Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema:
Anleitung/Baubericht Sargboard – Eigenbau (Double)drop Brackets

              
  1. #1
    Benutzer longboarder Avatar von triplef
    Registriert seit
    21.02.2017
    Beiträge
    91
    Reviews
    ## 0 Reviews
    DANKE
    20
    Erhielt: 28 Danke in 18 Posts

    Idee Anleitung/Baubericht Sargboard – Eigenbau (Double)drop Brackets

    Anleitung/Baubericht Sargboard – Eigenbau (Double)drop Brackets


    IMG_3990.jpg

    Der Plan war eine LDP/Push-Plattform zu bauen, und dabei keine GBomb Forks etc kaufen zu müssen. Zuerst einmal möchte ich BrunoLB und ganz besonders Skamui für ihren Rat und dem Baumschubser für seine Presse danken.
    Der Baubericht ist in zwei Teile geteilt: 1. Das Brett selbst und 2. Die Aluteile

    Das Brett

    20170928_120048.jpg
    Der Plan war eine simple Plattform die an einen Sarg erinnert zu bauen. Die Bauweise ist absolut unspektakulär und wurde im Forum schon 10.000 mal gezeigt und erklärt, es handelt sich um eine simple Balkenpresse und gearbeitet wurde mit wasserfestem Holzleim. Form drauf, aussägen, schleifen und lackieren. Das Lackieren wurde mit Schaumstoffrollen gemacht, auf der Oberseite nur 1-2 Schichten schwarzer Lack, damit die Maserung noch durchschimmert, unten und an den Seiten die volle Dröhnung schwarz. Vielleicht für Andere wichtige Erkenntnis: wenn man bei den letzten Schichten den Acryllack mit Wasser verdünnt, dann wird das Finish viel glatter und man spart sich sauber Geschleife.
    Für den Gripjob wurden die Formen vorher ausgeschnitten, die obere Hälfte des Tapes musste quer, das Brett hat mit 29cm Überbreite.

    IMG_3980.jpg
    WB 50 (auf der kürzesten Option)
    Länge: 69
    Breite 29

    Die Aluteile


    Der für die Meisten vermutlich spannendere Teil.

    Das Material:


    Verwendet sollte werden und wurde AlMgSi 0,5, also eine Alulegierung mit Magnesium und Silizium drin. Sinnvoll wären 0,5 oder 1. Hände weg von Legierungen mit Blei drin. Die Maße können für beide Teile 60mm Breite, 10mm Höhe und 250mm Länge betragen, die hintere Fork darf auch kürzer sein. Am einfachsten und günstigsten bekommt man das Alu in der Bucht, hierbei ergibt es Sinn auf einen Zuschnittservice incl. im Preis zu achten. Eine Möglichkeit wäre „Alu Flachmaterial Aluminium Flachstange Aluprofil Flacheisen Flach Flachstahl“ zu suchen *Zaunpfahl*. Das somit Teuerste am Alu ist der Versand. Am besten also für mehrere bestellen bzw. gleich mehr für den Fall, dass man verkackt. Laut BrunoLB ist eine weitere Möglichkeit sich an den Schlosser vor Ort zu wenden, der das ganze wohl für zwischen 30 und 60€ nach Maß anfertigt.

    Die vordere Bracket:


    Die Plattform hat ihren Fokus klar auf Pumpen, daher muss vorne ne gscheide Biegung rein. Nach viel Experimentieren von mir und einer örtlichen auf Alu spezialisierten Werbefirma hatte ich die entscheidende Idee: Positiv negativ Presse im Schraubstock. Wie das genau aussehen soll hab ich versucht mit meinen ausbaufähigen Powerpoint Skills darzustellen. Man benötigt: Einen Schraubstock, 2 Leisten um den Druck zu verteilen, 2 Keile, die am besten aus einem Stück gesägt werden und natürlich das Profil für die Frontgabel. Hier würde ich auf jeden Fall auf die vollen 25cm gehen, die effektive Länge kann man durch die Achsbohrungen immer noch kürzen (nicht auf die Goldwaage legen, Meinung von einem Menschen, der das bis jetzt einmal gemacht hat). Bei den Keilen hilft es genau anzuzeichnen und langsam zu arbeiten. Außer man hat ein Werkzeug, das so kleine Winkel schneiden kann. Meine Säge mit Gestell kommt nur bis 45°, also Konzentration.
    Beim Biegen aufpassen, dass man die Druckverteilungsplatten so legt, dass das gebogene Alu auch wo hin kann (siehe Zeichnung).
    Ich habe mit 16° Holzkeilen gebogen. Obwohl ich den Schraubstock fest fest angezogen habe, ist das Profil auf 8° zurückgefedert. Es ist also vermutlich sinnvoll den Doppelten Winkel zu sägen, den man biegen möchte, mindestens jedoch einen merklich größeren (Spekulation).

    Biegen.jpg
    Das Ergebnis ist ein gebogenes Stück Alu ohne Drop und Löcher. Anmerkung: An dieser Stelle sind sich sKamui nicht einig über die ideale Reihenfolge: Ich denke, dass die Löcher erst nach Biegen gebohrt werden sollten, da sie Schwachstellen im Profil darstellen können (So ist mein erster Versuch gerissen), sKamui ist dafür vor Biegen zu bohren. Das hat den Vorteil, dass die Biegung beim Bohren nicht im Weg ist.
    Das Bohren geht am besten mit einer Standbohrmaschine. Anzeichnen (die genauen Maße kann man auf der Seite von Randal nachschauen), ankörnen (UNBEDINGT! Und Zeit lassen, wenn man hier schlampt sind die Löcher schief) und mit nem Universalbohrer ein 6er Loch ins Profil treiben.
    Das Aussägen der Drops aus dem Alu ist der Horror. Es gibt allerdings mehrere Möglichkeiten:

    1. Es lassen. Die hintere Bracket liegt höher als die vordere. Bei mir war das Brett fast ausbalanciert, als ich die Achse einfach unten dran geschraubt hab
    2. Ihr kennt einen Menschen mit Zugang zu ner CNC oder Ähnlichem.
    3. Ihr fragt einen Alu verarbeitenden Betrieb, ob die vielleicht für nen 5er schnell an der Kappsäge für euch aussägen können (oder ihr habt ne Kappsäge).
    4. Die Variante, die ich gewählt habe: Ihr kauft euch Metallsägeblätter für eure Laubsäge (die Gröbsten, die es gibt) und nehmt euch zwei Stunden Zeit. Das ist die anstrengendste und ungenauste Methode, aber wenn es nicht anders geht, dann halt so. Stellt euch drauf ein die ganze Tüte an Blättern auch zu brauchen, wenn ihr ähnlich talentiert seid wie ich^^. Aus Ökonomischer Sicht wäre es also sogar sinnvoll einen Menschen zu finden der das Sägen für euch machen kann.

    Nehmt um Himmels Willen keine Stichsäge dafür. Das vibriert wie Scheiße und mir ist als ichs versucht habe nach 3 Minuten das Sägeblatt quer durch den Raum geflogen. Der Grund: Eine Stichsäge sägt sowohl bei der Aufwärts, als auch bei der Abwärtsbewegung. Da sie auch noch ziemlich schnell sägt und Alu nicht so flexibel wie Holz ist, vibriert das dann so krass. Eine Kappsäge sägt nur bei einer von beiden Bewegungen. Daher gibt es da keine Vibrationen. Die Laubsäge leistet einfach nicht genug, dass das ein Problem wäre. Bei Alu kann es helfen beim Sägen Öl zu verwenden.
    Zum Schluss noch alle Kanten und Bohrlöcher entgraten und ihr habt eine Frontbracket. Der schwierige Teil ist geschafft.

    IMG_3999.jpg

    Die hintere Bracket



    Da die Bracket pumpfreundlich sein sollte, habe ich eine 0° Bracket gebaut. Das geht erstaunlich einfach, man braucht nur einen Gelenkkopf M12 und dazu passende selbstsichernde Muttern. Hierzu hilft ebenfalls die Bucht. Der Hanger einer Randal passt nicht exakt in den Kopf. Da mir keine Stufenbohrer bekannt sind die exakt die Breite eines Pivots haben hilft nur eines: Schleifpapier nehmen und den Pivot schleifen und polieren bis er da rein passt. Keine Sorge, es fehlt nicht so viel, man kann den Hanger also auch noch in einer Randal fahren. Also hinsetzten und ein paar Stunden polieren. Aufpassen, dass ihr gleichmäßig Material abnehmt und nicht die Form zerstört.
    Die Löcher für den Gelenkkopf und Kingpin müssen ca. 4,6cm voneinander entfernt sein. Hierbei kann die Achse „falsch“ herum montiert werden, also der Pivot Richtung Board. Da die Achse 0° hat und somit nicht lenkt, macht das hier keinen Unterschied. Der Vorteil: Man gewinnt nochmal ein paar cm WB. Da durch das Polieren kleine Abweichungen entstehen können, schaut hier besser genau, wie viel Abstand ihr braucht. Der Gelenkkopf brauch ein 12er Loch (Vorsicht keine Standardgröße, also entweder extra kaufen oder Stufenbohrer zum Aufbohren nutzen), der Kingpin ein 10er. Anzeichnen, körnen, bohren. Auf der anderen Seite wieder die Achsbohrungen nach Randal machen (hier kann man gut mehrere WB-Optionen unterbringen, oder das Profil einfach kürzer halten)
    Entgraten und fertig müsste auch die hintere Bracket sein.
    IMG_4000.jpg
    IMG_3975.jpg

    Die Montage


    Die Montage erwies sich als schwieriger als gedacht. Hinten war deutlich höher als die Frontbracket +9° Keil, aber nicht hoch genug um im Stile Tarantula Truck montieren zu können. Des weiteren berührte beim Draufstellen die hintere Kante der vorderen Fork den Boden, da sie durch den Wedge sehr tief lag.
    Die Lösung: Vorne topmounten und über dem vorderen Keil noch ¼ Zoll risern. Hinten wurde unter das BS Bushing noch ein kleines sehr hartes Bushing montiert, damit der Abstand stimmt. Evtl ersetze ich das irgendwann durch aufgebohrte Unterlegscheiben.

    IMG_3995.jpg

    Fazit



    Als Proof of concept hat der Bau funktioniert. Aber er hat eine richtig dicke Kinderkrankheit: Die reelle Wheelbase (von Achsstift zu Achsstift) beträgt 92cm. Des is a bissal vui…
    Gleichzeitig flext das Deck auch ein bisschen viel.
    Aber es ist grundsätzlich pumpbar, gut zu pushen, keine Bites etc und fährt sich sehr spaßig.

    Die Nacharbeiten:


    Da das alles noch nicht zu 100% zufriedenstellend ist, wird eine Verbesserung vorgenommen: Das Brett wird um 12,5cm gekürzt und mit nem Forstnerbohrer ein 2,5cm Loch für die Mutter des Gelenkkopfes gebohrt. Gewonnen werden dadurch in der Theorie 18cm weniger WB (92-18=74). Was es wirklich bringen wird kann ich natürlich erst nach ner Testfahrt sagen, die geht aber erst wenn alles geschliffen, lackiert und gebohrt etc ist. Das ist für die nächsten Tage/Wochen geplant, je nachdem wie viel Zeit ich finde.
    IMG_4026.jpg
    Geändert von triplef (27.12.2017 um 21:13 Uhr)

  2. 5 User bedankten sich für diesen Beitrag:

    Hansim (29.12.2017), Northstar (28.12.2017), theFU (28.12.2017), Vincee (27.12.2017), Vogelsjan (28.12.2017)

  3. # ADS

  4. #2
    Benutzer longboarder Avatar von snotfree
    Registriert seit
    30.04.2011
    Ort
    Heikendorf
    Beiträge
    99
    Reviews
    ## 0 Reviews
    DANKE
    7
    Erhielt: 40 Danke in 31 Posts

    Standard AW: Anleitung/Baubericht Sargboard – Eigenbau (Double)drop Brackets

    Kleine Kritik vom Schlosser:

    Das Ausschneiden hättest du mit der Metall Bügelsäge und einem Bohrer mit entsprechendem Durchmesser in 5 Minuten machen können. Einfach am Ende das Loch bohren und bis da hin sägen.

    Aber an sich ein klasse Baubericht!

  5. #3
    Benutzer Hard Carver Avatar von theFU
    Registriert seit
    17.06.2012
    Ort
    München
    Beiträge
    2.638
    Reviews
    ## 0 Reviews
    DANKE
    547
    Erhielt: 872 Danke in 510 Posts

    Standard AW: Anleitung/Baubericht Sargboard – Eigenbau (Double)drop Brackets

    Die vordere Bracket sieht ja sehr interessant aus :D
    Vielleicht wäre da das anfertigen einer neuen Pressform nochmal ne Idee... ich hätte schiss, dass die Gummi-Wedges zu viel Torsion bringen und Deck oder Schrauben sprengen.
    Kaffee, Junge. Der schmeckt richtig.

    Die Antwort ist immer Bustin Sportster.

  6. #4
    Benutzer longboarder Avatar von triplef
    Registriert seit
    21.02.2017
    Beiträge
    91
    Reviews
    ## 0 Reviews
    DANKE
    20
    Erhielt: 28 Danke in 18 Posts

    Standard AW: Anleitung/Baubericht Sargboard – Eigenbau (Double)drop Brackets

    Vielen Dank :)
    Problem: Ich hatte keine Bügelsäge die groß genug für die Strecke gewesen wäre. Da wäre ich mit dem Bügel nach ein paar cm angestoßen.
    Grundsätzlich hast du aber absolut recht und das Gesägte sieht furchtbar aus. Aber wenns blöd aussieht, aber funktioniert, dann ist es nicht blöd. :D

    @theCaptain: meinst du? ich hab den Keil doch auch so unterm Pumper gehabt. In ein paar Tagen weiß ichs ^&

  7. #5
    Benutzer longboarder Avatar von triplef
    Registriert seit
    21.02.2017
    Beiträge
    91
    Reviews
    ## 0 Reviews
    DANKE
    20
    Erhielt: 28 Danke in 18 Posts

    Standard AW: Anleitung/Baubericht Sargboard – Eigenbau (Double)drop Brackets

    Sooooo
    Ich habe wieder ein bisschen Zeit um den Baubericht zu ergänzen.
    Es sind zwei Dinge geschehen:
    1. das Brett wurde gekürzt. Damit die Kürzung nicht zu drastisch ausfällt, habe ich die Bracket so weit ins Board reingeholt wie möglich. Dafür gabs neue Löcher in die Bracket. Die Aussparung für die Mutter des Gelenkkopfs ist mit einem Forstnerbohrer gemacht. Ergebnis: Wheelbase 73cm und merklich weniger Flex. (Entfernt wurden 12,5 cm)

    2. Das boardseitigste Bushing wurde durch aufgebohrte Unterlegscheiben ersetzt (da waren vorher 2 Bushings, weil ich die dementsprechende Höhe überbrückt werden musste). Das Problem war, dass der Pivot immer öfter aus dem Gelenkkopf gehüpft ist. Mein Verdacht ist, dass der durch die Menge an Gummi bei Erschütterungen zu viel hüpfen kann. Aufgrund des Kackwetters konnte ich noch nicht draußen testen, drinnen rumhpüfen lässt aber hoffen.

    Das Brett pumpt ein bisschen schlechter als der Topmount-Pumper aber immer noch gut. Der Vorteil ist allerdings, dass ich deutlich tiefer stehe und so einfacher pushen kann.

  8. Folgender User bedankte sich bei triplef für dieses Posting.

    theFU (16.02.2018)

  9. #6
    Benutzer Hard Carver Avatar von theFU
    Registriert seit
    17.06.2012
    Ort
    München
    Beiträge
    2.638
    Reviews
    ## 0 Reviews
    DANKE
    547
    Erhielt: 872 Danke in 510 Posts

    Standard AW: Anleitung/Baubericht Sargboard – Eigenbau (Double)drop Brackets

    Dass sich ne Plattform etwas schwerer oder zumindest anders pumpt als ein Topmount, versteht sich quasi von selbst. Nicht zuletzt ist die ganze Charakteristik durch das 0° Tail eine andere.
    Ich bin mal auf eine Vergleichsfahrt mit meinem Plattformding gespannt :)
    Kaffee, Junge. Der schmeckt richtig.

    Die Antwort ist immer Bustin Sportster.

Ähnliche Themen

  1. Drop Brackets für reverse mount
    Von pibach im Forum Sonstiges
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 10.08.2016, 11:32
  2. [s] ANLEITUNG FÜR EIGENBAU
    Von möa im Forum Allgemeines
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 12.11.2007, 05:58

Besucher kamen mit folgenden Begriffen auf die Seite:

Benutzer, die dieses Thema gelesen haben: 13

Stichworte

Lesezeichen

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Über dieses Forum
LongboardZ.de ist nun schon seit 1999 dabei Longboarden größer zu machen und den Longboard Spirit zu teilen. Nehmt Euch Zeit, seit teil dieser großartigen Community und teilt Euer Wissen mit anderen.

Carven und Cruisen, Dancen, Freestyle, Downhill, Slalom, Boardwalk, Surf Skate, Hybrid, Electro Longboard, Funky Summer... Hier erfahrt Ihr einfach alles über das *Boarden!

Wenn Ihr Fragen habt schreibt einfach Fränky
Join us