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svenssons Eigenbauten

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  • svenssons Eigenbauten

    Bauberichte habe ich von Anfang an gern gelesen. Zu Anfang konnte ich mir nicht vorstellen, dass das wirklich klappen kann, sich ein Board selbst zu bauen, das funktioniert und dann auch noch heiß aussieht.
    Jetzt hat sich mein Gehirn aber hier im Forum so mit Informationen vollgesogen, dass der Tatendrang einsetzt. Die Hände sind alles andere als handwerklich geschickt. Trotzdem versuche ich es mal.
    Um vielleicht beim Einen oder Anderen, der bis jetzt unentschlossen und doch fasziniert von den sensationellen Eigenbauten ist, die hier regelmäßig das Licht der Welt erblicken, vielleicht sogar die gleiche Lust auf's Bauen zu wecken, habe ich mir vorgenommen, jeden Schritt, sei er noch so klein, zu erwähnen.
    Also geht's los mit dem Planen:
    Shape: Das Cheviche hat mein Interesse geweckt. Was Kleines für die Stadt sollte es sein, also habe ich mich von der Grundform inspirieren lassen.
    Concave wird eine Art W-Concave, allerdings recht schwach ausgeprägt, da meine Füße starkes Concave nicht mögen.
    Aufbau: Für meine 75kg sollten es 3*4mm Birke sein. Oben und unten sollten 320g Glasgelege bidiagonal sein. Verleimt wird mit Epoxid.
    Presse: Zuerst sollte es eine Ravn's-Presse werden. Mein Auto hat die Trägerplatten aber nicht gepackt. Also wurde spontan umdisponiert und auf eine Rippenpresse gesetzt. Die kleineren Bretter passen gut in Autos ohne klappbare Rückbank.

    Einkaufsliste:
    Board:
    3*4mm Birke, 30cm*100cm, 16,99€/m²
    Epoxid, 1kg, 17,40€
    Baumwollflocken, 100g, 2,90
    Glasgelege, 3,77/m²
    verschiedene Spraydosen, 18,00€
    Bootslack, Restbestand
    Quarzsand, 1kg, 0,54€
    Presse:
    5m Gewindestange, M8, 8,45€
    8 Leimbretter Kiefer, 60cm*20cm*1,8cm, 11,12€
    Muttern, 60Stk, 5,49€
    Unterlegscheiben, Restbestand
    Dachlatte als Träger, 2,4cm*4,8cm*300cm, 1,17€
    Arbeitssicherheit:
    Schutzhandschuhe,
    Atemschutzmaske,
    Schutzbrille hatte ich da, habe gerade keinen Preis zu Hand, aber zusammen ~10€
    Werkzeug:
    Stichsäge (Sägeblatt für Kurvenschnitte)
    Bohrmaschine
    Deltaschleifer
    Schleifpapier (40er, 80er, 200er, 800er, 1200er), die zwei Letztgenannten für das Schleifen per Hand
    Pinsel
    Schaumstoffrolle
    Feinwaage
    Essstäbchen zum Rühren
    alte Kreditkarte zum Verteilen des Epoxids
    Maulschlüssel für die Muttern der Rippenpresse
    Anmerkung: Die meisten Materialien sind entweder dauerhaft einsetzbar oder reichen für mehrere Boards.
    **Fortsetzung und Bilder folgen**
    Update #1, 03.08.2010, 19h: Presse:
    Das Board ist jetzt in der Presse.
    Das Tail sieht viel versprechend aus. Das Concave ist ordentlich, das Holz ist allerdings nicht ganz in das "W" gedrückt worden.
    Wichtig: Unterlegscheiben parat haben und unter die Muttern legen. Sonst wird's knapp und man muss sich irgendwelchen Quatsch zusammensuchen.
    03082010079.jpg03082010080.jpg03082010081.jpg
    Update #2, 08.08.2010, 13h:
    Das Board ist aus der Presse und ausgesägt. Das Concave sieht gut aus, man steht auch gut drauf.
    Gefährlich war die Konstruktion mit den Dachlatten als Träger für die Rippenpresse. Da ich draußen und über Nacht gepresst habe, haben sie sich bei der Feuchtigkeit ein wenig verzogen. Dadurch hätte ich beinahe ein ungewolltes Camber erhalten und das Board hat sich in sich ein bisschen verdreht (siehe auch Bild 3). Ich konnte das Shape schräg anlegen und somit ein bisschen korrigieren.
    Glas sollte drüber und drunter. Der erste Test hat mir aber verraten, dass mir Max wohl besonders gutes Holz verkauft hat. Das Brett ist steif und flext nur im Millimeterbereich. Dazu trägt wohl auch die angedeutete und minimal zu erkennende Concave-Form bei.
    08082010085.jpg08082010087.jpg08082010086.jpg
    Update #3, 11.08.2010, 15h: Design:
    Gesprüht wurde mit der Dose. Das Holz habe ich angeschliffen, dann ohne Grundierung lackiert. Zum Abkleben habe ich normales Malerkrepp benutzt. Wichtig ist: gleich abziehen, damit die Farbe nicht drunter kriechen kann. Wenn ihr die Mitte sauber anzeichnen wollt, dann schnappt euch ein Lineal, messt bei Nose und Tail die Mitte und spannt einen Faden zwischen beiden Punkten. Die Enden halten ebenfalls mit Krepp.
    Anschließend habe ich drei Lagen Bootslack aufgetragen, die letzte Schicht sofort nach dem Auftragen gerollt. Als das fest war, habe ich zuerst mit 240er Schleifpapier und dem Deltaschleifer losgelegt, danach mit 800er Papier manuell nachgeschliffen und abschließend 1200er Papier zum Nassschleifen verwendet. Zwischen den einzelnen Durchgängen sollte man unbedingt trocken wischen.
    Nach dem Nassschleifen habe ich die Sleifschlicke gründlich abgespühlt und gründlich trocknen lassen.
    Zum Abschluss habe ich mit Klarlack aus der Dose lackiert. Aus Versehen habe ich zu "matt" gegriffen. Hochglanz ist nicht, vielleicht korrigiere ich das ja noch.
    Aktuell trocknet das Cleargrip aus Epoxid/Quarzsand.
    11082010093.jpg
    Update #4, 11.08.2010, 17h: Ergebnis:
    Da kommt es daher, erst einmal auf Seismics und den Alligatoren in 71mm/80a.
    Hinten sitzt ein softer Keil, der mit seinen 11° ziemlich genau den Winkel des Tails ausgleicht und die Achse auf etwa 0° bringt.
    Die erste kurze Proberunde sagt: bocksteif, sehr agil, was ganz anderes als das lange Schiff, das ich bis jetzt gefahren bin. Das vorläufige Setup besteht dann aus 180er Randals und 65mm FatFree in 86a.
    Das Cleargrip löst sich ein wenig auf. Ich vermute mal, dass das Epoxid zu dünn war und zu stark ins Holz eingezogen ist. Da werde ich sicher noch mal nachbessern.
    11082010094.jpg11082010095.jpg11082010096.jpg

    Ihn interessiert die ganze Sache nicht.
    11082010097.jpg
    Sonstiges:
    Nebenbei hab ich mir noch Handschuhe zum Sliden geschnitzt. Die Handschuhe kamen aus dem Baumarkt, der Kunststoff vom Möbelschweden und geklebt wurde mit Terostat 9220 (Karosseriekleber). Der ist rabenschwarz und wie Teer. Positiver Nebeneffekt ist, dass das Küchenbrett so schwarz aussieht. Dazu habe ich die entsprechenden Teile meiner Hände auf die Kunststoffplatte gelegt und Druck ausgeübt. So konnte ich die Formen einigermaßen ergonomisch gestalten. Das Ergebnis des Testlaufes war jedoch, dass sich Karosseriekleber und Pucks nicht verbunden haben. Nach ein, zwei Asphaltkontakten haben sich diese einfach abgelöst.
    04082010083.jpg04082010082.jpg
    Als Ablage dient das Board, das mit Leim entstehen sollte und auseinander gefallen ist. Der Spezi vom Baumarkt hat mir eine kleine Packung Leim empfohlen. Als ich dann zu Hause leimte und mir der Leim plötzlich ausging war es natürlich schon zu spät, neuen zu besorgen. Beim Belastungstest nach dem Sägen knackte das Board dann bemerkenswert und ein Hohlraum tat sich in der Mitte auf. Also habe ich es manuell delaminiert und die ausgesägten Platten mit Epoxid zusammengeklebt. So konnte ich den Umgang mit Epoxid testen, ein bisschen Schleifen üben und habe noch was über dem Lack gelernt: Acrylfarben aus dem Grafitti-Shop gehen gut. Das CoversAll³ in Schwarz härtet aber nicht richtig aus. Das liegt vielleicht am enthaltenen Bitumen, für eine genaue Lokalisierung des Fehlers reichen meine Chemiekenntnisse aber nicht aus. Dafür weiß ich jetzt aber, dass ich für das wahre Erstlingswerk ein anderes Schwarz verwende.

    Fazit:
    Ausprobieren und Bauen war eine spannende Erfahrung für jemanden, der handwerklich nicht begabt ist. Die nächsten Projekte werden sicher nicht lange auf sich warten lassen. Es gibt Glas, vielleicht ein bisschen Kohle und Bambus, wenn ich an welches ran komme. Bevor ich allzu sehr mit langem Geschwafel auffalle:
    Das Forum hat wunderbar informiert und viele Antworten auf Fragen geliefert. Vielen Dank an der Stelle. Jeanfredo, werwolf, alle anderen Materialgurus, Spielkinder, Designinterpreten,...besten Dank an euch!
    Zuletzt geändert von svensson; 11.08.2010, 16:37.
    they see me trollin, they hatin patrollin and tryna catch me writin dirty
    >>Buhlt um die Gunst des Konsumkids denk an den Stumpfsinn bevor du "Keep it real" in den Mund nimmst<<
    >>Emancipate yourself from mental slavery, none but ourselves can free our mind.<<

  • #2
    Wofür stehen in deiner Einkaufsliste die Baumwollflocken?
    http://30.media.tumblr.com/tumblr_leimsh3O7U1qe0eclo1_r1_500.gif

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    • #3
      Vermutlch zum Andicken vom Epoxydharz statt Thixotropiermittel,.....richtig?

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      • #4
        also wenn das ding stabil wird und kicktail hat kannste mir sofort eins bauen...
        PMA ALL DAY!

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        • #5
          Frage:
          Wozu soll dein "Cheviche" ein W-Concave bekommen, also was versprichst du dir von der Kombi?
          Der Haupt Vorteil an so einem Doppel-Concave ist doch die eigene, kleine Vertiefung
          für den vorderen Teil des hinteren Fußes -> Wenn man in der Tuck irgendwo runter ballert.
          Dachte, das soll ein wendiges Stadtbrett werden
          (wofür es mMn ~100 bessere Vorbilder als das Cheviche gäbe
          (z.B. EW Mini Glieder), aber das ist ja Geschmacks-Sache)
          ferd tiga vogl :P

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          • #6
            Das W-Concave versteift die Geschichte doch spürbar. Ohne die Bilder mutmaße ich auch einfach mal, dass das W-Concave effektiv eher ein Gaspedal ist (Q.e.d.)...
            Denke, dass in diese Richtung auch Seppos post zu verstehen ist. W-concave und ausgeprägtes Kicktail sind nicht ganz so leicht zu verwirklichen, wie man das gerne hätte.

            @Svensson:

            Brett schon aus der Presse?

            lg
            Bitte unterlasst provozierende Zitate in der Signatur, die eine Antihaltung suggerieren: Für ein befriedetes Forum!

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            • #7
              Baumwollflocken sind tatsächlich zum andicken. In der Nase machen die nicht so viel Spaß.
              Das W-Concave dient dazu, einen guten Druck auf den Kanten aufbauen zu können, ohne in meinen missratenen Füßen Schmerzen zu bekommen.
              Aktueller Stand ist: es gibt einen Shape-Prototypen, der nicht gepresst ist, um abschätzen zu können, ob das Shape meiner Haltung passt oder ob ich dauernd vorbei trete.
              Sobald ich wieder an die Geräte darf, werden erst mal die Rippen gesägt und dann kann's auch schon in die Presse gehen. Als Vorabinformation hab ich mal die Vorlage für das Concave angefügt.

              Edit: der Maßstab stimmt nicht. Sonst wäre das Concave 5cm tief.
              Angehängte Dateien
              Zuletzt geändert von svensson; 03.08.2010, 21:13.
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              • #8
                Servus,
                Funds ja wirklich gut das du dir Gedanken machst und versuchst eigene Wege zu gehen ... Denke aber nicht das es was mit dieser form wird, viel zu stressige Form, denkenicht das sich das holz da anlegt !
                Bond hatte mal per rippenpresse ein w concave gepresst .... Schau mal nach seiner Methode.

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                • #9
                  Was Mirom meint kann ich nur bestätigen. Holz hat einen minimalen "Biegeradius". So unstetigen Quatsch kannst da voll vergessen. Wenn du so kantige Übergänge wie möglich pressen willst, solltest dir etwas überlegen, wie das Material selbst an seine Grenzen geht. Zb eckige Rippen die bloß an den richtigen Stellen die richtige Konkavtiefe haben und dann das Holz eben selbst anlegen lassen.
                  ..officially hates harmony..

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                  • #10
                    Dazu hätte ich sagen sollen, dass das Concave an sich gering ist und auf voller Breite, die ich nicht ausnutze, maximal 1cm beträgt.
                    In der Breite die ich baue, sind es ~0,7cm. Die Wölbung ist dementsprechend auch nur gering, sieht auf dem Bild aber echt mächtig aus. Die ist nur 1,5mm hoch. Da hab ich gehofft, dass ich das Holz nicht allzu stark "stresse".
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                    • #11
                      Wenn ich mir deine Einkaufsliste so anschaue, kommt mir spontan dieser Thread in den Sinn: Arbeitssicherheit http://longboardz.de/cms3/forum/showthread.php?t=11097

                      Die paar Euros für Maske und Handschuhe lohnen sich.
                      www.facebook.com/RocketLongboards

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                      • #12
                        Danke, hatte ich vergessen. Die Handschuhe, Maske und Schutzbrille hatte ich zu Hause, die habe ich beim Auftippen der Kassenbons glatt vergessen.
                        Das ergänze ich oben.
                        they see me trollin, they hatin patrollin and tryna catch me writin dirty
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                        • #13
                          Zitat von Dani Beitrag anzeigen
                          Wenn ich mir deine Einkaufsliste so anschaue, kommt mir spontan dieser Thread in den Sinn: Arbeitssicherheit http://longboardz.de/cms3/forum/showthread.php?t=11097

                          Die paar Euros für Maske und Handschuhe lohnen sich.
                          JA. Super. Danke. Wichtig. Hier will niemand nächste Woche hören "Ich hab eben mein erstes Board laminiert - Wieso hab ich Kopfschmerzen"...

                          Nitrilhandschuhe gibt es in Grün und dicker in fast jedem Baumarkt. Man muss nur mal gut suchen. Ansonsten halt die 100er Packung ausm Onlineshop zum wegwerfen. Ich habe beides und nutze beides, je nachdem wieviel Fingerspitzengefühl ich brauche.

                          Atemmaske ist enorm wichtig. Auch hier gibts einfache Modelle im Onlineshop, die für die ersten paar Boards halten.

                          Gut ist auch mal die Preise der einzelnen Shops zu vergleichen (Linksammlung). Je nach Kombination der Dinge die man bestellen will kann das sehr große Unterschiede machen. Von den Fasern bei HP würde ich übrigens abraten. Die funktionieren zwar, sind aber optisch absolut mangelhaft. Preiswert und gut sortiert sind Timeout und Bacuplast, mit Timeout kann man super telefonieren, Bacuplast hat leider keinen richtigen Onleshop. R&G ist mit Abstand am teuersten, hat aber allerlei, was der Rest nicht führt.

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                          • #14
                            Zitat von svensson Beitrag anzeigen
                            Danke, hatte ich vergessen. Die Handschuhe, Maske und Schutzbrille hatte ich zu Hause, die habe ich beim Auftippen der Kassenbons glatt vergessen.
                            Das ergänze ich oben.
                            Wenn du Maske = Staubmaske ist, ist sie nutzlos. Handschuh sind aus Nitril oder besser noch Butyl?

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                            • #15
                              Die Maske und die Handschuhe (Einweg-Nitril-Handschuhe) stammen aus einem speziellen Shop, die Brille aus dem Baumarkt.
                              Zusätzlich arbeite ich draußen, sorge also für eine rasche Abluft. Ihr erwähnt es aber richtigerweise. Da kann man nicht oft genug drauf hinweisen.
                              they see me trollin, they hatin patrollin and tryna catch me writin dirty
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