizzlyleim.de/techsheets/42111K.pdf

        Falls es das Polymer sein sollte, dann ist die Einsatztemperatur von +18°C bis +30°C viel zu niedrig, optimal sagt man für Outdooranwendungen ohne Schutzschicht mit Kohlefaser, dass eine Tg~120°C hilfreich ist, da bei Sonneneinstrahlung das Material auf bis zu ~80°C aufgeheizt werden können und die Tg (Glasübergangstemperatur) bei den Harzen nur so hoch sein kann bei einer Temperung, ohne Temperung ist die Tg bei dem 120°C Harz immer noch höher als die 80°C.

        Bei Glas/Flachs sieht es natürlich anders aus, da die weiße/helle Farbe natürlich die Sonnenstrahlung weniger stark absorbiert wird, aber ich würde schon auf 40-50°C Einsatz gehen um sicher zu sein, wäre ja schade um die Arbeit.


        An sich kann ich dir leider nur ein paar Pi-mal-Daumen Regeln geben um das Datenblatt zu interpretieren, da ich selbst nur mit Kohlefaser und Epoxy arbeite.


        Viele Grüße


        P.S. Weil du im Eingangspost auf spröde und steif eingehst, beide Begriffe haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Mit spröde meint man nur, dass das Material bricht ohne sich vorher stark plastisch zu verformen und häufig dann sehr scharfe Kanten bildet an denen man sich schneiden kann. Steif dagegen meint, dass ein steifere Werkstoff sich bei gleicher Geometrie und bei gleicher Belastung weniger stark durch biegt, bei einem Faserverbund übernimmt da aber die Fasern die Steifigkeitsfunktion, das Harz die Stützfunktion. Bei der Auslegung kannst du dich also schon an den Mengen für Glas orientieren, da Glasfasern einen ähnlichen Emodul haben. Ansonsten mal das Datenblatt von den Flachsfasern raussuchen und den Emodul mit E-Glas-Fasern vergleichen und dann skallieren, z.B. hälfte Emodul = doppelte Menge.

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        • #5
          AW: Gripox Bio Epoxidharz

          Es gibt unterschiedliche Facetten von Biocomposites:

          1) Nachwachsende Rohstoffe:
          Nachwachsendes Material ist immer interessanter als petrochemische Produkte

          2) Nachhaltige Herstellung:
          Welche Energie und Zusatzmittel müssen eingesetzt werden, um aus den Rohstoffen ein technisches Produkt zu machen.

          3) Recycling:
          Wie sieht das mit der Verwertung aus. Ist das Material verarbeitet kompostierbar oder kann man es nur verbrennen.

          Daraus ergibt sich dann eine Zielsetzung die man mit einem solchen Board verfolgen will. Alle Punkte wird man im Augenblick nur schlecht erschlagen können. Ich verfolge mit meiner bqtn-Reihe den Ansatz, zunächst den Anteil an nachwachsenden Rohstoffen zu maximieren ohne Kompromisse bei den Eigenschaften der Boards zu machen. Ob und wie nachhaltig die Harze, Fasern usw. hergestellt werden muss man mit dem Hersteller abklären. Mit BComp hatte ich viel Kontakt und hab die Jungs persönlich kennen gelernt. Ich weiß, dass es Ihnen am Herzen liegt regionale Rohstoffe einzusetzen und die Prozesse dahingehend zu entwickeln, dass auch die Herstellung nachhaltig ist. Damit sind die Jungs meine ersten Ansprechpartner, wenn es um solche Fragen geht.

          Bei Holz ist vor allem die Herkunft oft unklar. Nur weil man Holz verbaut, muss das noch lange nicht ökologisch sein, obgleich der ökologische Impact zunächst geringer ist, als bei z.B. PVC-Schäumen. Alternativen können z.B. Baltek oder CoreCork sein, ist allerdings nicht besonders einsteigerfreundlich direkt mit Sandwich-Boards loszulegen. Auch die Kernmaterialien von BComp kann man in Betracht ziehen.

          Bei den Harzsystemen wird es letztendlich richtig dünn. Ich empfehle eine Blick auf Entropy Resins zu werfen. Die leben eine ganzheitlichen Ansatz, der mir sehr gut gefällt. Zu den Eigenschaften der Harzsysteme kann ich in den nächsten Monaten mehr erzählen.

          Am Ende des Tages habe Biocomposites auch viel mit Vertrauen zu tun. Stimmt das alles, was einem als Grün verkauft wird? Biocomposites sind im Moment deutlich teuerer als konventionelle Materialien, damit muss man leben.

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          • #6
            AW: Gripox Bio Epoxidharz

            Hallo,

            klar gibt es viele Facetten, genauso viele Probleme gibt es natürlich auch. Ich finde es nur immer nicht schlecht wenn man alles so objektiv wie möglich betrachtet, gerade mit Faserverbundwerkstoffe hat man immer das Problem das es nach den Wünschen bestimmter Personengruppen in 20 Jahren kein Metall mehr verbaut wird, sondern nur noch FVK und das ist eben Blödsinn.

            Ich denke jeder muss seine eigenen Vorsätze haben und diese auch dann gewissenhaft verfolgen. Habe dein bqtn-Projekt gerade erstmal im Forum gefunden, irgendwie übersehen, gefällt mir sehr gut.

            Bin gespannt auf die Infos zu dem Harzsystem.

            Viele Grüße

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            • #7
              AW: Gripox Bio Epoxidharz

              Zitat von sechsteelement Beitrag anzeigen

              Falls es das Polymer sein sollte, dann ist die Einsatztemperatur von +18°C bis +30°C viel zu niedrig, optimal sagt man für Outdooranwendungen ohne Schutzschicht mit Kohlefaser, dass eine Tg~120°C hilfreich ist, da bei Sonneneinstrahlung das Material auf bis zu ~80°C aufgeheizt werden können und...
              Einsatztemperatur meint hier Verarbeitungstemperatur, über die Temperatur-Unempfindlichkeit wird auf diesem Datenblatt leider keine Angabe gemacht.

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              • #8
                AW: Gripox Bio Epoxidharz

                Hallo,

                gute Frage, ich kenne die Einsatztemperatur als wirklich Einsatztemperatur des fertigen Bauteils, Verarbeitungstemperatur wird fast immer bei 18-22°C angenommen. Ist aber echt komisch, da im Datenblatt auch eine Aushärtung bei 100°C angegeben wird, kann also gut sein, dass Verarbeitungstemperatur und Einsatztemperatur im Datenblatt gleich ist. Die Glasübergangstemperatur wird nicht angegeben ist, wäre aber wichtig. In anderen Datenblätter habe ich aber auch schon direkt die Einsatztemperatur gesehen, häufig sind höhere Temperaturen nur für kurze Belastungen, niedrigere für Dauerbelastung.

                Das Datenblatt wurde in einem Terrariumforum gepostet, ich habe mir nichts weiter dabei gedacht, da in einem Terrarium ja die Temperaturen relativ konstant bei 18-30°C sein müssten.

                Falls jemand ein genaueres Datenblatt hat, bzw. weiß wo man eines findet könnte man mal näheres dazu sagen/interpretieren.

                Viele Grüße

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                • #9
                  AW: Gripox Bio Epoxidharz

                  Hab mir auf deren Seite noch andere Sachen angekuckt, zum Teil geben sie auch beides an.

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                  • #10
                    AW: Gripox Bio Epoxidharz

                    Ich habe auch keine anderes Datenblatt gefunden. Hier der Link zur Herstellerseite: http://www.grizzlyleim.de/techsheets/42111K.pdf

                    Ich werde nochmal bei denen nachfragen. Wenn das wirklich die Einsatztemperaturen sind, ist es wirklich nicht ausreichend für normale Anwendungen in den meisten Teilen der Welt.
                    Zuletzt geändert von mrs tiffy; 06.01.2016, 11:03.

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                    • #11
                      AW: Gripox Bio Epoxidharz

                      Zitat von langbrettlabor Beitrag anzeigen
                      Es gibt unterschiedliche Facetten von Biocomposites:


                      Bei den Harzsystemen wird es letztendlich richtig dünn. Ich empfehle eine Blick auf Entropy Resins zu werfen. Die leben eine ganzheitlichen Ansatz, der mir sehr gut gefällt. Zu den Eigenschaften der Harzsysteme kann ich in den nächsten Monaten mehr erzählen.

                      Am Ende des Tages habe Biocomposites auch viel mit Vertrauen zu tun. Stimmt das alles, was einem als Grün verkauft wird? Biocomposites sind im Moment deutlich teuerer als konventionelle Materialien, damit muss man leben.

                      Ich möchte nicht unbedingt 100% Bio bauen aber gucken, dass es wie auch langbrettlabor schon schreibt so nachhaltig wie möglich ist. Ich finde es halt spannend sich in die Richtung zu orientieren auch wenn man anfangs Kompromisse machen muss. Wenn man nicht anfängt, kann man auch nicht bewirken bzw. kennenlernen ;)

                      Das Gripox von Grizzlyleim finde ich aus dem Grund interessant, weil es auch nicht giftig sein soll.
                      Ich werde mir auch das Produkt von entropy Resins anschauen.

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                      • #12
                        AW: Gripox Bio Epoxidharz

                        Eine tatsächliche "Einsatztemperatur" in einem Fenster von 18(!) -30° kann ich mir bei keinem Harzsystem zur Herstellung welcher Bauteile auch immer vorstellen. Natürlich ist damit die Verarbeitungstemperatur gemeint.Das wär ja sonst bereits bei Raumtemperatur dicht am Limit.

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                        • #13
                          AW: Gripox Bio Epoxidharz

                          Es passt jetzt vielleicht nicht so ganz zum Thema, aber ich habe mit Entropy SuperSap CLR/CLS gute Erfahrung beim Skibau gemacht. Das schöne nebenbei ist, dass es UV-stabilisiert ist.

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                          • #14
                            AW: Gripox Bio Epoxidharz

                            Zitat von mrs tiffy Beitrag anzeigen
                            Ich möchte nicht unbedingt 100% Bio bauen aber gucken, dass es wie auch langbrettlabor schon schreibt so nachhaltig wie möglich ist. Ich finde es halt spannend sich in die Richtung zu orientieren auch wenn man anfangs Kompromisse machen muss. Wenn man nicht anfängt, kann man auch nicht bewirken bzw. kennenlernen ;)

                            Das Gripox von Grizzlyleim finde ich aus dem Grund interessant, weil es auch nicht giftig sein soll.
                            Ich werde mir auch das Produkt von entropy Resins anschauen.
                            Find ich auch interessant. Kann mich erinnern dass irgendwer hier schonmal einen Test mit Leinengewebe als Faser gemacht hat und meinte das wär ganz gut gelaufen. Weiß nur leider keine Details mehr.

                            Aber poste mal bitte deine Erfahrungen, wenns soweit kommt. Ich hör mich bei Gelegenheit hier in Machdeburch mal um ob das hier in der Industrie irgendwo benutzt wird. Vielleicht kann man das mal testen.

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                            • #15
                              AW: Gripox Bio Epoxidharz

                              Es gibt Neuigkeiten vom Hersteller. Ich werde mir das 2K Gripox bestellen. Vermutlich dauert es aber noch ein wenig für den ersten Testbau.

                              Sehr geehrte Damen und Herrn,



                              wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, daß wir uns entschlossen haben eine Charge Gripox 2 K mit dem jetzigen Entwicklungsstand zu produzieren.

                              Wie einige von Ihnen bereits wissen wurde seit längeren an einer neuen Gripox 2 K Variante geforscht auf Basis nachwachsender Rohstoffe.

                              Das Harz ist komplett ungiftig und auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Der Härter wird kennzeichnungspflichtig sein, aber nicht toxisch. Zu vergleichen wie z.B.

                              Zitronensäure im Lebensmittelbereich.

                              Der Grund warum wir so lange gewartet haben war der, daß diese Variante eine deutlich längere Aushärtungszeit hat wie herkömmliche Epoxy.

                              Nun haben uns aber immer mehr Kunden angesprochen die es trotz der langen Aushärtezeit – diese kann bis zu 24 Stunden dauern – testen möchten.

                              Daher werden wir diese Charge ausdrücklich zu testzwecken in Gebinden 1 KG Harz + 0,5 KG Härter zu einem Spezialpreis anbieten.

                              Da wir auf das Feedback unserer Kunden angewiesen sind bitten wir Sie uns Ihre Erfahrungen in positiver wie auch in negativer Hinsicht mitzuteilen.

                              Von Ihrem Feedback hängt es ab ob Gripox 2 K dauerhaft in Produktion gehen kann und parallel weiter an einer schnelleren Aushärtungsvariante geforscht wird.



                              Der Preis für die 1,5 KG beträgt Euro 30,10 zzgl. 4,90 Versand. Bestellungen werden ab Montag den 01.08.2016 entgegengenommen und werden voraussichtlich ab ende

                              August zur Auslieferung bereit stehen.

                              Bitte haben Sie Verständnis das wir bei der ersten Charge die Bestellmenge pro Kunde auf max. 3 KG Gripox 2 K ( 2 KG Harz + 1 KG Härter ) begrenzen müssen, da wir alle Interessenten

                              die Verfügbarkeit garantieren möchten !

                              Wir bitten ausdrücklich die Kunden für die eine schnelle Aushärtung unabdingbar ist von einer Bestellung zum jetzigen Zeitpunkt abzusehen.





                              Mit freundlichem Gruß

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